Dienstag, 19. Mai 2009

Erste Begegnung mit Elefant, Loewe und Co.

Ich bin angekommen, in meiner neuen Heimat fuer die kommenden 8 Wochen... in Kenia. Nachdem ich die ersten 4 Monaten des Jahres, bis auf einen einwoechigen Einsatz in Swaziland, ausschliesslich in Europa verbacht habe, war ich aufgeregt zum ersten Mal fuer einen laengeren Zeitraum nach Afrika zu kommen. Denn so schoen Griechenland auch war, so ist es halt doch Europa und irgendwie nicht so spannend im Vergleich zu Einsaetzen in Asien, Suedamerika oder eben Afrika. Seit einer Woche bin ich jetzt in Nairobi. Von der Stadt selbst habe ich jedoch bisher nichts gesehen, mal abgesehen von dem taeglichen Weg vom Hotel zum Office. Die Sicherheitslage in Nairobi ist nicht vergleichbar mit dem was man in Deutschland, Europa oder vielen anderen Teilen der Welt so kennt und es wird empfohlen, sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr frei in der Oeffentlichkeit zu bewegen. Und da die Sonne hier bereits gegen 18.30 Uhr untergeht und wir zu der Zeit gerade in etwa Feierabend machen, bekommen wir Nairobi nicht bei Tageslicht zu sehen. Ist aber auch nicht weiter schlimm, denn es gibt nicht wirklich was zu sehen in Nairobi. Das eigentlich interessante in Kenia sind die Nationalparks und Safaris. Und davon haben wir auch bereits die erste hinter uns gebracht. Am ersten Wochenende ging es in den Amboseli National Park, 200km suedoestlich von Nairobi, unmittelbar an der Grenze zu Tanzania. Der Park ist insbesondere fuer seine grosse Population an Elefanten und den direkt im Hintergrund aufragenden Kilimanjaro bekannt. Fuer die 200km brauchten wir allerdings 4,5 Stunden, denn die Strassenverhaeltnisse sind alles andere als gut. Die ersten drei Stunden haben wir zumindest zu 80-90% geteerte Strassen gehabt, danach ging es fuer 1,5 Stunden nur noch ueber eine staubige Schotterpiste und wir wurden heftigst durchgeruettelt. Wir sind aufgrund unserer Abfahrt in Nairobi um 15 Uhr erst nach Einbruch der Dunkelheit am Eingangstor des Parks angekommen und so haben wir den Park erst am naechsten Morgen bei Tageslicht zu Gesicht bekommen. Unsere Lodge war wirklich klasse und neben den normalen Standardzimmern gab es eine separate Villa fuer max 6 Personen, die sogenannte Kibo Villa. Da wir zu fuenft waren und die Villa noch nicht fuer das Wochenende gebucht wurde, haben wir gleich zugeschlagen. Die Villa war wirklich herrlich und verfuegte ueber drei Schlafzimmer, drei Baeder, ein Wohn- und Esszimmer, sowie ueber eine grosse Veranda und ein Jacuzzi. Da konnte man es sich in der Tat gut gehen lassen. Die erste Nacht war allerdings recht kurz, denn bei Safaris ist es ueblich die erste Tour (auch Game Drive genannt) bereits morgens um 6.30 Uhr zu starten, da im Morgengrauen die Tiere am aktivsten sind. Ein zweiter Game Drive findet dann in der Regel am spaeten Nachmittag bis zum Sonnenuntergang statt, wenn sich die Aktivitaet der Tiere wieder erhoeht. Das hiess also fuer uns, um 6 Uhr raus aus den Federn - und das am Wochenende - und ab in unseren Safari-Minibus. Kaum hatten wir den umzaeunten Bereich unserer Lodge verlassen, liessen die Tiere auch nicht lange auf sich warten. Angefangen hat es mit Pavianen, von denen es im Park Tausende gibt und die am Wochenende auch schon mal gerne direkt vor der Veranda unserer Villa vorbeispaziert sind. Es folgten zahlreiche Gnus, Zebras, Gazellen, Antilopen, Elefanten, Hyaenen, verschiedenste farbenfrohe Vogelarten und das ein oder andere Bueffel und Nilpferd. Am Nachmittag wurde uns dann noch das Glueck zu Teil, die ersten Loewen-Weibchen zu sehen, allerdings nur aus der Ferne. Es gibt zwar auch einige Loewen im Park, die sich jedoch leider eher selten blicken lassen und den groessten Teil des Tages im Schatten liegen und schlafen. Den Hoehepunkt unseres Trips konnten wir dann erst am Sonntag kurz vor unserer Abreise erleben. Auf unser Morgensafari konnten wir eine grosse Gruppe von etwa 10 Loewen (inklusive Maennchen, Weibchen und Babys) in der Ferne erspaehen, die gerade erfolgreich ein Tier gejagt, erlegt und verspeist hatten (es war nicht mehr zu erkennen um was fuer ein Tier es sich handelte). Erschoepft von der Jagd und dem ausgiebigen Fruehstueck haben sie sich dann auf die Suche nach einem schattigen Platz gemacht und haben sich nicht die Bohne dafuer interessiert, dass wir sie aus unserem Minibus heraus beobachteten. Zu unserem Glueck haben sie sich sogar dazu entschieden genau vor unserem Bus den Weg zu passieren und das maennliche Oberhaupt der Gruppe hat sogar eins, zwei Minuten direkt vor uns eine Pause eingelegt. Der Loewe hatte sich so nah an unseren Bus begeben, dass wir sogar seinen Atem hoeren konnten. Das war schon wirklich sehr beeindruckend und doch etwas ganz anderes als einen Loewen im Zoo zu sehen. Und bei einem solchen Erlebnis, bereut man es auch keine Sekunde fuer die Safari bereits um 6 Uhr frueh aufgestanden zu sein. Alles in allem war es ein wirklich sehr gelungenes erstes Wochenende und mal schauen was die kommenden Wochen noch so bringen.

