Sonntag, 29. Juni 2008

Es ist geschafft

Die Zeit in Indien ist ueberstanden und mir faellt ein riesiger Stein vom Herzen. Die vergangenen 8 Wochen stellten wirklich eine Bewaehrungsprobe dar und man musste das ein oder andere Mal an seine nervlichen Grenzen gehen. Manch einer wird sagen, auch eine solche Erfahrung muss man einmal mitmachen... ja richtig, aber dafuer haetten mir auch schon 2 oder 3 Wochen gereicht. Wie auch immer, nun es ist ja ueberstanden und ich kann mit dem Kapitel abschliessen und positiv nach vorne schauen. Aber zunaechst einmal gilt es noch vom letzten Wochenende zu berichten.
Fuer die letzte Woche hat sich das gesamte Team zwecks Abschlussarbeiten des Audits wieder in Delhi zusammengefunden. Die Anreise nach Delhi am Freitag haette ich mir allerdings gerne erspart. Da wie zuvor ja bereits mehrfach berichtet, die Flugverbindungen aeusserst bescheiden sind, mussten wir zunaechst einmal nach Bangalore fliegen. Das liegt dummerweise aber weit im Sueden des Landes und somit garnicht auf dem Weg nach Delhi, welches im Norden liegt. Man kann das in etwa damit vergleichen wenn man von Duesseldorf nach Hamburg moechte, aber einen Zwischenstop in Muenchen einlegen muss. Sehr vorteilhaft! Der Flug von Vijayawada nach Bangalore hat bereits 2 Stunden gedauert, dort hatten wir dann 2 Stunden Aufenthalt und anschliessend ging es weitere 2 Stunden Flugzeit nach Delhi. Vorausgesetzt das Wetter ist in Ordnung. Bei unserem Pech gab es jedoch leider ein kleines Unwetter in Delhi, sodass wir 40 Kilometer vor Delhi eine Stunde lang schoen im Kreis geflogen sind, bis wir die Landeerlaubnis erhalten haben. Anschliessend noch im obligatorischen Immigration-Bereich anstellen fuer den Stempel im Reisepass und eine 40 minuetige Fahrt im Schrotttaxi zum Hotel verbringen und schon hat mein sein Ziel (gerechnet vom Abflug in Vijayawada) nach 8 Stunden erreicht. Wenn man bedenkt, dass ein Flug von Deutschland nach Indien weniger Zeit in Anspruch nimmt, dann kann man vielleicht nachvollziehen, dass einen das Leben in Indien manchmal echt zum Wahnsinn treibt.
Da Delhi und Mumbai flugtechnisch die Knotenpunkte Indiens sind, hatte ich das Wochenende die Moeglichkeit, das Land einmal fuer 2 Tage zu verlassen. Und so habe ich mich entschlossen, einen Abstecher nach Kathmandu in Nepal zu machen. Die schoensten Seiten des Landes sind sicherlich die Gebiete des Himalaya, mit dem Mount Everest und vielen weiteren der weltweit hoechsten Berge, aber dafuer bietet ein Wochenende leider nicht ausreichend Zeit. Es werden dort herrliche Trekkingtouren angeboten, von denen ich viele Bilder gesehen habe. Eine davon fuehrt beispielsweise zum Basislager des Mount Everest auf 5600m Hoehe und dauert ca 2 Wochen und wer weiss, vielleicht ist das ja ne Idee fuer einen Trip in der Zukunft, wenn man mal etwas mehr Zeit hat als nur ein Wochenende. Aber fuers Erste habe ich mich halt einmal mit der Hauptstadt Kathmandu begnuegt. Auf den ersten Blick, hat Kathmandu zunaechst viel mit Indien gemein. Auch Kathmandu ist laut und an vielen Stellen dreckig, der Verkehr ist aehnlich chaotisch und die Armut des Landes ist staendig spuerbar. Beim zweiten Betrachten jedoch erkennt man die Unterschiede. Das Leben geht gemuetlicher zu, die Bevoelkerungsdichte ist wesentlich geringer und die umliegende Natur mit Bergen und viel Gruen ist deutlich ansprechender als viele Teile Indiens. Angekommen in Nepal sind wir (ein deutscher Kollege hat mich begleitet, der sonst eigentlich ausschliesslich auf Audits in Deutschland arbeitet und fuer die 2 Monate einen Gasteinsatz im International Department gemacht hat) Samstag morgen um 8.15 Uhr. Dafuer mussten wir allerdings bereits um 6.30 Uhr den Flug in Delhi nehmen und haben unser Hotel in Richtung Flughafen um 3.30 verlassen. Dennoch haben wir diesen Flug anderen Fluegen vorgezogen, da wir somit nahezu 2 volle Tage fuer Kathmandu zur Verfuegung hatten.
