Sonntag, 12. September 2010

Argentinien

Es gibt wieder einmal einiges aufzuholen, denn auch meine Zeit in Argentinien ist bereits wieder seit 2 Wochen vorbei. Bevor ich in diesem Job angefangen habe, zählte Argentinien immer zu einer der Ziele die ganz oben auf meiner Liste standen. Nach den 8 Wochen dort, muss ich allerdings sagen, dass ich ein wenig enttäuscht war. Das Land hat nicht gehalten, was ich mir erhofft hatte. Die Menschen sind nicht so herzlich wie in manch anderen Regionen der Welt und von einem Sightsseing Standpunkt hat Argentinien ebenfalls nicht allzu viel zu bieten. Das bedeutet jetzt nicht, dass ich eine schreckliche Zeit dort hatte, denn auch hier habe ich teilweise wieder tolle Wochenenden erlebt, aber von 7 Wochenenden habe ich nur 2-3 so richtig genossen. Und auf diese Wochenenden, die alle zum Schluss der 8 Wochen kamen, will ich mich daher in diesem Bericht auch konzentrieren.

Lasst mich nur kurz auch auf die ersten Wochenenden zu sprechen kommen.
Begonnen hat es mit Mendoza, die Stadt die als Zentrum argentinischer Weine gilt. Nur ein Wort: Schrecklich. Solltet ihr jemals nach Argentinien kommen, lasst euch bloss nicht dazu überreden, dort einen Stop zu machen. Die Stadt hat absolut nichts zu bieten und die Weingüter versprühen den Charme stillgelegter Industrieanlagen, um es überspitzt auszudrücken. Jede Weinregion in Frankreich, Italien, Deutschland und ganz speziell Südafrika ist um Längen attraktiver als Mendoza.

Danach ging es nach Cordoba, aus Mangel an Alternativen, wo Diego und ich das Wochenende ganz dem Feiern gewidmet haben, denn auch Cordoba hat nichts zu bieten.

Wochenende 3 sind wir in Buenos Aires geblieben. Hier muss ich jetzt mal die argentinischen Städte verteidigen, denn Buenos Aires ist wirklich nett und wenn die Stadt auch nicht viele Sehenswürdigkeiten bietet, so gibt es doch einige schöne Ecken.

Das vierte Wochenende ging es nach Salta im Norden des Landes. Die kleine Stadt, die als die besterhaltene Stadt im Kolonialstil gilt, war wirklich sehr schön. Allerdings haben wir am ersten Tag den Fehler gemacht und uns in einen Zug gesetzt, der zu einer der Attraktionen des Landes zählen soll. Der Zug fährt von Salta hoch in die Anden, über zahlreiche Brücken und Viadukte und soll eine herrliche Aussicht auf die Landschaft bieten. Was uns jedoch keiner gesagt hat ist, dass die Zugfahrt etwa 15 Stunden dauert. Und so sassen wir also 15 Stunden in diesem Zug und die angebliche Attraktivität der Andenlandschaft hat uns bereits nach 1-2 Stunden genügt.

Nun ja, dass waren die ersten 4 Wochenenden, die eher nicht so berauschend waren. Dafür wurden die folgenden Wochenenden wesentlich besser. Es ging zunächst weiter mit El Calafate und dem Gletscher Nationalpark im südlichsten Teil Patagoniens. In diesem teil des Landes befindet man sich nahezu am südlichsten Zipfel Südamerikas und man kommt in den Genuss riesiger Gletscher, die in allen Blautönen erstrahlen. Dort haben wir eine Bootstour gemacht um die Gletscher aus der Nähe zu betrachten und haben anschliessend noch die Gelegenheit gehabt ein kurze Wanderung auf dem Gletscher zu machen. Ausgerüstet mit Steigeisen an den Schuhen wie man sie vom Eisklettern vielleicht kennt, haben wir uns auf dem Gletscher bewegt und haben als krönenden Abschluss einen Whiskey on the rocks getrunken, mit frischem Eis, dass wir aus dem Gletscher geschlagen haben. Dies war das erste so richtig gelungene Wochenende in Argentinien.

Der Höhepunkt kam dann am folgenden Wochenende, an dem wir auf die Osterinsel geflogen sind. Die Ironie an der Geschichte ist, dass wir die beste Zeit an dem einzigen Wochenende erlebt haben, an dem wir das Land verlassen haben, denn die Osterinsel gehören zu Chile. Die Anreise auf die Osterinsel gestaltet sich allerdings etwas schwierig, denn wer sich mal auf einer Karte angeschaut wo die liegt, der wird festgestellt haben, in the middle of nowhere. Die Insel liegt im Pazifik, irgendwo zwischen Chile und Neuseeland. Wer vor vielen hundert Jahren erstmals auf diese kleine Insel gestossen ist, muss mehr Glück als Verstand gehabt haben. Denn die Insel misst nur etwa 25km Länge und ist etwas mehr als 10 km breit. Ein wirklich kleines Eiland auf dem gerade einmal 4000 Menschen Leben und das 3500km von Chile entfernt ist. Um Dorthin zu gelangen sind wir etwa 3 Stunden von Buenos Aires nach Santiago de Chile geflogen, wo wir erst einmal einen Tag geblieben sind, um uns die Hauptstadt Chile anzuschauen. Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Flieger weiter auf die Osterinsel, was weitere 5 Stunden Flugzeit bedeutete. Nun fragt sich wahrscheinlich jemand, warum um Gottes Willen reist man dorthin. Die Antwort ist ganz einfach. Weil dieses Ziel einfach soooooo exotisch ist und aufgrund der Moais. Die Moais sind reisige aus Fels gemeisselte Statuen, die überall auf der Insel verteilt sind. Der genaue Grund warum diese kolossalen Skulpturen errichtet wurden ist bis heute nicht wirklich bekannt, es hat wohl aber zeremonielle Hintergründe, da häufig mehrere Statuen zusammen auf einer Plattform errichtet wurden. Was auch immer der Grund war, es ist auf jeden Fall ein faszinierendes Erlebnis in Verbindung mit dem stürmischen Pazifik der an eine der Küsten peitscht. Fährt man dann nur wenige Kilometer weiter an eine andere Stelle der Küste, steht man plötzlich vor einem palmengesäumten Strand wie man ihn eher aus der Karibik oder Südostasien kennt. Eine wirklich beeindruckende kleine Insel, die die lange Anreise mehr als wert war.