(Bilder: 1) Befoerderungsweise auf kenianisch, 2) Kibo Villa, 3) Elefanten, 4) Zebra 5) Kilimanjaro bei Sonnenuntergang, 6)Erschoepfter Loewe vor unserem Minibus)

Montag, 11. Mai 2009

Schnell war sie vorbei, die Zeit in Griechenland

Ich sitze gerade in meinem Hotelzimmer in Athen und zähle die letzten Stunden in Griechenland. Das Audit in Athen ist seit Freitag abgeschlossen und der Grund dafür, dass ich immer noch in Athen bin ist lediglich, dass ich zwei Tage Urlaub genommen habe bevor es in meinen nächsten Einsatzort geht. Morgen früh, oder besser gesagt sehr früh, denn mein Flug startet bereits um 6.40 Uhr, geht es dann ab nach Kenia. Für die kommenden 8 Wochen heisst mein neues zu Hause dann Nairobi.
Aber nicht so schnell, denn schließlich liegen ja inzwischen 6 weitere mehr oder minder spannende Wochenenden meines Griechenland-Audits hinter mir, von denen es noch zu berichten gibt. In der Kurzfassung vorweg, möchte ich hier mal kurz erwähnen, wo diese im Einzelnen hingingen:
1. Nafplio, Epidauros und Antikes Olympia auf der Halbinsel Peloponnes
2. Santorini, in der Inselgruppe der Kykladen
3. Vesuv, Pompeji und Amalfi Küste südlich von Neapel
4. Kreta
5. Rhodos und Symi
6. erneut Kreta zum Abschluss

