Montag, 7. Dezember 2009

Back in Europe

Tja, die Faulheit hat doch wieder einmal gesiegt und es gilt nun 4 Wochen aufzuholen. Das interessante an Bruessel ist, dass ich nicht so wie sonst 7 oder 8 Wochen in Bruessel verweile, sondern als Teils des Projektes war es notwendig, dass ich zu drei weiteren europaeische Niederlassungen musste, um mir dort gewisse Prozesse anzuschauen. Und so hatte ich das Vergnuegen bereits nach einer Woche Bruessel wieder zu verlassen, um nach London, Berlin und Madrid aufzubrechen. London in der Vorweihnachtszeit ist natuerlich auch nicht schlecht, jedoch hat leider mal wieder das typisch britische Wetter, mit viel Regen vorgeherrscht. Dazu kam noch, dass ich nach der langen Zeit in warmen Gefilden (Griechenland, Kenya, Philippinen und Brasilien) die europaeische Kaelte im November nicht mehr gewohnt war und mir doch gleich mal eine Erkaeltung eingefangen habe. Nein, nein... keine Schweinegrippe wie jetzt mach einer vermuten mag. Lediglich eine Erkaeltung mit Schnupfen, Husten und Halsschmerzen. Aber das, vereint mit dem nass-trueben Wetter in London, hat mir dann doch ein wenig die Laune vermiest, abends nach der Arbeit noch durch London zu ziehen. Ein wenig habe ich mich aber doch aus dem Hotel getraut, um wenigstens nochmals solche Highlights wie z.B. Big Ben, St. Pauls Cathedral, Picadilly Circus und weitere zu sehen. Und auch die schon weihnachtlich beleuchteten Strassen, haben zu einem kleinen Schaufensterbummel eingeladen. Gekauft habe ich jedoch nichts, damit warte ich dann noch bis Januar, wenn ich wieder in Atlanta bin, denn dort macht das shoppen aufgrund des schwachen Dollarkurses doch viel mehr Spass. An dem auf London folgenden Wochenende habe ich einen Tag dazu genutzt, um das nicht weit entfernte Stonehenge zu besichtigen. Gerade mal etwas mehr als eine Autostunde von London entfernt, locken die mysterioesen Steinringe, von denen keiner so ganz weiss wie sie dort hingekommen sind und welchen Zweck sie zur damaligen Zeit erfuellen sollten, viele Touristen an. Ein Tagestrip reicht aber auch vollkommen aus, denn erst einmal angekommen, geht man kurz fuer 15-20 Minuten um die Steinringe herum, hoert sich die Kommentare des kostenlosen Audioguides an und dann kann man im Grunde auch schon wieder die Rueckfahrt antreten. Ganz interessant, aber jetzt auch nicht wirklich sooo spektakulaer. Da ich noch genuegend Zeit hatte, bis ich am Flughafen von Heathrow sein musste, habe ich auf dem Rueckweg noch ausserplanmaessig einen Zwischenstop am Schloss Windsor gemacht, welches jedem Adelkenner bekannt sein sollte. Mir ist es zwar nicht so ganz gelaeufig, wer da jetzt gelegentlich residiert; die Queen, Prinz Charles oder wer auch immer... aber sehenswert war es trotzdem mal. Besser als 2 Stunden unnoetig am Flughafen herumzusitzen :-).
Nach London ging es dann erst einmal wieder fuer ne Woche zurueck nach Bruessel. Von der Woche in Bruessel gibt es jetzt nicht wirklich viel spannendes zu berichten, aber eine kleine Geschichte moechte ich hier doch kurz anbringen. Fuer einige Mannschaften, die sich in der WM-Qualifikation nicht allzu sehr mit Ruhm bekleckert haben, gab es bekanntermassen ueber die Platzierung als Gruppenzweiter, noch die Moeglichkeit sich per Relegationsspiel fuer die WM zu qualifizieren. Und da Teil unseres Teams in Bruessel, Hazel aus Dublin ist, haben wir uns an dem Abend in ein bekanntes Irish Pub gemacht, um mit vielen Fussballverrueckten das Spiel Frankreich gegen Irland anzuschauen. Wie das Spiel nach 120 Minuten und etlichen Bier im Pub ausgegangen ist, muss ich ja wohl keinem erzaehlen, denn so ein Spiel gegen Irland gewinnt Frankreich doch mit