Ich bin angekommen, in meiner neuen Heimat fuer die kommenden 8 Wochen... in Kenia. Nachdem ich die ersten 4 Monaten des Jahres, bis auf einen einwoechigen Einsatz in Swaziland, ausschliesslich in Europ
a verbacht habe, war ich aufgeregt zum ersten Mal fuer einen laengeren Zeitraum nach Afrika zu kommen. Denn so schoen Griechenland auch war, so ist es halt doch Europa und irgendwie nicht so spannend im Vergleich zu Einsaetzen in Asien, Suedamerika oder eben Afrika. Seit einer Woche bin ich jetzt in Nairobi. Von der Stadt selbst habe ich jedoch bisher nichts gesehen, mal abgesehen von dem taeglichen Weg vom Hotel zum Office. Die Sicherheitslage in Nairobi ist nicht vergleichbar mit dem was man in Deutschland, Europa oder vielen anderen Teilen der Welt so kennt und es wird empfohlen, sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr frei in der Oeffentlichkeit zu bewegen. Und da die Sonne hier bereits gegen 18.30 Uhr untergeht und w
ir zu der Zeit gerade in etwa Feierabend machen, bekommen wir Nairobi nicht bei Tageslicht zu sehen. Ist aber auch nicht weiter schlimm, denn es gibt nicht wirklich was zu sehen in Nairobi. Das eigentlich interessante in Kenia sind die Nationalparks und Safaris. Und davon haben wir auch bereits die erste hinter uns gebracht. Am ersten Wochenende ging es in den Amboseli National Park, 200km suedoestlich von Nairobi, unmittelbar an der Grenze zu Tanzania. Der Park ist insbesondere fuer seine grosse Population an Elefanten und den direkt im Hintergrund aufragenden Kilimanjaro bekannt. Fuer die 200km brauchten wir allerdings 4,5 Stunden, denn die Strassenverhaeltnisse sind alles andere als gut. Die ersten drei Stunden haben wir zumindest zu 80-9
0% geteerte Strassen gehabt, danach ging es fuer 1,5 Stunden nur noch ueber eine staubige Schotterpiste und wir wurden heftigst durchgeruettelt. Wir sind aufgrund unserer Abfahrt in Nairobi um 15 Uhr erst nach Einbruch der Dunkelheit am Eingangstor des Parks angekommen und so haben wir den Park erst am naechsten Morgen bei Tageslicht zu Gesicht bekommen. Unsere Lodge war wirklich klasse und neben den normalen Standardzimmern gab es eine separate Villa fuer max 6 Personen, die sogenannte Kibo Villa. Da wir zu fuenft waren und die Villa noch nicht fuer das Wochenende gebucht wurde, haben wir gleich zugeschlagen. Die Villa war wirklich herrlich und verfuegte ueber drei Schlafzimmer, drei Baeder, ein Wohn- und Esszimmer, sowie ueber eine grosse Veranda und ein Jacuzzi. Da konnte man es sich in der Tat gu
t gehen lassen. Die erste Nacht war allerdings recht kurz, denn bei Safaris ist es ueblich die erste Tour (auch Game Drive genannt) bereits morgens um 6.30 Uhr zu starten, da im Morgengrauen die Tiere am aktivsten sind. Ein zweiter Game Drive findet dann in der Regel am spaeten Nachmittag bis zum Sonnenuntergang statt, wenn sich die Aktivitaet der Tiere wieder erhoeht. Das hiess also fuer uns, um 6 Uhr raus aus den Federn - und das am Wochenende - und ab in unseren Safari-Minibus. Kaum hatten wir den umzaeunten Bereich unserer Lodge verlassen, liessen die Tiere auch nicht lange auf sich warten. Angefangen hat es mit Pavianen, von denen es im Park Tausende gibt und die am Wochenende auch schon mal gerne direkt vor der
Veranda unserer Villa vorbeispaziert sind. Es folgten zahlreiche Gnus, Zebras, Gazellen, Antilopen, Elefanten, Hyaenen, verschiedenste farbenfrohe Vogelarten und das ein oder andere Bueffel und Nilpferd. Am Nachmittag wurde uns dann noch das Glueck zu Teil, die ersten Loewen-Weibchen zu sehen, allerdings nur aus der Ferne. Es gibt zwar auch einige Loewen im Park, die sich jedoch leider eher selten blicken lassen und den groessten Teil des Tages im Schatten liegen und schlafen. Den Hoehepunkt unseres Trips konnten wir dann erst am Sonntag kurz vor unserer Abreise erleben. Auf unser Morgensafari konnten wir eine grosse Gruppe von etwa 10 Loewen (inklusive Maennchen, Weibchen und Babys) in der Ferne erspaehen, die gerade erfolgreich ein Tier gejagt, erlegt und verspeist hatten (es war nicht mehr zu erkennen um was fu
er ein Tier es sich handelte). Erschoepft von der Jagd und dem ausgiebigen Fruehstueck haben sie sich dann auf die Suche nach einem schattigen Platz gemacht und haben sich nicht die Bohne dafuer interessiert, dass wir sie aus unserem Minibus heraus beobachteten. Zu unserem Glueck haben sie sich sogar dazu entschieden genau vor unserem Bus den Weg zu passieren und das maennliche Oberhaupt der Gruppe hat sogar eins, zwei Minuten direkt vor uns eine Pause eingelegt. Der Loewe hatte sich so nah an unseren Bus begeben, dass wir sogar seinen Atem hoeren konnten. Das war schon wirklich sehr beeindruckend und doch etwas ganz anderes als einen Loewen im Zoo zu sehen. Und bei einem solchen Erlebnis, bereut man es auch keine Sekunde fuer die Safari bereits um 6 Uhr frueh aufgestanden zu sein. Alles in allem war es ein wirklich sehr gelungenes erstes Wochenende und mal schauen was die kommenden Wochen noch so bringen.
(Bilder: 1) Befoerderungsweise auf kenianisch, 2) Kibo Villa, 3) Elefanten, 4) Zebra 5) Kilimanjaro bei Sonnenuntergang, 6)Erschoepfter Loewe vor unserem Minibus)