Nun aber ganz langsam von Anfang an. Nachdem ich ja im letzten Bericht bereits von den antiken Stätten in Delphi und den Klöstern in Meteora berichtet habe, sollte das darauf folgende Wochenende erneut den zahlreichen antiken Reichtümern Griechenlands gewidmet werden. Dafür ging es zunächst auf die südlich gelegene Halbinsel Peloponnes nach Nafplio. Nafplio war um 1830 die erste Hauptstadt des modernen Griechenlands und verfügt über eine wunderschöne Altstadt, einen sehr viel Charme versprühenden Hafen und eine Festung oberhalb der Stadt gelegen, von der man eine herrliche Aussicht geniesst. Da Nafplio jedoch gerade ienmal über knapp 20.000 Einwohner verfügt und wirklich sehr schnell erkundet ist, habe ich lediglich eine Nacht dort verbracht. Nach Besichtigung von Nafplio ging es dann nach Epidauros, einer antiken Kultstätte aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. das insbesondere für sein antikes Theater bekannt ist. Nachdem ich auch das besichtigt hatte, ging es weiter in Richtung letztem Wochenendziel, ins Antike Olympia der Geburtsstätte der Olympischen Spiele. Auch wenn es irgendwie aufregend klingt zum Ursprung der Olympischen Spiele zu reisen und dort auch alle 4 Jahre das olympische Feuer entfacht wird um seine Reise in die nächste Austragungsstätte zu beginnen, so war ich doch ein wenig davon enttäuscht. Der Grund dafür ist, dass im Vergleich zu anderen archäologischen Stätten in Griechenland, Olympia doch sehr schlecht erhalten ist und man kaum mehr zu sehen bekommt als ein großes Gelände mit vielen, vielen „Steinen“. Gebäude sind nahezu gar nicht mehr erhalten und so fällt es einem äußerst schwer, wenn nicht gar unmöglich sich vorzustellen, wie es zur damaligen Zeit ausgesehen haben soll.

Das nächste Wochenende ging es nach Santorini, die in Deutschland vielleicht nicht bekannteste der griechischen Inseln, jedoch von Reiseführern und Kennern gerne als die schönste der Inseln bezeichnet. Santorini ist eine ehemalige Vulkaninsel und ist geprägt von steil aufragenden Klippen. Sie verfügt daher über nahezu keine Strände, ihren weltbekannten Ruf verdankt sie vielmehr ihrer unglaublichen Bilderbuchatmosphäre, die insbesondere durch die für Santorini so typischen schneeweißen Häuser entsteht. Orte wie Fira und Oia liegen auf der Spitze der Steilküste und bestechen durch die typische Architektur und das strahlende Weiß der Häuser. Santorini ist zwar eher ein romantischer Ort und wird bevorzugt von Pärchen besucht und obwohl ich mit meiner Kollegin Maria kein romantisches Wochenende dort verbracht habe, haben wir die 2 Tage dennoch sehr genossen.