links, oder solch ich besser sagen mit der linken Hand. Die Stimmung war danach bei den Iren natuerlich ein wenig bedrueckt und so haben wir den Pub dann auch zuegig verlassen. Der eigentliche Hoehepunkt kam dann jedoch auf der Strasse. Bruessel, dass als EU-Hauptstadt doch sehr multikulturell ist, hat interessanterweise auch eine sehr hohe Anzahl algerischer Mitbuerger. Und die haben an dem Abend ebenfalls per Relegation gegen Aegypten die WM-Qualifikation geschafft und gleich einmal ganz Bruessel mit Hupkonzert und lautem Gesang aufgemischt. Das sah dann ungefaehr so aus, wie wenn die Tuerkei in Deutschland die WM gewonnen haette. Da haben wir dann kurzerhand noch ein letztes Bierchen auf der Strasse zu uns genommen, um das Spektakel zu verfolgen. Danach ging es dann aber wieder ab ins Hotel, denn schliesslich stand am naechsten Tag die Arbeit wieder an.
Um bei einem 7woechigen Audit in Bruessel wenigstens ein wenig von Belgien zu sehen, habe ich das Wochenende danach in Bruegge verbracht, was wohl als das beliebteste Ziel Belgiens gilt. Und siehe da, ich war positiv ueberrascht. Obwohl nicht besonders gross, versprueht die Stadt, mit ihren zahlreichen historischen Gebaeuden, Kirchen, schmalen Gassen und Kanaelen unheimlich viel Charme und ich habe den kurzen Trip von Bruessel nicht bereut. Sonntags mittags ging es dann aber schon weiter nach Berlin, wo ich die kommende Woche verbracht habe. In Berlin, war ich in den vergangenen zwei Jahren bei Coke nun doch schon so einige Male und so war der Reiz durch die Stadt zu ziehen, nicht mehr ganz so gross. Dies wurde auch dadurch beguenstigt, dass das Wetter im November nicht gerade zu abendlichen Stadterkundungen beitraegt. Aber zumindest den ein oder anderen Weihnachtsmarkt, die puenktlich zu meinem Eintreffen in Berlin ihre Pforten geoeffnet hatten, habe ich besucht und meinen ersten Gluehwein sowie meine ersten heissen Maronen in diesem Jahr getrunken bzw. gegessen. Freitag Nachmittag habe ich Berlin dann auch schon wieder verlassen und mich in den Flieger in Richtung Madrid gesetzt.
Madrid war jetzt Neuland fuer mich, denn dort war ich im Gegensatz zu London und Berlin zuvor noch nicht. Der Samstag wurde daher dazu genutzt, die Sehenswuerdigkeiten Madrids per Fuss zu erkunden. Daher hatte ich am Abend auch ganz schoen platte Fuesse, aber dennoch musste ich abends noch raus um das Nightlife in Madrid in Angriff zu nehmen. Denn Diego, einer meiner besten Kollegen bei Coke, kommt aus Madrid und hat mir sozusagen befohlen in Madrid auszugehen. Und da er derzeit bei einem Audit in China ist und mir nicht persoenlich die besten Bars und Clubs nahebringen konnte, hat er es sich nicht nehmen lassen, kurzerhand zwei seiner Freunde zu kontaktieren und zu beauftragen mich in ihre Obhut zu nehmen. Und so habe ich mich dann also um 20Uhr, mit zwei mir zuvor vollkommen fremden Spaniern getroffen, um mich ins Madrider Nachtleben zu stuerzen. Nach und nach sind dann noch mehr Freunde hinzugestossen und wir haben den Abend mit viel Tapas und Cerveza bis 5 Uhr in der Frueh durchgefeiert. Neben Bier sind aber auch ein paar Longdrinks und spanische Liqueurs eingeworen worden, die am Sonntag dann leider fuer einen leichten Kater gesorgt haben und meine weiteren Erkundungen Madrids gestoppt haben.Tja und nun ist auch die Arbeitswoche in Madrid bereits wieder vorbei, ich befinde mich in meinem Wochenende in Granada und in etwas mehr als zwei Wochen steht Weihnachten schon wieder vor der Tuer. Die Zeit ist wieder einmal wie im Flug vergangen, die kommenden zwei Arbeitswochen schaffe ich auch noch mit links und dann freue ich mich erst einmal auf drei Wochen Urlaub alias Homeleave.

