Freitag, 28. März 2008

Ostern am Pazifik

Wieder ist eine Woche um und ich habe bei meinem letzten Post ja ganz vergessen zu erwähnen, dass ich auch Geburtstag hatte. Leider war es mein 30. und ich konnte ihn nicht wie es sich eigentlich gehört, mit einer riesen Fete und allen Freunden feiern. Ich habe allerdings über die verschiedensten Kanäle sehr viele Glückwünsche erhalten und ich möchte mich daher an dieser Stelle nochmals dafür bedanken. Hat mich wirklich sehr gefreut und natürlich hätte ich gerne mit euch darauf angestoßen, aber das sollte nun dieses Jahr halt nicht sein. Aber wenn ich mal wieder im Lande bin, kann man das ja noch nachholen… wann auch immer das sein wird. Zumindest hatte ich wohl so gutes Wetter wie noch nie an meinem Geburtstag, denn wann kann man schon mal an die 30 Grad im März in Deutschland erleben. Richtig, das ist wohl eher unwahrscheinlich. Gefeiert habe ich abends mit meinen Kollegen und zwar in einem Irish Pub. Man mag vielleicht denken, dass ein Irish Pub nicht gerade die beste Location ist, man muss dazu allerdings bedenken, dass der 17. März in Irland St. Patricks Day ist, der wohl wichtigste Feiertag bei den Ir(r)en. Dementsprechend war an diesem Tag dort auch die Hölle los, mit Live-Band und reichlich Bier. Iren habe ich zwar nicht wirklich dort gesehen, dafür aber reichlich Latinas… und die sind mir sowieso viel lieber. :-) Wir haben zwar nicht bis in die Puppen gefeiert, denn schließlich war ja Montag, aber der Abend war trotzdem ganz nett.
Glücklicherweise war die Woche auch sehr kurz, denn ab Donnerstag hatten wir schon frei für das lange Osterwochenende. Leider hatte sich die Wochenendplanung etwas schwierig gestaltet, da an Ostern in Costa Rica nahezu alles stillsteht (Costa Rica ist wie alle Länder Mittelamerikas streng katholisch) und jeder die Gelegenheit nutzt um ein langes Wochenende am Meer zu verbringen, sei es auf der Karibikseite oder der Pazifikseite. Nach vielen Telefonaten und Recherchen haben wir dann letztendlich doch noch etwas gefunden, in Manuel Antonio einem kleinen Ort am gleichnamigen Nationalpark an der Pazifikküste. Diese Ecke wurde uns sogar vom Finance Manager bei Coke empfohlen, da er selber gerne dort seine Wochenenden verbringt. Und so sind wir dann auch frohen Mutes in das Wochenende aufgebrochen.
Auf der Hinfahrt ist mir dann leider ein kleines Malheur passiert. Nach drei Stunden Fahrt musste der ein oder Andere mal ein wenig Wasser lassen und so haben wir an einem kleinen Straßenladen angehalten. Ich habe den Schlüssel abgezogen, ihn dann jedoch auf dem Beifahrersitz gelassen und das Auto verlassen. Blöderweise hat unser Geländewagen der Marke Ford jedoch die seltsame Angewohnheit nach kurzer Zeit das Auto automatisch zu verriegeln. So geschehen, standen wir also plötzlich alle vor dem Wagen und unsere Schlüssel drin. Suuuuuper! Wir waren zwar mit drei Wagen da, aber den einen wollten wir dann doch ungern stehen lassen. Glücklicherweise war in Costa Rica wohl jeder in einem früheren Leben mal ein Autoknacker und so meinte der Ladenbesitzer er kriege das schon hin. 5 Minuten später stand er dann auch mit einem auseinander gedrehten Kleiderbügel aus Draht vor uns, hat die Tür mit einem Schraubendreher etwas ausgehebelt und hat dann den Schlüssel mit wenigen Versuchen vom Sitz gefischt. Das hat uns zum Glück ne Menge Ärger und Zeit erspart und dem Man ne schnell verdiente Mark beschert, denn ein Trinkgeld von 10 Dollar war uns diese Aktion wert.
