Montag, 7. Dezember 2009

Back in Europe

Tja, die Faulheit hat doch wieder einmal gesiegt und es gilt nun 4 Wochen aufzuholen. Das interessante an Bruessel ist, dass ich nicht so wie sonst 7 oder 8 Wochen in Bruessel verweile, sondern als Teils des Projektes war es notwendig, dass ich zu drei weiteren europaeische Niederlassungen musste, um mir dort gewisse Prozesse anzuschauen. Und so hatte ich das Vergnuegen bereits nach einer Woche Bruessel wieder zu verlassen, um nach London, Berlin und Madrid aufzubrechen. London in der Vorweihnachtszeit ist natuerlich auch nicht schlecht, jedoch hat leider mal wieder das typisch britische Wetter, mit viel Regen vorgeherrscht. Dazu kam noch, dass ich nach der langen Zeit in warmen Gefilden (Griechenland, Kenya, Philippinen und Brasilien) die europaeische Kaelte im November nicht mehr gewohnt war und mir doch gleich mal eine Erkaeltung eingefangen habe. Nein, nein... keine Schweinegrippe wie jetzt mach einer vermuten mag. Lediglich eine Erkaeltung mit Schnupfen, Husten und Halsschmerzen. Aber das, vereint mit dem nass-trueben Wetter in London, hat mir dann doch ein wenig die Laune vermiest, abends nach der Arbeit noch durch London zu ziehen. Ein wenig habe ich mich aber doch aus dem Hotel getraut, um wenigstens nochmals solche Highlights wie z.B. Big Ben, St. Pauls Cathedral, Picadilly Circus und weitere zu sehen. Und auch die schon weihnachtlich beleuchteten Strassen, haben zu einem kleinen Schaufensterbummel eingeladen. Gekauft habe ich jedoch nichts, damit warte ich dann noch bis Januar, wenn ich wieder in Atlanta bin, denn dort macht das shoppen aufgrund des schwachen Dollarkurses doch viel mehr Spass. An dem auf London folgenden Wochenende habe ich einen Tag dazu genutzt, um das nicht weit entfernte Stonehenge zu besichtigen. Gerade mal etwas mehr als eine Autostunde von London entfernt, locken die mysterioesen Steinringe, von denen keiner so ganz weiss wie sie dort hingekommen sind und welchen Zweck sie zur damaligen Zeit erfuellen sollten, viele Touristen an. Ein Tagestrip reicht aber auch vollkommen aus, denn erst einmal angekommen, geht man kurz fuer 15-20 Minuten um die Steinringe herum, hoert sich die Kommentare des kostenlosen Audioguides an und dann kann man im Grunde auch schon wieder die Rueckfahrt antreten. Ganz interessant, aber jetzt auch nicht wirklich sooo spektakulaer. Da ich noch genuegend Zeit hatte, bis ich am Flughafen von Heathrow sein musste, habe ich auf dem Rueckweg noch ausserplanmaessig einen Zwischenstop am Schloss Windsor gemacht, welches jedem Adelkenner bekannt sein sollte. Mir ist es zwar nicht so ganz gelaeufig, wer da jetzt gelegentlich residiert; die Queen, Prinz Charles oder wer auch immer... aber sehenswert war es trotzdem mal. Besser als 2 Stunden unnoetig am Flughafen herumzusitzen :-).
Nach London ging es dann erst einmal wieder fuer ne Woche zurueck nach Bruessel. Von der Woche in Bruessel gibt es jetzt nicht wirklich viel spannendes zu berichten, aber eine kleine Geschichte moechte ich hier doch kurz anbringen. Fuer einige Mannschaften, die sich in der WM-Qualifikation nicht allzu sehr mit Ruhm bekleckert haben, gab es bekanntermassen ueber die Platzierung als Gruppenzweiter, noch die Moeglichkeit sich per Relegationsspiel fuer die WM zu qualifizieren. Und da Teil unseres Teams in Bruessel, Hazel aus Dublin ist, haben wir uns an dem Abend in ein bekanntes Irish Pub gemacht, um mit vielen Fussballverrueckten das Spiel Frankreich gegen Irland anzuschauen. Wie das Spiel nach 120 Minuten und etlichen Bier im Pub ausgegangen ist, muss ich ja wohl keinem erzaehlen, denn so ein Spiel gegen Irland gewinnt Frankreich doch mit links, oder solch ich besser sagen mit der linken