(Bilder: 1. London, 2. Stonehenge, 3. Windsor Castle, 4. Bruegge, 5. Bruegge, 6. Madrid)

Donnerstag, 12. November 2009

Peru

Zum ersten Mal in zwei Jahren bei Coca-Cola habe ich mir mal ne ganze Woche Urlaub gegoennt. Ich komme zwar das ganze Jahr in der ganzen Welt herum, aber immer nur fuer 2 Tage an den Wochenenden. Da bleibt einem nicht gerade viel Zeit ein Ziel zu geniessen. Daher habe ich es sehr genossen mal wieder ne ganze Woche Zeit zu haben. Da ich nun einmal in Suedamerika war und man ja nie weiss, wann sich die Moeglichkeit nochmals bietet, habe ich beschlossen die Woche in Suedamerika zu verbringen und zwar in Peru. Eine Woche ist fuer ein Land wie Peru, dass so reich an kulturellen und archaeologischen Highlights ist zwar viel zu wenig, aber fuer mich war eine Woche ausreichend. Schliesslich bin ich ja auch alleine unterwegs gewesen und da macht es nicht ganz so viel Spass wie an den Wochenenden mit den Kollegen.
Angekommen in Lima, der Startpunkt fuer alle Perureisen war ich allerdings ziemlich muede. Ich konnte naemlich die Nacht zuvor nicht wirklich schlafen. Mein Flug von Rio nach Lima ging erst Samstag morgen gegen 7Uhr, da dies der einzige Nonstop Flug ist und das Hotel in Rio konnte meinen Aufenthalt nicht von Freitag auf Samstag verlaengern, da es vollkommen ausgebucht war. Notloesung waere zwar gewesen fuer eine Nacht in ein anderes Hotel umzuziehen, da ich aber sowieso gegen 4 Uhr zum Flughafen aufbrechen musste, habe ich mich dafuer entschieden die Nacht in der Lobby zu verbringen. Da war zwar an Schlafen nicht zu denken, aber ich hatte ja noch einen fuenfstuendigen Flug nach Lima vor mir. Und wenigstens dort habe ich 3-4 Stunden Schlaf bekomme. Jetzt koennte man meinen, dass ich ja anschliessend in Lima im Hotel den Schlaf nachholen kann, aber dafuer war auch keine Zeit. Denn am Sonntag morgen ging es schon weiter nach Cusco, die touristisch beliebteste Region Perus. Zuvor wollte ich aber noch etwas von Lima sehen, und da mir nur etwas mehr als ein halber Tag zur Verfuegung stand, habe mich einer gefuehrten Bustour angeschlossen, wovon ich normalerweise nicht der Fan bin. Aber das war aufgrund der knappen Zeit, vermutlich die beste Alternative. Zurueck im Hotel so gegen 6 Uhr war ich dann aber doch ziemlich erschlagen und bin glaube ich schon gegen 20 Uhr ins Bett gefallen.
Am naechsten Morgen ging dann der Flug nach Cusco und bei der Landung wird dem Piloten ganzes Koennen abverlangt. Denn das auf 3400m gelegene Cusco ist umringt von den Bergen der Anden und beim Anflug auf den kleinen Flughafen muss der Pilot eine scharfe Kurve nehmen und Sekunden spaete setzt der Flieger auch schon auf. Aber auch diesen Flug, der uebrigens mein ungefaehr 150igster in den 2 Jahren war, habe ich wieder heil ueberstanden. Cusco das einmal das Zentrum des Inkareiches war, hat jede Menge historische Staetten zu bieten und ist Ausgangspunkt fuer Touren zum Highlight Perus, Machu Picchu. Daher bot es sich an hier ein paar mehr Tage zu verbringen und so bin ich dort 3 Tage verblieben. Den Sonntag, nach Ankunft in Cusco habe ich dazu genutzt mir die historische Altsatdt von Cusco anzuschauen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zaehlt. Am naechsten Tag habe ich mir noch ein paar archaeologische Staetten um Cusco herum angeschaut, obwohl es an dem Tag eigentlich bereits zur alten Inkastadt Machu Picchu gehen sollte. Da wurde ich dann aber dafuer abgestraft, dass ich dies