Den Samstag haben wir genutzt, um das Zentrum Kathmandus zu erkunden. Allerdings war es zunaechst garnicht so einfach dorthin zu gelangen. In Nepal wurde kuerzlich der Koenig abgesetzt und es gibt immer mal wieder ein paar Unruhen und Proteste. Und gerade an diesem Wochenende sind viele auf die Strassen gegangen um gegen zu hohe Preise und sonstiges zu protestieren und haben die Hauptverkehrswege blockiert. Und so versuchte uns der Fahrer vom Hotel ueber Nebenstrassen und Feldwege ins Zentrum zu bringen. Er hat es auch fast geschafft, 1 Kilometer vorm Ziel war dann aber kein Durchkommen mehr und wir mussten den Rest des Weges zu Fuss zuruecklegen, was aber zu verschmerzen war. Ausser diesen kleinen Problemen hat man aber nichts von Unruhen mitbekommen und man hatte zu keiner Zeit das Gefuehl, dass die Stadt unsicher sei.
Kathmandu hat viele historische Hindu-Tempel und diese waren unser primaeres Ziel fuer den Tag. Die Tempel sind auch wirklich sehr interessant, leider fehlt dem Land aehnlich wie Indien ein wenig der Sinn dafuer seine historischen Staetten zu pflegen und sauber zu halten. Und so lag leider recht viel Muell herum und die Tauben haben die Tempelanlagen vollgesch... Hinzu kommt, dass zumindest in Europa die meisten touristischen Attraktionen zur Fussgaengerzone erklaert wurden und man somit in Ruhe umherschlendern kann. Nicht so allerdings in Nepal, hier sausen Fahrraeder, Roller, Motorraeder und Autos um einen herum und man muss beim Fotografieren der Tempel aufpassen, dass man nicht platt gemacht wird. Nachmittags sind wir dann wieder zurueck zum Hotel, wofuer wir den Fahrer des Hotels angerufen haben, da Taxis aufgrund der Proteste nicht unterwegs waren. Der hat uns dann vorgeschlagen noch einen kurzen Abstecher bei einer weiteren Tempelanlage zu machen, die zu einer der heiligsten Staetten Nepals gehoert. Und was uns da erwartet hat, war wirklich einen Stop wert. Neben den obligatorischen Tempelgebaeuden laeuft durch die Anlage ein kleiner Fluss, dessen Wasser als heilig gilt. Und so werden hier arme Leute, die sich keine klassische Beerdigung und ein Grab leisten koennen, am Ufer des Flusses verbrannt. Ja ihr habt richtig gehoert... verbrannt! Und das oeffentlich fuer jedermann. Man kann sich ganz in Ruhe ans Ufer des Flusses setzen und der Verbrennung zusehen. Und das passiert hier nicht etwa 2 oder 3 mal am Tag sondern im Minutentakt. Wir waren etwa 20 Minuten vor Ort und allein in dieser Zeit haben wir beobachten koennen wie drei weitere Tote herangetragen wurden. Die maennlichen Familienangehoerigen tragen den Verstorbenen in einem weissen Leinentuch ans Ufer, wo Holzscheite zu einer Art Bett aufeinandergestapelt sind. Dort wird der Verstorbene dann draufgelegt und anschliessend werden verschiedene spirituelle Rituale vollzogen, deren Sinn ich nicht so ganz nachvollziehen konnte. Zum Abschluss wird der Tote dann mit trockenem Stroh bedeckt und das Holz von unten angezuendet. Interessant war die Erklaerung unseres Fahrers, dass die Familienangehoerigen nach der Verbrennung fuer ein Jahr lang kein Fleisch mehr essen und ein Jahr lang ausschliesslich weisse Kleidung tragen. Auf der einen Seite war die Erfahrung einer oeffentlichen Verbrennung von Menschen zuzusehen doch sehr ungewoehnlich und der Geruch der in der Luft lag war auch recht unangenehm, andererseits war dies aber auch ein sehr interessantes und aufschlussreiches Erlebnis, dass mir von meinem Nepal-Trip vermutlich am staerksten im Gedaechtnis verankert bleiben wird.
Tja und nun sitze ich in Dubai und geniesse das Leben hier, das mit seinem Luxus in volligem Kontrast zu allem was ich Indien erlebt habe steht. Von Dubai gibt es dann naechste Woche mehr, wenn ich wieder zurueck in Good Old Germany bin.