Das letzte Wochenende ging es zum Snowboarden, denn schliesslich war in Argentinien im August ja noch Winter. Inzwischen bin ich zum Skifahren/Snowboarden bereits in Deutschland, Östereich, der Schweiz, Italien, Frankreich und Dubai (Skihalle J ) gewesen. Da war Snowaboarden in Südamerika doch mal was anderes. Und das Mekka in Südamerika dafür heisst Bariloche. Das grösste Skiresort Südamerikas ist zwar verglichen zu manchen Orten in den Alpen immer noch recht klein, aber mit knapp 100km Pisten, vollkommen ausreichend für ein Wochenende. Zudem liegt das Skigebiet wunderschön gelegen, umgeben von mehreren Seen.

Tja, und dieses letzte Wochenende in den Bergen war gleichzeitig auch ein gelungener Übergang in mein neues Leben. Denn wie die meisten wohl bereits wissen, war dies meine letzter Einsatz als Auditor für Coca-Cola und das Ende meiner weltweiten Reisen. Nach 2 Jahren und 8 Monaten Abenteuern habe ich mich dazu entschlossen, dem Nomadenleben ein Ende zu setzen und wieder an einem Ort festen Fuss zu fassen. Und dieser eine Ort ist Zürich. Seit einer Woche arbeite ich jetzt in Zürich, weiterhin für Coca-Cola und darf die Alpenrepublik meine neue Heimat nennen. Das heisst in Zukunft kann ich viele weitere Wochenenden in den Bergen zum Snowboarden verbringen.
(Bilder: 1. La Boca, Buenos Aires; 2. Salta; 3.+4. Perito Moreno Gletscher; 5. Santiago de Chile; 6. Osterinsel; 7. Bariloche)

Montag, 26. Juli 2010

Ägypten

Ich sitze momentan im Hotelzimmer in Buenos Aires und wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich einen nassen und kalten Tag im argentinischen Winter. Was bietet sich da besser an, als über die 2 Monate meines letzten Audits in Ägypten zu schreiben.

Ganz im Gegensatz zu dem stürmischen Wetter hier in Argentinien, hatten wir in Kairo 8 Wochen lang keinen Tropfen Regen. Begleitet wurde dieses Wetter von konstant heißen Temperaturen, mit Maximalwerten bis zu 48 Grad Celsius. Da war man zeitweise froh wenn man den Tag im klimatisierten Office verbringen konnte. Trotz dieser verrückten Temperaturen, habe ich die Zeit in Ägypten sehr genossen und wir hatten wirklich sehr gute und unterschiedliche Wochenenden.

Da wir ein Wochenende in Kairo verbringen wollten, bot sich direkt das Erste dafür an. Die Planung der Ziele, Flüge und Hotels war noch nicht so sehr fortgeschritten und Kairo selbst hat ja reichlich für ein Wochenende zu bieten. Die meisten der Kollegen hatten die Pyramiden von Gizeh noch nicht gesehen und so war dies natürlich das erste Ziel für sie an diesem Wochenende. Da ich dies bereits zuvor an einem meiner Wochenenden eingebaut hatte, habe ich es vorgezogen den Morgen entspannt am Hotelpool zu verbringen. Am frühen Nachmittag bin ich dann zum Rest der Truppe gestoßen. Als nächstes stand der Bazaar Khan El Khalili auf dem Programm, wo man durch die engen Gassen spazieren kann und umgeben ist von orientalischen Tönen, Düften und Souvenirs. Der Großteil der dort zu erwerbenden Dinge ist zwar ziemlicher Kitsch, aber der ein oder andere Laden besitzt doch ganz nette Souvenirs, wie z.B. traditionelle Lampen. Dies war im Grunde auch schon das ganze Programm an dem Tag. Am nächsten Tag ging es dann noch zu den Pyramiden von Sakkara, die sogar noch älter sind als die Pyramiden von Gizeh. Sie sind jedoch wesentlich kleiner und daher nicht der Anziehungspunkt wie Gizeh. Von dort weiter in eine der vielen sehenswerten Moscheen, den christlich orthodoxen Teil Kairos und zur Citadel, von wo man einen herrlichen Blick über Kairo genießt und wo eine der bedeutendsten Moscheen Kairos steht.