Das Hotel das wir für das Wochenende gebucht hatten war zwar nicht der Renner, aber für die meisten von uns war es vollkommen in Ordnung auch wenn wir der Meinung waren, dass es seine 4 Sterne nicht ganz verdient hatte. Allerdings waren 2 unserer „Damen“ da ganz anderer Meinung. Spätestens seit diesem Wochenende nennen Martin (der andere deutsche Kollege) und ich unsere beiden Mädels aus Venezuela und Brasilien nur noch „Diva“, denn ihre Pingeligkeit grenzt schon eher an das Verhalten von Hollywood-Stars. Maria, unsere Venezuelanerin hat nach nur 10 Sekunden in dem Zimmer den Ausspruch gebracht: „Nein, hier kann ich nicht bleiben!“. Und so sind sie auch am nächsten Morgen in ein anderes Hotel umgezogen, was allerdings nur für zwei weitere Nächte Zimmer frei hatte und daher sind die beiden, schon einen Tag früher wieder nach San Jose abgereist. Im Nachhinein vielleicht gar nicht mal so schlecht, denn ab und an kann dieses Diven-Verhalten ganz schön nerven. Ich hoffe das wird ein wenig besser, denn schließlich sind ja schon drei weitere Wochenenden mit ihnen in Costa Rica, Guatemala und Nicaragua geplant.
Alle anderen haben sich zumindest den Spaß nicht nehmen lassen und haben das Wochenende genossen. Zwei unserer Kollegen sind begeisterte Taucher und haben Tauchgänge gemacht und da ich das auch schon immer ganz interessant fand, habe ich mich dazu entschlossen einen Tauchkurs zu machen. Dieser Kurs sollte drei Tage gehen, allerdings habe ich nach einem Tag gemerkt, dass Tauchen irgendwie doch nicht mein Ding ist. Es hat mir einfach keinen Spaß gemacht und so habe ich mich dazu entschlossen den Kurs abzubrechen, um nicht nahezu das ganze Wochenende unter Wasser zu verbringen, sondern meine Zeit lieber am Strand unter der Sonne Costa Ricas zu verbringen. Zumindest kann ich nun sagen, ich habe es mal ausprobiert und weiß für mich persönlich, dass ich nichts verpasse wenn ich nicht tauchen gehe.
Ansonsten haben wir den Großteil des Wochenendes damit verbracht zu relaxen und das Leben zu genießen. Wir haben verschiedene Strände ausprobiert, haben abends köstlich gespeist (überwiegend fangfrischen Fisch) und haben nachts mal mehr mal weniger die dort ansässigen Bars getestet. Es war zwar zusammengefasst kein wahnsinnig aufregendes Wochenende, aber ein wenig Erholung tut durchaus auch mal ganz gut.
Ah ja, eine witzige Anekdote habe ich noch vergessen. Auf der Rückfahrt, war wie nicht anders zu erwarten ne Menge Verkehr und da wir eine Bergkette überqueren mussten, standen viele Steigungen mit vielen Kurven vor uns. Dies ist ja noch nicht weiter schlimm, doch bei unserem Pech hatten wir einen alten Bus vor uns, der in Deutschland vermutlich schon vor 10 Jahren nicht mehr durch den TÜV gekommen wäre. Da die Strasse jedoch dermaßen unübersichtlich war und immer nur gelegentlich mal ein Auto überholen konnte sind wir ca. 25 Minuten hinter dem Bus hergetuckert… und ich meine getuckert, denn viel mehr als 15-20 km/h hat der Schrotthaufen nicht geschafft. Irgendwann kam dann glücklicherweise eine Stelle an der ich überholen konnte… also nicht lang gefackelt und zum überholen angesetzt. Das Dumme allerdings war, das genau an dieser Stelle die Polizei plötzlich stand, um den Bus rauszuwinken, damit die Autos passieren können. Tja, da haben die mich halt gleich mal mit rausgewunken. Nachdem ich dem lieben Polizisten, dann also meinen Führerschein und Pass ausgehändigt habe meinte er, dass ich mich an dieser Stelle verkehrswidrig verhalten hätte und mich und meine Kollegen in Gefahr gebracht hätte. Und für diesen Fehler müsste ich 20.000 Colones (=40 Dollar) bezahlen und er müsste meine Führerschein einbehalten. Die 40 Dollar hätte ich mir ja noch gefallen lassen, aber meinen Führerschein wollte ich dann doch nicht in Costa Rica lassen. Nachdem dann vor dem Bul… ääh Polizisten plötzlich ein Chinese, ein Philippino, eine Türkin und zwei Deutsche standen und wir alle beteuert haben, das wir das mit dem Überholverbot nicht wussten und wir ja schon seit 1 Stunde hinter dem soooo langsamen Bus hinterhergefahren seien, hat er dann doch überraschenderweise Erbarmen gezeigt und uns ohne jegliche Strafe weiterfahren lassen. Tja, auch Glück im Unglück muss man mal haben. :-)