Montag, 16. Juni 2008

Verbleibende Tage in Indien: 11 ... Puuuuh!

Es ist derzeit 22.25 Uhr indischer Ortszeit und es sind noch knapp 2 Stunden bis zum Anpfiff des Spiels Deutschland gegen Österreich. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken sitze ich nun hier mit meinem Deutschlandtrikot vorm Laptop und arbeite mal wieder etwas an meinem Bericht. Der Grund warum ich seit etwa 2 Wochen nichts mehr geschrieben habe, liegt nicht etwa daran, dass ich keine Lust habe etwas zu schreiben, sondern eher an dem Mangel der zu berichtenden Ereignisse. Am vorletzten Wochenende war ich in Cochin, im Südwesten von Indien und habe dennoch nichts davon gesehen, denn blöderweise habe ich beim Essen wohl wieder mal zu etwas falschem gegriffen (im Prinzip ist hier fast alles das Falsche). Angefangen hat alles am Freitag kurz vor dem Hinflug und plötzlich ging es mir dann so richtig schlecht und ich musste leider auf dem Weg nach Cochin mehrmals die Toilette aufsuchen. Und da es am nächsten Tag immer noch nicht besser ging, habe ich dann notgedrungen den Samstag im Hotelzimmer verbracht, mit Wasser und ein wenig Toastbrot. Erst Samstag Nachmittag wurde es dann langsam besser, doch da war das Wochenende auch fast schon gelaufen, denn Sonntag mussten wir schon früh morgens wieder, aufgrund mangelnder Flugverbindungen, den Rückflug nach Vijayawada antreten. Das Wochenende hätte ich mir also getrost schenken können.
Das gerade zurückliegende Wochenende sind wir dann nach Bangalore geflogen, allerdings nur aus dem Grund da wir keine besseren Optionen haben. Es gibt zwar in Indien noch wirklich interessante Ecken, die man für ein Wochenende in Angriff nehmen könnte (Bombay, Jaipur, Goa, Himalaya etc.), aber die sind von Vijayawada einfach nicht erreichbar. Bangalore gilt aufgrund der vielen IT-Firmen als Silicon Valley Indiens, aber für touristische Zwecke hat es außer ein paar Regierungsgebäuden nicht wirklich etwas zu bieten. Der Höhepunkt war eine Fahrt in einem Tuk Tuk, dem für Indien typischen dreirädrigen Kleintaxi. Der Fahrer war so happy über zwei Touristen an Bord, dass er uns gleich für mehrere Stunden seinen Dienst angeboten hat und so haben wir die wenigen touristischen Punkte Bangalores in einem Tuk Tuk abgeklappert. Anschließend hat er uns dann noch zu nem Pizza Hut gefahren, damit wir unser Lunch einnehmen konnten, hat 45 Minuten vor der Tür auf uns gewartet und uns anschließend wieder zurück zu unserem Hotel gefahren. Für diesen ausgiebigen Service mussten wir dann auch schon ziemlich tief in die Tasche greifen, mit umgerechnet knapp 1,5 Euro. Kaum zu glauben, dass sich das für den Fahrer wirklich lohnt, aber wir vermuten, dass die Einheimischen noch weniger zahlen.
Nun ja, wie ihr seht gibt es nicht viel zu erzählen was die Wochenenden betrifft, aber zumindest was meine weitere Einsatztätigkeit angeht gibt es mal wieder etwas zu ergänzen. Denn am Freitag haben wir die Planung für Runde 5 im September und Oktober erhalten. Als ich die Email im Postfach gesehen habe war ich ganz schön gespannt, denn schließlich waren wieder begehrte Ziele wie Japan und Mexiko im Topf. Allerdings hat mich mein Glück scheinbar verlassen, denn ich habe wieder nicht eine meiner Präferenzen erhalten. Statt Japan oder Mexiko geht es für mich auf die Philippinen. Man muss dazu sagen, dass die Philippinen in diesem Jahr den höchsten Bedarf an Auditors hat und nach der Runde im September/Oktober wird jeder aus unserem Team mindestens einmal dort eingesetzt gewesen sein. Der Grund hierfür ist, dass die lokale Niederlassung dort vor Ort im letzten Jahr noch unabhängig von der Konzernzentrale in Atlanta war und dann in den Konzern reintegriert wurde. Dies war mit erheblichem Restrukturierungsaufwand und Risiko verbunden, wo wir als Auditor dann ins Spiel kommen, um die Prozesse zu überwachen und zu überprüfen. Und so sind derzeit in Runde 4 über 20 unserer Kollegen dort vor Ort, in der nächsten Runde ca. 6 Mann und dann ab September wieder 18 Kollegen einschließlich mir. Zwei unserer Kollegen sind sogar für alle drei Runden auf den Philippinen eingesetzt und verbringen somit 6 Monate am Stück dort. So schlecht ist es mir also garnicht ergangen. Und mit 18 Mann gleichzeitig vor Ort, was der Hälfte unserer Abteilung entspricht, ist auch ne Menge Spaß garantiert. Aber nun muss erst einmal Indien hinter mich gebracht werden und dann steht ja bekanntlich noch Good Old Germany an, mit dem krönenden Abschluss Neusser Schützenfest, bevor es anschließend auf die Philippinen geht.