Am zweiten Wochenende haben wir einen Trip in die Wüste unternommen, der nicht unbedingt zum Standardprogramm jeder Ägyptenreise zählt. Über die Bahariya Oase ging es weiter in die Weiße Wüste. Die Wüste hat ihren Namen aufgrund des dort vorherrschenden weißen Kalksteins. Dort in dieser kargen Landschaft, mit ihren bizarren weißen Felsformationen, haben wir eine Nacht unter freiem Himmel übernachtet. Die Kulisse ist einfach unglaublich beeindruckend und erinnert eher an den Mond. Man hört wirklich keinen Ton und auch andere Menschen sind weit und breit nicht zu sehen. Allerdings sollte man diesen Trip nicht alleine unternehmen, da man sich schnell verirrt und daher haben auch wir auf erfahrene Führer zurückgegriffen. Geschlafen haben wir tatsächlich unter freiem Himmel, denn nicht einmal Zelte hatten wir. Lediglich eine Matte und ein Schlafsack für jeden mussten reichen. Als die Sonne dann untergegangen war, wurde es auch recht kühl, wir haben ein Lagerfeuer gemacht und einer unserer Führer hat uns ein schmackhaftes Abendessen mit Hühnchen, Reis und Gemüse zubereitet. Wir haben dann auch recht schnell Besuch bekommen, von zwei Wüstenfüchsen, die hungrig um unser provisorisches Lager gelaufen sind und auch die ganze Nacht dicht an uns herangekommen sind. Gefressen wurden wir von den putzigen Kameraden aber nicht.

Weiter ging es am dritten Wochenende mit einem der bedeutendsten Tempel Ägypten, Abu Simbel. Ziel hierfür war zunächst einmal Assuan, im südlichsten Teil Ägyptens wo wir übernachtet haben. Am nächsten Morgen, oder sollte ich besser Nacht sagen, ging es dann auf die dreistündige Fahrt nach Abu Simbel. Unser Minibus startete um 4 Uhr morgens und aufgrund der Sicherheitslage in diesem Teil des Landes fuhren alle Busse zusammen in einem Konvoi. Sich um diese Uhrzeit für drei Stunden in einen Bus zu setzen, kostet zwar ein wenig Überwindung, aber der Anblick des prächtigen Tempel Ramses II. war dies wert.
Am nächsten Tag stand dann eine Bootsfahrt auf dem Nil an, in einem der klassischen ägyptischen Segelboote, Felucca genannt. Im Internet sind wir glücklicherweise auf ein umwerfendes schönes Boot getroffen, das man ganz für sich alleine für einen Tag mieten konnte. Die ‚Glory of Nubia’. Das Boot war in einem wunderbar traditionellen Stil gehalten und da unsere Gruppe nur aus 7 Personen bestand, war das Boot mit komfortablen Matten ausgelegt, auf denen es sich wunderbar entspannen ließ. Der Anbieter dieses Bootes hatte verschiedene Touren im Angebot und wir haben uns für die nubische Tour entschieden, die den Besuch eines nubischen Dorfes beinhaltete, den Besuch des nubischen Museums und ein nubisches Mittagessen an Bord. Und wie sollte es in Ägypten anders sein, war natürlich auch noch ein Kamelritt zum Dorf inbegriffen. Der Tag war herrlich relaxt und hat seinen Ausklang bei einem kühlen Bier am Pool des Hotels gefunden.

Da Diegos und mein Touristenvisum mit dem wir ins Land eingereist sind nur für 30 Tage gültig war, haben wir nach 4 Wochen das Land für zwei Tage verlassen. Das Ziel unseres Wochenendes hieß Damaskus in Syrien. Beim Namen Syrien, mag jetzt manch einer denken, oh mein Gott, ist das denn sicher. Ich kann aber jeden beruhigen, denn zumindest der Teil des Landes den wir bereist haben, ist absolut sicher und hat nichts mit den Entführungsnachrichten zu tun, wie man sie aus Afghanistan, Jemen oder dem Somalia kennt. Und ich habe die Entscheidung nach Damaskus zu fliegen auch keine Minute bereut. Damaskus mit seiner wunderschönen Altstadt und der beeindruckend schönen Umayyaden-Moschee die zum UNESCO Weltkulturerbe zählen, ist unheimlich interessant und versprüht den wahren Charme des Orients, wie ich ihn in der Megastadt Kairo mit seinen nahezu 20 Millionen Einwohner und dem damit einhergehenden Chaos eher vermisst habe. Auch das Schlendern durch einen der vielen Bazaare, war eine ganz andere Erfahrung, denn man wird nicht wie in Ägypten, alle 2 Meter von einem der aufdringlichen Shopverkäufern belästigt und kann in Ruhe das traditionelle Gut, das zum Verkauf angeboten wird, betrachten. Anders als in Ägypten wo man auf Schritt und Tritt auf Touristen trifft, ist man in Syrien noch eher eine Minderheit. Neben Damascus, haben wir auch noch einen Trip in das 3 Stunden entfernte Palmyra gemacht. Palmyra ist eine Ruinenstadt mit Amphitheater, Tempelanlagen und Strassen, die eine der Hauptattraktionen des Landes ist. Leider hat die Sonne an diesem Tag gnadenlos vom Himmel gebrannt mit Temperaturen um die 45 Grad, was die Besichtigung der Ruinen inmitten der Wüste, ziemlich strapaziös gemacht hat.