(Bilder: 1) Umtrunk zum 30. Geburtstag, 2) Brücke auf dem Weg zum Pazifik, 3) Strand-Bild #1, 4) Strand-Bild #2, 5) Sonnenuntergang vom Hotel aus gesehen, 6) Verkäufer am Strand, 7) Strand-Bild #3, 8) Leguan, die man hier überall antrifft, 9) Strand-Bild #4)

Mittwoch, 19. März 2008

Pura Vida!

Ich beginne meinen heutigen Eintrag einmal mit einem der häufigsten Ausdrücke aus Costa Rica. Pura Vida was so viel wie reines Leben bedeutet, wird hier sehr gerne benutzt, insbesondere wenn man sich verabschiedet. Man könnte zwar eigentlich meinen man sagt Adios oder ähnliches, aber stattdessen sagt man in Costa Rica einfach „Pura Vida“.
Angekommen in Costa Rica bin ich bereits am Sonntag den 09. März, allerdings erst abends um 23.45 Uhr. Und da ich vom Wochenende recht müde war, auch bedingt durch den Jetlag bin ich nach dem Einchecken sofort ins Bett, denn am nächsten morgen stand ja der erste Arbeitstag an. In Costa Rica wohne ich im Vergleich zu Paris nicht mehr im Hotel, sondern in einem Aparthotel. Ich habe ein Apartment mit separatem Schlaf- und Wohnzimmer, Küche, Bad und begehbaren Kleiderschrank. Von der Größe her ist es wirklich angenehm, zumal das Apartment größer ist als meine alte Wohnung in Neuss, lediglich die Ausstattung ist ein wenig altmodisch. Ansonsten jedoch bietet die Anlage jeglichen Komfort den auch ein Hotel bietet, wie z.B. Frühstücksbüffet, Zimmerreinigung, Wäscherei, Swimmingpool, Jacuzzi und Fitnessraum. Der wesentliche Vorteil einer Apartmentanlage ist jedoch die Tatsache, dass wir am Wochenende nicht aus unseren Zimmern auschecken müssen. So konnte ich am Sonntag all meine Klamotten auspacken, ordentlich in den Kleiderschrank legen/hängen und kann am Wochenende einfach immer nur das mitnehmen, was ich benötige. Und erst nach 8 Wochen heißt es wieder, alle Sachen einpacken um zum nächsten Einsatzort zu fliegen.
Die Arbeit hier macht auch wirklich viel Spaß, insbesondere das Team ist eine bunt gemischte und lustige Truppe. Nach einem nur aus 4 Personen bestehenden Team in Paris, sind wir hier nun insgesamt 9 Kollegen. Unter diesen Kollegen sind die Nationalitäten Kanada, Venezuela, Brasilien, China, Philippinen, Türkei, Belgien und Deutschland (2mal) vertreten… wie gesagt eine äußerst bunt gemischte Mannschaft.
Das Team hier ist mehr als doppelt so groß wie zuvor in Frankreich, da Costa Rica hier als Zentrale für Mittelamerika zählt und alle Verwaltungsaufgaben für mehr als 30 Länder übernimmt, darunter alle mittelamerikanischen Länder (mit Ausnahme von Mexiko), alle karibischen Länder, sowie Ecuador, Kolumbien und Venezuela. Wer also dachte er könnte mich vielleicht irgendwann mal auf Jamaika oder den Bahamas besuchen, den muss ich leider enttäuschen, da dies alles von Costa Rica aus gesteuert wird.
Das erste Wochenende hier liegt nun auch schon zurück und wir sind mit sieben Mann ins Landesinnere gen Norden gefahren, zu einem bekannten Vulkan, von denen es ins Costa Rica zahlreiche gibt. Der Vulkan namens Arenal :-), ist eine der Hauptattraktionen des Landes und ist einer der aktivsten Vulkane der Welt. Er ist so aktiv, dass er nahezu jeden Tag ausbricht. Tagsüber kann man dies zwar nicht gut erkennen, da er nicht gerade Tonnen von Lava ausspuckt, aber nachts bei klarer Sicht, kann man die glühende Lava den Berg hinunterlaufen sehen. Freitagabend im Hotel angekommen haben wir es uns erst einmal gut gehen lassen. Wir haben ein 5Sterne-Wellnesshotel gebucht, das direkt an den dort sehr bekannten heißen Quellen angrenzt. Die Quellen liegen wunderschön eingebettet in der tropischen Landschaft und werden durch die Erdwärme des Vulkans