nicht zuvor organisiert hatte. Die Anfahrt nach Machu Picchu gestaltet sich naemlich etwas schwieriger. Von Cusco muss man zunaechst in das 70km entfernte Ollantaytambo, von wo ein Zug seine 1,5 stuendige Fahrt in das am Fusse von Machu Picchu gelegene Aguas Caliente aufnimmt. Vondort sind es nur noch 10 Minuten in einem Bus, der sich die Serpentinen in das hoch auf einem Berg gelegene Machu Picchu hinaufschlaengelt. Dumm ist nur, dass die Zugtickets limitiert sind und der Ansturm auf diese relativ hoch ist. Fuer Montag waren aber zu diesem Zeitpunkt schon keine Tickets mehr zu haben. Da blieb mir also nur noch der Dienstag, dummerweise war aber auch der Verkaufsschalter fuer Tickets am Bahnhof den Sonntag bereits geschlossen. Mein Hotel hat mir daher empfohlen, gleich Montag morgen dort vorbeizuschauen um nach Tickets zu fragen. Bei meiner Tour durch Cusco bin ich dann aber bei einer kleinen Travel Agency vorbeigekommen, die Touren zu Machu Picchu und sonstiges anbietet. Fragen kostet ja nichts und tatsaechlich, man konnte mir dort noch Zugtickets fuer Dienstag offerieren. Aber auch hier war ich schon ein wenig spaet, denn die besten Zeiten fuer den Zug der ca. 4 oder 5 mal am Tag aufbricht, waren schon vergeben. Verfuegbar waren lediglich Tickets fuer 5.07 Uhr oder 14 Uhr irgendwas. Und da 14 Uhr bei noch bevorstehenden 1.5 Stunden Zugfahrt etwas spaet ist um Machu Picchu ausgiebig zu besichtigen, musste ich wohl notgedrungen die Tickets um 5.07Uhr nehmen. Das bedeutete allerdings bereits kurz nach 3 Uhr vom Hotel aufzubrechen, denn die Taxifahrt nach Ollantaytambo dauert auch noch mal 90 Minuten. Was man macht nicht alles dafuer die Welt zu sehen :-). All die Strapazen haben sich aber auf jeden Fall gelohnt, denn Machu Picchu ist definitiv einer der genialsten Orte, die ich je gesehen habe. Ich dachte ja bereits im August als ich nach Angkor Wat gereist bin, dass dies fantastisch ist, aber Machu Picchu hat dem Ganzen noch mal ne Schippe draufgelegt. Die Atmosphaere dieser alten Inkaruinenstadt, die noch wirklich recht gut erhalten ist, ist wirklich genial. Am Morgen wenn die Stadt noch von dichten Wolken umgeben ist und kaum ihr herrliches Antglitz offenbart, wirkt sie ein wenig mysterioes, doch wenn dann am Mittag die Sonne heraus kommt und die Wolken sich verziehen, dann sieht es einfach nur noch umwerfend aus. Ich war bereits gegen 7.30 Uhr oben und da mein Zug zurueck erst gegen 14.30 Uhr ging hatte ich ausgiebig Zeit die Atmosphaere zu geniessen und die Stadt aus allen Perspektiven zu betrachten. Und einen Vorteil hatte die fruehe Anreise auf jeden Fall... denn um 8 Uhr morgens bleiben die Besuchermassen noch aus, der grosse Ansturm erfolgt erst spaeter. Dieser Tag war sicherlich der aufregendste der ganzen Woche, aber Machu Picchu ist halt eben auch nicht umsonst der Anziehungspunkt des Landes.
Am Mittwoch ging es zu meinem letzten Ziel der Woche zum Titicacasee. Einfachste Moeglichkeit waere ein kurzer Flug von Cusco, da dieser allerdings etwa 250USD kosten sollte, habe ich mich fuer eine andere Alternative entschlossen. Denn fuer die Strecke Cusco-Puno (Hauptort am Titicacasee) werden interessante touristische Busfahrten angeboten, die zwischendurch Stops an verschiedenen Sightseeingspots machen und auch noch ein Mittagessen beinhalten. Und das fuer unschlagbare guenstige 35USD. Man muss dazu sagen, dass die Strecke 380km betraegt und mit den ganzen Stops ca. 10 Stunden dauert. Unsere