Der Höhepunkt vieler Ägyptenreisender stand am fünften Wochenende auf dem Plan, mit dem Besuch von Luxor. Luxor und das angrenzende Dorf Karnak, bieten derart viele Tempel und historische Schätze, dass es nahezu unmöglich ist alles in einem Wochenende abzudecken. Aber dennoch haben wir unsere Zeit dort gut genutzt und haben die Highlights allemal mitgenommen. Nachfolgend die Liste der Sehenswürdigkeiten, die wir in der glühenden Sonne besichtigt haben:
- Luxor Tempel: Große Tempelanlage zu Ehren des Gott Amun, seiner Gemahlin Mut und ihrem Sohn, dem Mondgott Chons
- Karnak Tempel: Noch größere Tempelanlage, die aus mehreren Tempeln und Bereichen besteht und die über Jahrtausende von den damaligen Herrschern errichtet wurde
- Tal der Könige: Tal umgeben von hohen Bergen, in dem sich über 60 Gräber befinden, inklusive derer der bedeutenden Herrscher des alten Ägypten
- Totentempel der Hatschepsut
- Koloss von Memnom
- Ramesseum, der Totentempel Ramses II.
- Medinet Habu, der Totentempel Ramses III:
- Heißluftballonfahrt über Luxor und die Nillandschaft
All das hat natürlich viel Kraft und Schweiß gekostet, aber gehört bei einer Ägyptenreise einfach zum Pflichtprogramm.

Das Luxor Wochenende wurde aber bei weitem übertroffen, von dem darauf folgenden. Ein absolutes Highlight und zusammen mit Machu Picchu eines der beeindruckendsten Bauwerke das ich den vergangenen 2 ½ Jahren bei Coke erleben durfte ist Petra. Petra ist eine verlassene Felsenstadt in Jordanien, welche in der Antike eine blühende Stadt war und die über beeindruckende Grabtempel verfügt. Das faszinierende an diesen Grabtempeln sind ihre Fassaden. Das Schatzhaus, das bekannteste Bauwerk von Petra ist etwa 40 Meter hoch und die Fassade wurde komplette aus dem direkt angrenzenden Fels gemeißelt. Erreicht wird Petra über eine 1,2 km lange Felsenschlucht, der so genannte Siq. Wenn man am Ende der Schlucht ankommt blickt man plötzlich auf das Schatzhaus und wird einfach nur erschlagen von dem herrlichen Anblick. Neben diesem Tempelgrab gibt es noch weitere, die nicht ganz so faszinierend sind, aber dennoch mehr als sehenswert. Den Trip dorthin macht man zwar auch besser im Frühling, denn die Temperaturen im Juni waren wie an allen Wochenenden deutlich zu hoch für einen Mitteleuropäer, aber dies hat die Faszination dieses Trips kaum geschmälert.
Die Fahrt nach Petra haben wir von Amman angetreten, der Hauptstadt Jordaniens, wo wir auch unser Hotel hatten. Am nächsten Tag haben wir dann einen weiteren interessanten Ausflug gemacht und zwar ans Tote Meer. Das Tote Meer ist der tiefstgelegene Punkt der Erde, mit 422m unter dem Meeresspiegel. Der See verfügt über einen 8fach höheren Salzgehalt als das Mittelmeer und erlaubt einem daher ohne jegliche Bewegung an der Wasseroberfläche zu schwimmen. Das Wasser hat zwar ein wenig seltsam gerochen und der Strand am See ist alles andere als ein herrlicher, mit Palmen gesäumter Karibikstrand, aber die Erfahrung von alleine wie eine Boje an der Wasseroberfläche zu treiben, war doch sehr witzig. Auf dem Rückweg haben wir noch einen Halt am Berg Nebo gemacht, an dem Moses im Alter von 120 gestorben sein soll und von wo man einen schönen Ausblick über den westlichen Teil Jordaniens mit dem Toten Meer hat.

Das letzte Wochenende in Ägypten habe ich dann dazu genutzt nach Hause zu fliegen, denn an diesem Freitag hatte meine Mutter ihren 60. Geburtstag und dafür tritt man auch einmal die etwas komplizierte Reise von Kairo nach Düsseldorf an. Aufgrund mangelnder Flüge von Kairo nach Düsseldorf musste ich nämlich mit Air Berlin über Berlin nach Düsseldorf fliegen und der Abflug von Kairo war bereits um 3.40 Uhr in der Nacht. Nach 4 ½ Stunden Flugzeit nach Berlin, einer Stunde Aufenthalt dort und einem 1stündigen Weiterflug nach Düsseldorf, bin ich dann letztendlich am Ziel gelandet. Für ein Wochenende zwar eine ziemlich lange Reise, aber es ist doch immer schön mal wieder in der Heimat zu sein.

Die letzte Woche in Kairo verging dann auch recht zügig und nach einem kurzen entspannenden Wochenende in El Gouna, das von viel Sonne und Schlaf geprägt war, ging die Reise weiter nach Argentinien. Die Umstellung war nicht ganz einfach, denn nach acht Wochen mit extrem heißen Temperaturen in Ägypten, erwartete mich der argentinische Winter in Buenos Aires, mit Temperaturen um die 10 Grad. Hier habe ich bereits drei Wochen hinter mir, mit bisher allerdings nicht zu spannenden Wochenenden.