aufgeheizt, sodass sie ca. 39 Grad warm sind. So sind wir also sehr erholsam ins Wochenende gestartet, aber der ganze Spaß hat natürlich auch seinen Preis, mussten wir doch schlappe 330 Dollar pro Zimmer und Nacht auf den Tisch legen. Aber irgendwie fällt einem das gar nicht schwer, wenn man es nicht aus eigener Tasche zahlen muss… also liebe Freunde, immer weiter schön zu Coca Cola greifen :-). Da wir an dem Freitag dazu noch klare Sicht hatten, wollten wir unser Glück versuchen, ob wir einen Vulkanausbruch erleben können. Dazu mussten wir allerdings auf die andere Seite da Vulkans fahren, da die Lava, wenn eine Eruption stattfindet, meist immer eine ganz bestimmte Seite des Bergs hinunterläuft. Und diese Seite liegt halt genau auf entgegen gesetzter Seite des Hotels, was aus Sicherheitsgründen vielleicht auch besser ist. Wir hatten an dem Abend tatsächlich das Glück, den Ausbruch des Vulkans mitzuerleben und ich muss sagen, das ist schon wirklich ein beeindruckendes Naturschauspiel, wenn man die glühenden Gesteinsbrocken den Berg herunterrollen sieht und das Grollen des Bergs hört. Leider konnte ich kein Foto davon machen, da man dies mit einer 08/15 Kamera vom Saturn-Markt aus der Ferne nicht einfangen kann. Auf jeden Fall, waren wir schon nach dem ersten Abend alle davon überzeugt, dass das Wochenende gar nicht mehr schlecht werden konnte. Den Samstag wollten wir dann dazu nutzen um ein wenig Action zu erleben, denn Costa Rica ist ein wirkliches Paradies für Outdoor-Aktivitäten jeglicher Art. Es gibt zahlreiche Orte an denen Dinge, wie Wildwasser-Rafting, Regenwaldwanderungen, Kayakfahrten, Drachenfliegen und weiteres angeboten wird. Wir haben uns für Canopy entschieden, zumindest die drei Personen die sich getraut haben. Canopy ist etwas für den Adrenalin-Kick, bei dem man an einem Drahtseil hängend weit über dem Boden bergab saust. Es ging zunächst mit einer Gondel, ähnlich wie im Skiurlaub, durch den Regenwald auf einen Berg hinauf. Dort hat man dann einen Sicherheitsgurt ähnlich wie beim Klettern angelegt bekommen der zusammen mit einer Griffhalterung, an dem Stahlseil eingeklinkt wird… und dann kann es eigentlich auch schon losgehen. Man rast dann abwärts durch den Regenwald hindurch und es ist ein Höllenspaß. Insgesamt hat die Abfahrt mit einer Gruppe von 10 Personen 2 Stunden gedauert und ging über 16 einzelne Teilstücke und Plattformen. Das größte Teilstück war hierbei 650 Meter lang, hing über 200 Meter über dem Boden und man hat eine Geschwindigkeit von über 50km/h draufbekommen. Das ist zwar sicher nichts für Schisser oder Leute mit Höhenangst, aber allen anderen kann ich dies nur wärmsten empfehlen.
Den Sonntag sind wir dann, nach ausgiebigem Schlaf (aufgrund einer zuvor recht langen Partynacht), noch zu einem Wasserfall gefahren an dessen Ende man in herrlich frisch-kaltem Wasser baden kann und die wundervolle Natur Costa Ricas genießen kann. Um 16 Uhr ging es dann wieder Richtung San Jose, denn obwohl es gerade einmal 150 Kilometer Entfernung waren, benötigt man bei den schlechten Straßenverhältnissen und dem recht dünnen Autobahnnetz (eigentlich gibt es nur eine richtige Autobahn im ganzen Land), insgesamt doch knapp 4 Stunden.
Tja… und nun ist es schon wieder Dienstag und das Wochenende steht kurz bevor. Denn wie zuvor bereits erwähnt, ist hier in Costa Rica über Ostern von Donnerstag bis Sonntag frei und am Montag wird wieder gearbeitet. Das lange Wochenende verbringen wir an der Pazifikküste, mit hoffentlich viel Sonnenschein und Erholung.
Davon gibt es dann nächste Woche wieder mehr.
Bis dahin ein schönes Wochenende allen und Frohe Ostern!!!