Fahrt, die um 7.30 Uhr morgens begann hat allerdings 11.5 Stunden gedauert, denn wir hatten das Glueck den Bus zu erwischen, der unterwegs eine Panne hat. Ich dachte schon das sieht nicht gut aus, als der Busfahrer ploetzlich mitten in der Andenpraerie Stop machte, kurz seinen Bus inspizierte und dann mit schwarzen Fingern und in spanisch fluchend zurueckkam. Nach mehrmaligen Versuchen war dann auch wirklich nichts zu machen und der Busfahrer liess sich von einem vorbeifahrenden Fahrzeug in den naechstgelegen Ort mitnehmen, um ein Ersatzteil zu besorgen. Gluecklicherweise hatte ich ein spannendes Buch dabei, dass ich waehrend der Wartezeit ausgelesen habe. Nach knapp 1.5 Stunden kam er dann auch schliesslich wieder zurueck und der Busfahrer, der in Peru wohl gleichzeitig auch Kfz-Mechaniker sein muss, brachte den Bus in wenigen Minuten wieder ins rollen. Am Titicacasee angekommen war es dann natuerlich schon dunkel, aber die Tour auf dem See stand ja eh erst fuer den naechsten Tag auf dem Programm.
Ja wie gesagt, am naechsten Tag ging es raus auf den Titicacasee. Der Titicacasee, der der groesste See Suedamerikas ist, ist auch gleichzeitig auf 3800m der weltweit hoechstgelegene See seiner Groessenordnung, wenn mal von ein paar sehr kleinen Seen absieht die noch hoeher liegen. Und wie gross der See ist, habe ich dann auch auf der Bootstour erlebt, denn bis zu einer Insel die nicht einmal in der Mitte des Sees liegt haben wir 2.5 Stunden benoetigt. Um sich die Groessenordnung mal ungefaehr vorstellen zu konnen, hier mal ein paar Daten: Er ist an die 200km lang und 65 km breit, womit er ungefaehr 15mal so gross ist wie der Bodensee. Also wirklich gewaltig. Interessantester Teil der Tour waren kuenstliche angelegte Inseln im See, auf denen der Stamm der Uros ein nachwievor sehr traditionelles Leben fuehren. Die Uros bauen sich diese schwimmenden Inseln aus Schilfplatten und auch ihre Boote und Huetten sind komplett aus Schilf gebaut. Und so leben sie nun dort abgeschieden von der Menschheit und ernaehren sich hauptsaechlich von Fisch, den sie aus dem See bekommen und Gemuese das sie anbauen. Elektrizitaet und fliessend Wasser gibt es selbstverstaendlich auch nicht (sind ja schliesslich schwimmende Inseln), aber durch den Tourismus, den sie mittlerweile als zusaetzliche Einnahmequelle erkannt haben, koennen sich einige Familien inzwischen ein paar Solarpanel leisten, die sie mit dem noetigen Strom versorgen. Dies war auf jeden Fall auch eine sehr interessante Erfahrung, die Leb ensweise dieser Menschen zu erleben, die auch noch ihre eigene Sprache Aymara sprechen und nicht wie in Peru ueblich spanisch.
Ja, das war der letzte Teil meiner Perureise. Sicherlich haette es noch die ein oder andere Ecke gegeben, die ich mir gerne zusaetzlich angeschaut haette, aber alles in allem war dies doch eine sehr schoene und erlebnsireiche Woche. Tja und inzwischen ist dies schon wieder ueber eine Woche her und ich bin wieder im winterlichen und nasskalten Europa angekommen, in meinem naechsten Einsatzort Bruessel. Diese Gelgenheit habe ich natuerlich auch genutzt, um am ersten Wochenende mal wieder in die Heimat nach Neuss zu fahren, um Familie und Freunde zu sehen. Und natuerlich auch um die Winterklamotten wieder einzupacken. Die hatte ich naemlich bis auf einen Pullover fuer Brasilien bewusst zu Hause gelassen. Schoen nach der ersten Woche in Bruessel wieder eine waermende Jacke dabei zu haben :-).