Samstag, 3. Juli 2010

Suedafrika

Die letzten 4 Monate waren vor dem Hintergrund der Arbeitsbelastung doch ziemlich anstrengend und es gab kaum einen Tag an dem ich vor 19 Uhr das Buero verlassen habe. Das hat sich natuerlich auch auf das Verfassen meiner Berichte ausgewirkt. Am Abend nach Ankunft im Hotel noch schnell in ein Restaurant um sich zu staerken und dann war es meist auch schon nach 20 Uhr und wie dann meine Motivation aussieht um an meinem Blog zu arbeiten, kann man sich ja vorstellen. Gluecklich bin ich darueber zwar nicht, aber man muss halt Prioritaeten setzen. Die Zeit ist aber dennoch wie im Flug vergangen und nun gilt es halt knapp 4 Monate an Erlebnissen von zwei Audits in Suedafrika und Aegypten aufzuholen. Dazu bietet sich heute gluecklicherweise mal ein wenig Zeit, denn mein Audit in Aegypten ist seit gestern abgeschlossen und ich verbringe mein letztes Wochenende in El Gouna am roten Meer, um von dem ganzen Stress mal ein wenig abzuschalten und einfach nur die Sonne und Ruhe zu geniessen.

Fangen wir also mal mit Suedafrika an. Neben dem bereits oben erwaehnten Stress, war die Zeit im suedlichsten Teil Afrikas durchweg positiv. Die Mitarbeiter im Office vor Ort waren alle extrem nett und hilfsbereit und das ganze Land war in Vorfreude auf die Weltmeisterschaft, die derzeit in ihren Endzuegen steckt. Ueberall im Land konnte man Fanartikel erstehen, die Vuvuzelas die mit ihrem ohrenbetaeubendem Laerm momentan allen auf die Nerven gehen, gab es bei der Bestellung einer Pizza in Familiengroesse gratis dazu und der Freitag wurde vom Praesidenten offiziell als Fussballtag proklamiert, an dem jeder Angestellte ermutigt wurde im Fussballoutfit zur Arbeit zu gehen. Und damit auch unser Audit team dieser witzigen Idee folgen konnte, hat Coke uns auch gleich mal ein Original Fussballtrikot der heimischen Nationalmannschaft geschenkt. Freude auf eine Weltmeisterschaft im eigenen Land kommt eben nicht nur in Deutschland auf. Und neben dem ein oder anderen Versuch der lokalen Polizeikraefte von uns ein Bestechungsgeld einzusacken, aufgrund eines nicht vorhandenen Translation Letter fuer unseren auslaendischen Fuehrerschein (glaube nicht, dass es so etwas ueberhaupt gibt), ist die Zeit wirklich glatt verlaufen. Und auch die oftmals erwaehnte Sicherheitsrisiken, wenn man an Suedafrika denkt, ahben wir nicht erfahren. Natuerlich muss man ein paar Regeln beachten und gewisse Gebiete von Johannesburg besser meiden, aber mal ehrlich, in Berlin geht man ja auch nicht unbedingt nachts alleine durch Neukoelln. Also alles halb so wild. Und die Wochenenden waren durchweg genial. Kommen wir also mal dazu.

Nachdem der Rest des Teams am ersten Wochenende in den Krueger Nationalpark auf Safari gegangen ist – ich war ja noch fuer ein Spezialprojekt in Tokyo – ging es am ersten Wochenende fuer mich nach Drakensberg. Die Region die nur drei Autostunden von Johannesburg entfernt liegt, ist bekannt fuer ihre unheimlich schoene Berglandschaft und ist ein Paradies fuer Wanderungen und Outdoor-Aktivitaeten. In meinem Reisefuehrer habe ich mich vorher ein wenig schlau gemacht und bin auf einige Tageswanderungen gestossen, die vom ihrem Schwierigkeitsgrad von jedermann zu bewaeltigen sind und weniger als einen Tag dauern. Klingt gut und so haben wir mit Hilfe unseres Hotels eine Wanderung auf die Spitze eines Berges zum sogenannten Amphitheater und dem dort liegenden zweithoechsten Wasserfall der Welt arrangiert. Der Hike zaehlt nicht zu den anstrengendsten, dafuer aber zu den schoensten. Unser Guide der uns auf den Berg bringen sollte hat uns morgens frueh am Hotel getroffen und dann ging es mit dem Auto zum Startpunkt der Wanderung. Leider war das Wetter am fruehen morgen nicht so gut, mit dichten Wolken und leichtem Nieselregen, aber dss sollte sich im Laufe des Vormittags aendern und wir wurden spaeter mit Sonnenstrahlen belohnt. Zu Beginn der Wanderung meinte der Guide, dass die Wanderung circa 5 Stunden dauern wuerde, da hat er aber nicht die Richtung mit unseren Maedels im Team gemacht. Speziell Jojo, die aus den Philippinen kommt und knapp 1.45m misst ist extrem unsportlich und s hat die Tour fuer uns 7 Stunden gedauert. Das hat zwar ein wenig genervt und nachdem sie nach 30 Minuten bereits ein Pause einlegen musste, habe ich schon daran gezweifelt ob sie es wirklich auf die Spitze des Bergs schafft. Aber am Ende des Tages war es doch eine gelungene Sache und mal so ganz anders als die Wochenenden, die wir sonst so verbringen, denn einen Hike auf die Spitze eines Berges haben wir zuvor noch nicht unternommen. Und die Aussicht auf die faszinierende Landschaft von dort oben hat jede Minute der Strapazen wett gemacht. Am naechsten Tag haben wir natuerlich unsere Muskeln und Knochen gespuert und wir haben uns fuer die bequmere Alternative entschieden und haben uns auf den Ruecken eines Quadbike gesetzt und sind damit durch die Landschaft gesaust.