(Bilder: 1) Arbeitsplatz im Coke-Office, 2) Vulkan Arenal, 3) Gruppenfoto im Pool, 4) Gruppenfoto vorm Vulkan, 5) Ausblick auf See Arenal beim Canopy, 6) Fun beim Canopy, 7) Wasserfall bei Arenal, 8) Supermarkt mir zu Ehren)

Dienstag, 18. März 2008

Mexico City

Ich muss mich entschuldigen, dass ich schon so lange nichts mehr von mir hab hören lassen auf dieser Seite, aber dies ist nicht ohne Grund geschehen. Costa Rica ist einfach so aufregend, dass ich nahezu jeden Abend nach der Arbeit mit den Kollegen noch etwas unternehme. Daher komme ich irgendwie nicht dazu, mal wieder etwas zu schreiben. Und nun steht schon wieder das Wochenende kurz bevor, denn über Ostern ist hier bereits ab Donnerstag alles geschlossen und wir können uns auf ein langes Wochenende von 4 Tagen freuen. Montag wird hier allerdings anders als in Deutschland wieder gearbeitet.
Aber bevor ich jetzt von der Zukunft anfange zu erzählen, fange ich doch besser mal von vorne an… und zwar mit meinem Aufbruch aus Paris, in das sonnige Lateinamerika.
Mein Flug ging Freitagabend den 07. März von Paris über Madrid nach Mexiko City, wo ich das Wochenende verbracht habe. Nach 12 Stunden Flugzeit habe ich dann um 05.30 Uhr erstmals mexikanischen Boden betreten. Die Ausmaße der Stadt sind einfach wahnsinnig, denn schon im Anflug auf Mexiko City konnte man kein Ende der Stadt am Horizont sehen. Der Anblick des Lichtermeers ist einfach gewaltig. Aber dies ist auch kein Wunder, zählt der Großraum von Mexiko City doch sage und schreibe 23 Millionen Einwohner (alle Angaben verstehen sich wie immer ohne Gewähr). Im Hotel angekommen und eine erfrischende Dusche später, musste ich mir dann zunächst einmal überlegen, was ich denn nun so mache, denn dummerweise habe ich mich im Vorfeld nicht wirklich darüber informiert, was man in Mexiko City genau machen kann. Und da die Stadt einfach wahnsinnig groß ist, ist es nicht gerade zu empfehlen die Stadt ohne jeglichen Plan zu erkunden… zumal es auch nicht gerade ungefährlich ist. Ein kleines Beispiel hierfür ist folgendes: Schon während meiner Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel habe ich unheimlich viele kleine grün-weiße Käfer-Taxis gesehen. Dies sind die üblichen einheimischen Taxis hier und ich fand die Idee einen solchen Käfer als Taxi zu nehmen eigentlich ganz interessant. Wie ich später allerdings erfahren habe, sollte man das lieber unterlassen, denn Touristen werden in diesen Taxis gerne mal entführt, zum nächsten Bankautomaten gefahren und dann unter vorgehaltener Waffe gezwungen Geld abzuheben… und das nicht nur für die paar Pesos die ein Taxi kostet. :-)
Ich habe mich daher also entschlossen eine geführte Tour mitzumachen und zwar zu den Pyramiden die vor den Toren der Stadt liegen. Die Pyramiden sind vielleicht nicht ganz so spektakulär wie in Ägypten, sie sind allerdings dennoch eine der größten archäologischen Funde der Welt. Die Besichtigung war wirklich recht interessant. Das einzige Problem war nur, da die Tour bereits 1 Stunde nach meiner Ankunft im Hotel losging, habe ich ganz vergessen noch ein wenig Sonnencreme aufzulegen. Das sollte ich später dann schwer bereuen, denn bei der glühenden Sonne in der mexikanischen Steppe, habe ich mir gleich einen feinen Sonnenbrand im Gesicht geholt. Aber wie heißt doch ein alter Spruch so schön: „Aus rot wird braun!“ ;-)
Den Sonntag habe ich dann dazu genutzt die historische Altstadt und das sonstige Zentrum der Stadt zu besichtigen. Auch dieser Part war recht interessant, allerdings hat mich die Stadt nicht vom Hocker gerissen. Die Mexikaner sind ein sehr religiöses Volk und haben auch zahlreiche Kirchen, diese sind jedoch im Vergleich zu vielen europäischen relativ unspektakulär. Wenn man einmal vor Kirchen wie dem Mailänder Dom, Notre Dame in Paris oder natürlich auch dem Dom zu Kölle gestanden hat, dann bringt einen die Kathedrale von Mexico City nicht gerade zum Staunen.
So, ich schiebe diesen Bericht hier jetzt schon einmal kurz ein, auch wenn ich schon genug von Costa Rica zu erzählen hätte… aber davon gibts dann in Kürze wieder mehr.