Dienstag, 3. Juni 2008

Halbzeit in Indien - Ergebnis 0:0

Wieder einmal sind zwei Wochenenden vorüber und die erste Halbzeit im Spiel Gerry vs. Indien ist überstanden. Die Heimmannschaft aus Vijayawada setzt mich zwar ganz schön unter Druck und scheint klarer Favorit zu sein, aber ich stemme mich mit aller Gewalt gegen den vermeintlich übermächtigen Gegner. Kurzzeitig hatte er mich auch schon einmal kurz an den Rand einer Niederlage gespielt, als mich der Spieler "Tandoori Chicken" mit einem strammen Schuß in die Magengegend zu Fall gebracht hat und ich am Spielfeldrand behandelt werden musste (=einen Tag krank im Hotelzimmer). Aber ich habe mich tapfer wieder aufgerappelt und versuche das knappe Unentschieden über die verbliebene Spielzeit von 4 Wochen zu retten. Soviel zunächst einmal zum Auftakt der Fussball-EM aus der Reporterkabine von Heribert Faßinder.

Die letzten beiden Wochenenden sind eher ruhig verlaufen und sind nicht mehr ganz so aufregend wie noch zuvor beim Taj Mahal oder auch in Costa Rica, aber man versucht das Beste daraus zu machen. Das vorletzte Wochenende habe ich südlich von Chennai (früher: Madras) in einem schönen Strandresort verbracht. Mein Kollege aus China, wollte mich ursprünglich begleiten, nachdem er allerdings die Flieger gesehen hat, die von Vijayawada aus abgehen, vermeidet er lieber das Fliegen und ist in Vijayawada geblieben. Und so habe ich mich also alleine in die kleine Propellermaschine gesetzt um in das eine Flugstunde entfernte Chennai zu gelangen. Das Resort war sehr ruhig gelegen und mit vielen Palmen gestaltet und hat einen so mal ein wenig von dem Lärm und Dreck Indiens abgelenkt. Daher bestand das Wochenende auch in erster Linie aus sonnen und relaxen. Doch da ich nicht nur auf der faulen Haut liegen wollte, habe ich mich dazu entschlossen mir auch ein wenig die Umgebung anzuschauen und habe mir einen Fahrer vom Hotel für den Samstag Vormittag genommen. Etwa 20 Kilometer südlich des Resorts liegt der Ort Mamallapuram, eine kleine Stadt deren Tempel und Monumente zum UNESCO-Welterbe gehören. Die Besichtigung dieser historische Stätten hat etwa 2,5 Stunden gedauert und war recht interessant, wenn auch nicht weltbewegend. Das interessanteste aus meiner Sicht war ein riesiger runder Felsblock namens Krishna's Butter Ball, der an einer leichten Steigung auf freiem Felde liegt und den Anschein erweckt er würde jeden Moment losrollen und einen erschlagen. Gegen Mittag war ich dann aber aufgrund der Hitze auch wieder froh im Hotel zu sein und einen schattigen Platz am Pool zu finden. Und auf diese Weise habe ich dann auch den Rest meines Wochenendes verbracht, mit einem gelegentlichen Sprung ins kühle Nass, ein wenig Musik aus dem Ipod, einem guten Buch und dem ein oder anderen Nickerchen.