Am zweiten Wochenende stand Ostern vor der Tuer und wie auch in Deutschland hatten wir Karfreitag und Ostermontag frei. Das gab uns die Moeglichkeit eine wenig weiter wegzufliegen und wir haben uns fuer die Viktoriafaelle in Zambia entschieden. Nachdem ich zuvor bereits die Niagarafaellein Kanada und die Iguazufaelle in Brasilien und Argentinien gesehen hatte, sollten diese Faelle nicht auf meiner Liste fehlen. Anders als bei den anderen zuvor genannten Faellen ist es bei den Viktoriafaellen von Bedeutung zu welcher Jahreszeit man sie bereist, denn der Wasserstand schwankt erheblich von Monat zu Monat und in der Trockenzeit beispielsweise haben die Faelle so wenig Wasser, dass man sogar am Rande der faelle schwimmen kann. Dies war bei uns aber nicht moeglich, denn als wir im April dort waren, hat der Fluss nahezu den hoechsten Wasserstand und die Faelle haben eine ungeheuere Kraft. Das haben wir auch zu spueren bekommen, denn je naeher man an die Faelle kommt, desto weniger sieht man und man erhaelt eine kraeftige Gratisdusche. Gluecklicherweise haben wir am naechsten Tag eine wesentlich besser Sicht aufdie Faelle erhalten und zwar von oben, bei einem Flug in einem sogenannten Microlighter, eine Art Flugdrachen mit zwei Sitzen und Motor. Das war zwar eine ganz schoen wackelige Angelegenheit aber die Aussicht auf die Faelle von dort ist einfach unschlagbar. Zudem hat mir der Pilot, der zufaelligerweise ein Deutscher war und aus Koeln stammt, die Moeglichekeit gegeben, diesen Flieger fuer drei Minuten mal selber zu steuern. War echt klasse und auch wenn es kein A380 war, so habe ich jetzt zumindest mal meinen ersten Flieger selber geflogen :-). Da wir insgesamt drei Tage vor Ort hatten, haben wir zudem noch eine Speedboatfahrt auf dem Fluss gemacht und am letzten Tag sind wir in das nahegelegene Botswana gefahren um dort eine weitere Safari zu machen. War zwar nicht so spektakulaer wie ein Jahr zuvor in Kenia und Tansania, aber dennoch ne ganz nette Abwechslung.