Mittwoch, 5. März 2008

À la fin du voyage!

Die letzte Woche in Paris ist angebrochen und habe das vergangene Wochenende genutzt, um noch einmal in die Heimat nach Deutschland zu fliegen. Es war wirklich schön die Familie und viele Freunde wiederzusehen, denn dazu wird es in der nächsten Zeit erst einmal nicht mehr so schnell kommen. Die bevorstehenden 3 Runden beinhalten alle ausschließlich Ziele außerhalb Europas und daher war es voerst die letzte Gelegenheit, nach Hause zu fliegen. Hatte natürlich allerhand zu erzählen, denn auch wenn ich auf dieser Seite schon so einiges berichte, ist das noch längst nicht alles. Und so verging das Wochenende auch relativ schnell.
Tja, und nun ist es Mittwoch abend und ich melde mich ein letztes Mal aus dem schönen Paris. Ich habe jetzt 7 Wochen hier verbracht und habe die Zeit sehr genossen. Das Erstaunliche war, dass ich an keinem der vergangenen 6 Wochenenden Regen hatte und auch innerhalb der Wochen nur wenige Tage Regen zu verzeichnen war. Das ist für die Zeit von Ende Januar bis Anfang März schon sehr ungewöhnlich, zumal wir auch noch überwiegend für die Jahreszeit recht milde Temperaturen zwischen 8 und 15 Grad hatten.
Bei unserem Projekt lief auch alles recht ordentlich. Von Sonntag bis heute morgen war unser Manager aus Atlanta vor Ort und hat sich ein Bild von der Lage und dem Ablauf des Projektes gemacht. Er hat sich intensiver mit dem Finance Director hier vor Ort und auch mit unserem Team-Leiter unterhalten und das Schöne ist, dass er von beiden Seiten positives Feedback über mich erhalten hat, wie er mir in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt hat. Das freut mich natürlich sehr, denn ein guter Einstand ist ja schon etwas wichtiges und lässt mich jetzt beruhigt in die nächste Runde starten.
Ich denke und hoffe ich habe euch einen recht guten Eindruck von meinem ersten Einsatz vermitteln können und damit soll es das nun auch gewesen sein von diesem Kapitel. Werde am Freitag in den Flieger Richtung Mexico-City steigen, um dort ein voraussichtlich interessantes Wochenende zu verbringen, bevor es dann am Sonntag in Richtung San José geht, der Hauptstadt Costa Ricas und meiner Heimat für die kommenden 8 Wochen. In diesem Sinne...
Au revoir de Paris, Bienvenido a Costa Rica!!!
(Bilder: 1) Eiffelturm bei Nacht, 2) Blick auf Paris vom Tour/Turm Montparnasse, wo auch mein Hotel liegt)