Nach Istanbul am ersten Wochenende, habe ich Griechenland ein weiteres Mal verlassen. Beim zweiten Trip ging es dafür nach Italien, mit meinem Primärziel Amalfiküste. In Griechenland liegt das orthodoxe Osterfest zeitlich eine Woche nach unserem Ostern und so standen für den Italientrip 4 Tage zur Verfügung. Zunächst wollte meine Kollegin Maria sich mir anschließen, da es ihr aber nicht so gut ging, hat sie das Wochenende kurzfristig gecancelt und so bin ich die Reise allein angetreten. Ausgangspunkt des Wochenendes war Neapel, da alle auf meinem Programm vertretenen Sehenswürdigkeiten nur unweit von Neapel entfernt liegen. Dazu gehören der Vulkan Vesuv, das von selbigem zerstörte Pompeji und die landschaftlich so reizvolle Amalfiküste. Eins sei nur vorweg gesagt. Lasst euch von niemandem einreden auch nur einen Tag in Neapel zu verbringen. Die Stadt mag zwar als guter Ausgangspunkt für die genannten Orte dienen, aber die Stadt an sich ist so ziemlich das hässlichste was ich bisher gesehen habe. Gelsenkirchen, Castrop-Rauxel oder Bottrop mag zwar vielleicht ähnlich unattraktiv sein, aber da macht man ja schließlich auch keinen Wochenendausflug hin. Nun gut Schwamm drüber, dafür waren die eigentlichen Ziele des Wochenendes umso schöner. Der Vesuv ist wirklich einen Besuch wert und beeindruckt durch seinen gewaltigen Krater, zu dem man einen etwas beschwerlichen aber für jedermann machbaren Fußweg hinaufgehen muss. Die Anstrengung lohnt sich jedoch wenn am Rande des Kraters steht und den Blick in den Krater und auf die Umgebung werfen kann. Auch das bei einem Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 n. Chr. verschüttete Pompeji ist durchaus interessant und äußerst gut erhalten (im Vergleich zu Olympia). Der für mich persönliche Höhepunkt des Wochenendes war jedoch die Amalfiküste, wo ich zwei Nächte verbracht habe. Direkt an der Küste führt eine schmale Strasse entlang, die einen immer wieder durch wunderschöne kleine Ortschaften führt, die nur so von italienischem Charme sprühen. Der bekannteste Ort ist hierbei Positano, dass sich terrassenförmig in den steilen Berghang schmiegt. Und auch der Ort Amalfi, in dem ich übernachtet habe, besitzt eine faszinierende Ausstrahlung. Hinzu kommt das ausgezeichnete Essen, das man überall genießen kann. Ob Pizza, Pasta, Fisch oder Meeresfrüchte, alles ist in einer Vielzahl vorhanden, schmeckt ausgezeichnet und ist für jeden Freund italienischer Küche ein absoluter Gaumenschmaus. Und so wie ich jedem von Neapel abraten würde, kann ich jedem die Amalfiküste nur wärmstens empfehlen.

Die beiden Kreta Wochenenden kann ich zusammen- und gleichzeitig kurzfassen. Denn nach den ganzen Wochenenden zuvor, an denen ich von einer Sehenswürdigkeit zur Anderen geeilt bin, sollte auch einmal Erholung auf dem Programm stehen. Und so habe ich beide Wochenenden auf Kreta entspannt mit den Kollegen an Meer und Pool verbracht. Das ganze kombiniert mit ein wenig Nachtleben, kann das auch ganz spannend sein.

Auf Rhodos standen mir aufgrund des 1. Mai drei Tage zur Verfügung, die ich möglichst abwechslungsreich gestalten wollte. Am ersten Tag habe ich mir einen größeren Roller gemietet (Motorräder waren im Verleih leider nicht verfügbar) und bin ein wenig über die Insel gesaust und habe Rhodos-Stadt besichtigt. Nachdem ich mehr als 1,5 Jahre nicht mehr auf einem Motorrad gesessen habe, war das eine spaßige Abwechslung. Am zweiten Tag habe ich mich auf eine Fähre begeben und bin zur Insel Symi, die nur wenige Kilometer vor der Küste der Türkei liegt, gefahren. Symi ist eine sehr kleine Insel, mit einer noch kleineren Einwohnerzahl, aber von allen Orten Griechenlands, die ich in den 8 Wochen gesehen habe, für mich persönlich der Schönste. Der einzige Ort der Insel liegt ganz verschlafen in einer kleinen Bucht und strahlt mit seinen überwiegend in dezentem gelb gestrichenen Häusern ein ganz besonderes Flair aus.

Ja soviel zu meiner Zeit in Griechenland. Und obwohl es sicherlich noch so viel mehr interessante Inseln und historische Stätten zu besichtigen gäbe, bin ich doch froh, dass heute mein letzter Tag hier ist. Denn ich fühle mich bereit für ein neues Abenteuer und freue mich auf die bevorstehende Zeit in Kenia. Diese 8 Wochen werden sicherlich vollkommen anders, doch wenn ich basierend auf meiner bisherigen Recherche im Lonely Planet Reiseführer urteilen mag, bestimmt nicht weniger spannend.

(Bilder: 1. Nafplio, 2. Antikes Theater von Epidauros, 3. Santorini, 4. Positano an der Amalfi-Kueste, 5. Insel Symi)