Weiter ging es mit Capetown, oder auch Kapstadt wiees bei uns genannt wird. Und bevor ich damit beginne davon zu erzaehlen, muss ich vorweg sagen, dass Kapstadt seitdem zu meinen absoluten Lieblingsstaedten zaehlt. Die Stadt ist einfach genial und hat einfach alles zu bieten. Ein absolut gigantische Lage, umrahmt von herrlichen Bergen, direkten Zugang zum Meer, exzellente Restaurants, das wunderschoene Weingebite von Stellenbosch um die Ecke, ein ausgelassenes Nachtleben, schoene Frauen und vieles mehr. Wenn Coca-Cola statt in Johannesburg sein Office in Kapstadt haette, ich waere glaube ich der Erste der sich dort nach einem Job umschaut.
Angekommen in Kapstadt haben wir zunaechst einmal ein gutes Dinner zu uns genommen. Martin und ich haben uns an den exotische Grillteller gewagt, der Springbock, Kudu, Antilope und eine andere Wildsorte beinhaltete. Ich kann nur sagen sehr, sehr lecker. Am naechsten Tag sind wir mit unserem Mietwagen zum Kap der guten Hoffnung gefahren, dass etwa 50-60 Kilometer suedlich von Kapstadt liegt. Das Kap wird oftmals als der suedlichste Punkt Afrikas bezeichnet, obwohl er das eigentlich garnicht ist, aber die Fahrt dorthin ist trotzdem umwerfend, denn die Kuestenstrasse zaehlt zu den schoensten Panoramastrassen der Welt. Auf dem Weg haben wir noch einen Zwischenstop in einem kleinen Fischerdorf und am Boulders Beach gemacht, wo kleine afrikanische Pinguine frei leben und ihre Jungen brueten. Die Maedels sind am Abend frueh ins Bett gegangen, doch Martin und ich wollten uns natuerlich nicht das beruechtigte Nachtleben entgehen lassen. Und der beste Startpunt dafuer ist die Long Street, auf der sich eine Bar an die naechste reiht. Aus unserem anfaenglichen Vorhaben so gegen 1-2 Uhr zureuck ins Hotel zu gehen ist leider nichts geworden und so haben wir erst unseren nach hause Weg angetreten, als alle Laeden dicht gemacht haben. Der Kater am naechsten Morgen, hat uns dann natuerlich einen Strich durch unsere Besichtigungsplaene in Kapstadt gemacht, aber zumindest fuer die Gondelfahrt auf den Tafelberg hat die Kraft noch gereicht, um sich dort oben fuer eine Weile niederzulassen, die Aussicht zu geniessen und die drei Bier zu viel zu bereuen. Die Dinge die wir aufgrund der fehlenden Kraft und Zeit nicht sehen konnten, haben wir nicht zu sehr bedauert, denn nach dem Wochenende haben wir beschlossen an einem weiteren zurueckzukehren.
Dies haben wir am letzten Wochenende in Suedafrika gemacht, denn die Stadt ist einfach zu genial, um dort nur ein Wochenende zu verbringen. Bei unserem zweiten Besuch, haben wir dann die Dinge nachgeholt, die wir beim ersten Mal nicht geschafft haben, wozu ein Helikopterflug ueber Kapstadt und ein Besuch des farbenforhen Viertels Bo Kaap gehoerte. Aber einen Tag in Kapstadt haben wir dazu genutzt, wie beim vorherigen Wochenende einen Abstecher ins ebenso umwerfende Umland zu machen. Diesmal ging es nach Stellenbosch und Franschhoek, um ein paar Weinverkoestigungen in der bekannten und herrlichen Weinregion mitzunehmen. Und nach ein paar Recherchen haben wir einen genialen Weg gefunden, dies mal auf eine etwas andere Art zu machen. Bei einer Fahrt mit Motorrad und Beiwagen. Es gab dort das Angebot ein Motorrad mit Beiwagen im 50iger Jahre Stil fuer einen Tag zu mieten und das Ziel der Fahrt selbst zu bestimmen. Und der Fahrer konnte nach Bedarf auch noch gleich gestellt werden, was ganz praktisch war, denn schliesslich wollten wir ja reichlich Wein probieren. Das haben wir dann auch gemacht. Insgesamt haben wir 4 verschiedene Weingueter angefahren und das Angebot war immer recht aehnlich. Fuer etwa 3-5 Euro konnte man je nach Weingut 4-6 Weine probieren, zwar nicht das ganze Glas voll, aber immer noch genug um etwas fuer sein Geld zu bekommen. Als wir dann gerade zum Mittagessen in ein Weingut abgebogen sind, streikte der Motor ploetzlich. Der Fahrer hat dann erstmal versucht, dass wieder auf die Schnelle hinzukriegen. Das klappte aber leider nicht und er hat uns gesagt wir sollten schon mal vorgehen um unser Lunch zu geniessen. Auf dem Weingut gab es ein traditionelles Essen mit einem ganzen Lamm am Spiess gegrillt und es war echt koestlich. Dazu natuerlich der obligatorische Wein. Als am Ende unseres Mittagessen, der Fahrer mit dem Gefaehrt immer noch nicht erschienen war, haben wir uns erst einmal relaxt in die Sonne gesetzt und eine weitere Staffete Wein geordert. Aaaaah, das Leben kann ja so hart sein. Irgendwann ist dann auch der Fahrer mit seiner Maschine wieder aufgetaucht, allerdings schiebend. Der Nachmittag ging dann leider im Auto der Tochter weiter, die kurzerhand von Kapstadt herangeeilt war. Das war zwar etwas schade, aber nach etwa 16-18 Glaesschen Wein im Kopf, war es vielleicht garnicht mal so schlecht den stabilen Platz im Auto einzunehmen.

So, dann bleiben dann noch zwei Wochenenden zwischen den beiden Kapstadt-Wochenenden. Eines davon haben wir an der Garden Route verbracht. Auch dieses hatte wieder allerlei Abwechslung zu bieten. Die Garden Route, die aufgrund ihrer unheimlich schoenen Landschaft viele Touristen anzieht ist gleichzeitig auch ein Paradies fuer Outdoor- und Adventureaktivitaeten. Und eine ganz besondere Bruecke, die Bloukrans Bridge, zieht eine Schar Verrueckter an, denn dort gibt es den weltweit hoechsten Bungee-Sprung. Und einer dieser Verrueckten bin ich. Am Anfang noch ein wenig unsicher, ob ich diesen Wahnsinn wirklich machen sollte, denn die Bruecke ist einfach verdammt, verdammt hoch, musste ich mich am Ende einfach dafuer entscheiden. Denn dort erst einmal angekommen sieht die ganze Sache einfach zu gut aus und man moechte ja am Ende auch nicht als Maedchen dastehen, sich nicht getraut zu haben. Das haette mir mein Kollege Martin vermutlich bis ans Ende meiner Zeit aufs Auge gedrueckt. Nachdem man also das entsprechende Gurtzeug das ans Bergsteigen erinnert angelegt bekommen hat, geht man mit der Gruppe Waghalsiger unter der Bruecke entlang zur Mitte. Dort ist dann ein DJ, der einen mit lauten Housebaessen einheizt. Das ist ganz gut um die aufsteigende Nervositaet ein wenig zu lindern. Doch spaetestens wenn der eigene Name aufgerufen wird, hilft das auch nichts mehr, denn jetzt weiss man... gleich geht es abwaerts. Noch schnell das Bungeeseil an den Beinen eingeklinkt und noch mal checken lassen, ob auch alles fest sitzt. Und dann wird man auch schon von zwei Instructors an den ausgebreiteten Armen an die Kante der Bruecke begleitet. Dann geht alles ganz schnell, die beiden Jungs zaehlen 5, 4, 3, 2, 1, BUNGEEEEEEE ... und man stuerzt sich in die Tiefe der Schlucht. Ich habe ja zuvor schon den Fallschirmsprung in Argentinien hinter mich gebracht, aber ich glaube dieses Erlebnis ist noch ein wenig extremer, da man kopfueber auf den Boden zurast. Auch wenn der freie Fall nur 4-5 Sekunden dauert, das reicht um einen gewaltigen Adrenalinschub zu bekommen. Am Ende oben auf der Bruecke wieder angekommen, bekommt man das Grinsen fuer drei Stunden nicht mehr aus dem Gesicht. Neben diesem Erlebnis haben wir den Rest des Wochenendes im Wesentlichen damit verbracht, die Kueste entlang zu fahren und die herrliche Landschaft zu geniessen. Bis auf einen kleinen Abstecher nach Oudsthoorn wo man in einem Tierpark die Gelegenheit hat ausgewachsene Geparden und weisse Tigerbabys zu streicheln. Das war auch noch mal eine ganz schoene Sache, auf wenn Martin von einem der Tigerbabys ins Knie gebissen wurde, was wohl trotz der geringen Groesse schon deutlich spuerbar war. Sorry Martin, der wollte doch nur spielen.