Hand. Die Stimmung war danach bei den Iren natuerlich ein wenig bedrueckt und so haben wir den Pub dann auch zuegig verlassen. Der eigentliche Hoehepunkt kam dann jedoch auf der Strasse. Bruessel, dass als EU-Hauptstadt doch sehr multikulturell ist, hat interessanterweise auch eine sehr hohe Anzahl algerischer Mitbuerger. Und die haben an dem Abend ebenfalls per Relegation gegen Aegypten die WM-Qualifikation geschafft und gleich einmal ganz Bruessel mit Hupkonzert und lautem Gesang aufgemischt. Das sah dann ungefaehr so aus, wie wenn die Tuerkei in Deutschland die WM gewonnen haette. Da haben wir dann kurzerhand noch ein letztes Bierchen auf der Strasse zu uns genommen, um das Spektakel zu verfolgen. Danach ging es dann aber wieder ab ins Hotel, denn schliesslich stand am naechsten Tag die Arbeit wieder an.
Um bei einem 7woechigen Audit in Bruessel wenigstens ein wenig von Belgien zu sehen, habe ich das Wochenende danach in Bruegge verbracht, was wohl als das beliebteste Ziel Belgiens gilt. Und siehe da, ich war positiv ueberrascht. Obwohl nicht besonders gross, versprueht die Stadt, mit ihren zahlreichen historischen Gebaeuden, Kirchen, schmalen Gassen und Kanaelen unheimlich viel Charme und ich habe den kurzen Trip von Bruessel nicht bereut. Sonntags mittags ging es dann aber schon weiter nach Berlin, wo ich die kommende Woche verbracht habe. In Berlin, war ich in den vergangenen zwei Jahren bei Coke nun doch schon so einige Male und so war der Reiz durch die Stadt zu ziehen, nicht mehr ganz so gross. Dies wurde auch dadurch beguenstigt, dass das Wetter im November nicht gerade zu abendlichen Stadterkundungen beitraegt. Aber zumindest den ein oder anderen Weihnachtsmarkt, die puenktlich zu meinem Eintreffen in Berlin ihre Pforten geoeffnet hatten, habe ich besucht und meinen ersten Gluehwein sowie meine ersten heissen Maronen in diesem Jahr getrunken bzw. gegessen. Freitag Nachmittag habe ich Berlin dann auch schon wieder verlassen und mich in den Flieger in Richtung Madrid gesetzt.
Madrid war jetzt Neuland fuer mich, denn dort war ich im Gegensatz zu London und Berlin zuvor noch nicht. Der Samstag wurde daher dazu genutzt, die Sehenswuerdigkeiten Madrids per Fuss zu erkunden. Daher hatte ich am Abend auch ganz schoen platte Fuesse, aber dennoch musste ich abends noch raus um das Nightlife in Madrid in Angriff zu nehmen. Denn Diego, einer meiner besten Kollegen bei Coke, kommt aus Madrid und hat mir sozusagen befohlen in Madrid auszugehen. Und da er derzeit bei einem Audit in China ist und mir nicht persoenlich die besten Bars und Clubs nahebringen konnte, hat er es sich nicht nehmen lassen, kurzerhand zwei seiner Freunde zu kontaktieren und zu beauftragen mich in ihre Obhut zu nehmen. Und so habe ich mich dann also um 20Uhr, mit zwei mir zuvor vollkommen fremden Spaniern getroffen, um mich ins Madrider Nachtleben zu stuerzen. Nach und nach sind dann noch mehr Freunde hinzugestossen und wir haben den Abend mit viel Tapas und Cerveza bis 5 Uhr in der Frueh durchgefeiert. Neben Bier sind aber auch ein paar Longdrinks und spanische Liqueurs eingeworen worden, die am Sonntag dann leider fuer einen leichten Kater gesorgt haben und meine weiteren Erkundungen Madrids gestoppt haben.Tja und nun ist auch die Arbeitswoche in Madrid bereits wieder vorbei, ich befinde mich in meinem Wochenende in Granada und in etwas mehr als zwei Wochen steht Weihnachten schon wieder vor der Tuer. Die Zeit ist wieder einmal wie im Flug vergangen, die kommenden zwei Arbeitswochen schaffe ich auch noch mit links und dann freue ich mich erst einmal auf drei Wochen Urlaub alias Homeleave.

(Bilder: 1. London, 2. Stonehenge, 3. Windsor Castle, 4. Bruegge, 5. Bruegge, 6. Madrid)