Kommen wir nun also zum nächsten oder letzten Wochenende., das wir in Hyderabad verbracht haben. Hyderabad ist die sechstgrößte Stadt Indiens mit 3,7 Millionen Einwohnern und damit größer als Berlin und liegt ca. 270 Kilometer von Vijayawada entfernt. Da die einzige Flugverbindung nach Hyderabad bereits morgens um 11.30 Uhr geht und wir diese an einem Freitag, als Arbeitstag, nicht nehmen können, haben wir uns entschlossen einen Mietwagen samt Fahrer für das Wochenende zu buchen. Diese Entscheidung bereue ich jedoch heute noch, denn in unserem jugendlichen Leichtsinn haben wir geglaubt, die Strecke von 270 Kilometern könne man ja wohl in 4 Stunden zurücklegen. Tatsächlich hat es dann aber 6,5 Stunden gedauert. Und da ich ja zuvor schon einmal die Fahrweise der Inder versucht habe darzustellen, hat mich dieser Trip einige Male an den Rand eines Herzinfarkts gebracht. Besonders prickelnd waren z.B. immer folgende Situationen (es sei an dieser Stelle nochmals erwähnt, dass diese Geschichte nicht frei erfunden wurde, sondern auf einer wahren Begebenheit beruht): Man stelle sich eine gewöhnliche Landstraße vor, wie man sie auch aus Deutschland kennt. Unser Fahrer setzt zum Überholen eines anderen PKWs an, anstatt jedoch einen Gang herunterzuschalten, um zügig zu überholen, bleibt er einfach bei den momentan gefahrenen 70 kmh im fünften Gang und schleicht mit ruckelnden 1500 Umdrehungen auf Augenhöhe seines indischen Kollegen. Zum gleichen Zeitpunkt entscheidet sich jedoch dummerweise auch im Gegenverkehr ein Lkw dazu, dass er mal an einem Konvoi von 4 Tuk Tuks vorbeiziehen könnte. Und so kommt es dann, dass man sich unter Dauerhupen, in Verbindung mit einem epileptischem Anfall der Lichthupe langsam annähert, um im letzten Moment mit einem ruckartigen Reißen am Steuer wieder auf seine ursprünglich zugewiesene Fahrbahnseite zurückzukehren. Auch immer wieder lustig sind die Situationen, in denen man bereits in etwa 100 Meter Entfernung am Strassenrand eine Gruppe von Kühen sieht und sich kurz bevor man diese passiert eines dieser Rindviecher dazu entschließt, es könnte doch mal die Straßenseite wechseln. Vielleicht schmeckt der Müll auf der anderen Seite der Strasse ja besser. Wenn dann unser Fahrzeug nach einer Vollbremsung kurz vor der teilnahmslosen Schnauze dieser Kuh zum Stehen kommt, bestätigt sich meine Entscheidung doch immer wieder, ein saftiges Steak einem Gratin von Broccoli und Blumenkohl vorzuziehen. Nun ja, wir sind ja doch irgendwie heil in Hyderabad angekommen und da ich jetzt hier sitze und an diesem Bericht schreibe, auch wieder ohne gebrochene Hände oder andere Körperteile zurückgekommen.

Auch Hyderabad war wieder ausgefüllt von einem Mix aus Sightseeing und Entspannung. Hyderabad gilt als eine der am stärksten islamisch geprägten Städte Indiens und besitzt die größte Moschee Indiens, welche unter anderem auf dem Programm unserer Tour stand. Desweiteren haben wir Charminar, einen Torbogen mit vier Minaretten, Golconda, eine Festungsanlage aus dem 16. Jahrhundert und den See Hussain Sagar, mit einer 17 Meter hohen Buddha-Statue in der Mitte des Sees besichtigt. Den Sonntag habe ich dann wiederum am Hotel-Pool verbracht, auch aus dem Grunde, dass wir uns aufgrund der langen Fahrtzeit dazu entschlossen haben schon um 14 Uhr wieder die Rückfahrt anzutreten.

Und nun sitze ich im Hotelzimmer und fiebere dem Beginn der EM entgegen, obwohl man hier nicht allzu viel davon mitbekommt. Zum Glück empfangen wir im Hotel den Sportsender ESPN, der alle Spiele live übertragen wird. Blöd ist nur, dass die Spiele aufgrund der Zeitverschiebung hier jeweils erst um 21.30 Uhr bzw. der Großteil der Spiele um 00.15 Uhr Ortszeit beginnen. Nun ja, zumindest habe ich mir fest vorgenommen alle Deutschlandspiele anzuschauen und das sind ja bekanntermaßen sechs einschließlich dem FINALE! :-)