Es fehlt jetzt nur noch ein Wochenende. Aufgrund eines weiteren Feiertages in Suedafrika an einem Dienstag, haben wir den Montag gleich noch Urlaub genommen und konnten so ein weiteres 4-Tage Wochenende geniessen, an dem wir nach Namibia geflogen sind. Windhoek, die Hauptstadt dort hat nicht viel zu bieten und so haben wir nach Ankunft lediglich die erste Nacht dort verbracht und ein gutes deutsches Abendessen mit Leberkaese eingenommen. Denn Namibia war mal deutsche Kolonie und noch heute lebt dort eine grosse Anzahl Deutscher. Am naechsten Morgen haben wir uns mit unserem gemieteten Gelaendewagen in Richtung Namib Wueste aufgemacht. Die Fahrt dauerte mehr als 6 Stunden und fuehrte zumeist ueber ungeteerte Strassen. Daher auch der Gelaendewagen. Die Fahrt hat sich allerdings gelohnt. Denn die Wueste war wirklich beeindruckend. Anders als die meisten anderen Wuesten mit ihrem gelben Sand, ist die Namibwueste von rotem Sand gepraegt. Ueberall sieht man gewaltige Duenen, die rot im Sonnenlicht leuchten, ein wahrlich faszinierender Anblick. Und wie es sich fuer eine Wueste gehoert, hat natuerlich auch die Sonne gnadenlos gebrannt und die Temperaturen lagen tagsueber um die 40 Grad. Dazu haben wir noch eine wirklich coole Unterkunft gehabt. Eine Mischung aus Campingplatz und Lodge. Das Camp verfuegte ueber gut 20 Huetten, die zwar eine Grundstruktur aus Beton hatten, aber alle Waende und Fenster waren aus Zeltplane. Und ein Restaurant gab es auch nicht, sodass wir am Abend unser eigenes Barbecue gemacht haben, mit Impalasteaks die wir im Camp bestellen konnten. War mal etwas ganz anderes, aber wirklich genial. Und von der Spitze des nahegelegenen Berges den wir erklommen haben, den Sonnenuntergang mit einem kuehlen Bier zu genessen, ist einfach unbezahlbar.
Am naechsten Tag sind wir dann weitergezogen nach Swakopmund an der Atlantikkueste. Eigentlich gibt es dort nicht allzu viel zu unternehmen, in dem Staedtchen das so deutsch ist, deutscher geht es kaum. Ueberall gibt es Restaurants mit deutscher Kueche, Hotels haben so schone Namen wie Europa Hof und ein Konditorei findet man auch an jeder dritten Ecke. Selbst beim kaufen einer Postkarte wurde ich auf deutsch von der Verkaeuferin angesprochen Komisch, sehe ich denn so deutsch aus? Den Tag dort haben wir dazu genutzt um einer dort beliebten Sportart nachzugehen. Sandboarding. War echt ne riesen Gaudi, mit nem Snowbaord die Duene hochzusteigen und dann auf Sand den Hang runterzugleiten. Das Gefuehl ist zwar etwas anders als auf Schnee, aber nach ein paar Versuchen hat man das Feeling schnell raus. Einzig und allein der Lift fehlt noch, denn jedes Mal zu Fuss wieder den Berg hochzukraxeln, kostet doch ganz schoen viel Kraft und der verflixte Sand gibt auch bei jedem Tritt nach. Hat aber trotzdem viel Spass gemacht und die Jungs die mit uns zu den Duenen gefahren sind, waren ne witzige und verrueckte Truppe.

So, das waren die Abenteuer aus Suedafrika, vermutlich eines meiner spannendstena Audits in den vergangenen 2 ½ Jahren, wenn nicht sogar das Beste. Und da mich das Schreiben dieser 5 Seiten, nun doch ein wenig Zeit gekostet hat, mache ich erst einmal Schluss und versuche in den kommenden Tagen (hoffentlich nicht Wochen) von meinen letzten 8 Wochen in Aegypten zu berichten. Denn auch die waren wieder aufregend und extrem heiss.
Heute ist mein letzter Tag in Aegypten und morgen geht dann mein Flieger nach Buenos Aires, wo ich die naechsten 8 Wochen verbringen werde. Vorrausgesetzt die lassen mich einreisen, nachdem wir denen heute Abend beim Laenderspiel den Arsch versohlt haben.