(Bilder: 1. Lima - Plaza Mayor, 2. Cusco von oben, 3. Cusco - Plaza de Armas, 4. Machu Picchu am morgen, 5. Machu Picchu II, 6. Traditionelle Peruanerin mit Haustier, 7. Titicacasee - Urosinseln, 8. Titicacasee - Panorama)

Samstag, 24. Oktober 2009

Formel 1 Grand Prix - Sao Paulo

So, meine Zeit in Rio ist auch schon wieder vorbei und ich sitze gerade im Hotel und warte hier noch etwa 6 Stunden bis ich zum Flughafen aufbreche. Da bietet es sich doch mal an, ein wenig an meinem Bericht zu schreiben. Acht Wochen und 7 Wochenenden in Brasilien liegen hinter mir und wie fast immer ging die Zeit wie im Flug vorbei. Aber von einem Wochenende habe ich ja noch nicht berichtet, welchem ich mich hier widmen moechte.
Das letzte Wochenende stand noch ein besonderes Schmankerl auf dem Programm, denn der Formel 1 Zirkus machte Stop in Sao Paulo. So ein Formel 1 Rennen wollte ich doch irgendwie schon immer mal live sehen. Und was ich bisher am Nuerburgring, am Hockenheimring oder in Spa nicht hinbekommen habe, warum nicht mein erstes Formel 1-Rennen in Brasilien verfolgen. Die Ticketpreise sind eh immer sauteuer, da macht es auch keinen Unterschied ob man die 650 Dollar in Deutschland oder Brasilien auf den Tisch legt. Und da die Company einem hier ja noch ein wenig finanzielle Unterstuetzung in Form eines Wochenendbudgets gibt, war die Entscheidung schnell getroffen. Und obwohl wir (Nacho und ich) die zweitguenstige Ticketkategorie gewaehlt haben, waren unsere Plaetze eigentlich ausgezeichnet. Unsere Tribuene lag direkt gegenueber der Boxengasse und eine grosse Leinwand, auf der wie die anderen Streckenabschnitte verfolgen konnten, war auch direkt gegenueber angebracht. Am Samstag beim Qualifying dachten wir dann jedoch in Silverstone, beim Grand Prix von England zu sein. Regen, Regen und nochmals Regen. Hallo?... wir sind in Brasilien... ja richtig gehoert, Braaaaasiiiiliiieeen! Na ja wie auch immer, die Plaetze waren ja zumindest ueberdacht. Die Temperaturen waren jedoch europaeisch kuehl und da wir fuers Wochenende nur Sommerkleidung dabei hatten (hab eh nur einen Pulli mit nach Brasilien genommen), mussten wir uns dann mit einer Jacke vom Fanshop in ferrarirot eindecken. Zwar nicht gerade billig, aber wenn schonmal Formel1, dann aber auch richtig. Warm eingepackt konnten wir somit dann beruhigt das Qualifying verfolgen, was Barrichello fuer sich entschied. Das hat natuerlich bei den Brasilianern fuer Stimmung gesorgt und am naechsten Tag beim Rennen fuer volle Tribuenen. Am Sonntag lief es dann aber leider nicht so gut fuer Rubinho, wie er liebevoll hier genannt wird. Denn von Startplatz 1 sprang am Ende nur ein klaeglicher 8. Platz heraus, womit die Weltmeisterschaftsambitionen endgueltig ausgetraeumt waren. Und auch fuer Vettel lief es nicht viel besser und am Ende stand Button als Weltmeister fest. Na ja, mir war es eh ziemlich Wurst, denn unser Schumi ist ja leider nicht mehr am Start. Das Wochenende war aber trotzdem ziemlich spannend, auch wenn die Ohren bei dem brutalen Laerm der Motoren schon ziemlich leiden muessen. Ich wuerde mal schaetzen eine Kreissaege direkt neben dem Ohr, klingt wie leichte Musik im Vergleich zur Formel 1.

Tja und nun steht die Abreise aus Brasilien kurz bevor und es geht wieder zurueck ins herbstlich-kalte Europa, wo mein naechstes Projekt in Bruessel auf mich wartet. Aber soweit moechte ich noch nicht denken, denn zunaechst einmal habe ich noch eine Woche Urlaub, in der ich nach Peru fliege. Dort geht es nach Lima, Cusco, Machu Picchu und zum Titicacasee. Mal schauen was mich dort erwartet.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Salvador und Amazonas-Dschungel

Um das wahre Feeling von Brasilien zu bekommen, muss man einmal in Salvador da Bahia gewesen sein. So wie man im Ausland mit Deutschland Lederhosen und die Kuckucksuhr verbindet, so verströmt Salvador das bilderbuchartige Flair der brasilianisch-afrikanischen Kultur. Salvador die drittgrößte Stadt Brasiliens nach Sao Paulo und Rio de Janeiro, war der Ort an dem in der Vergangenheit der Großteil der von den Portugiesen verschleppten Sklaven aus Afrika ankam. Und daher hat die Stadt auch heute noch mit mehr als 80% einen der höchsten Anteile an Einwohnern afrikanischer Abstammung. Dies ist auch an der weiterhin gepflegten Kultur, der Zubereitung der Speisen, dem Capoeira – einer Mischung aus Tanz und Kampfsport – und der afro-brasilianischen Sambarhythmen zu spüren. Zudem besitzt Salvador aufgrund der Tatsache, dass sie bis ins Jahr 1763 Hauptstadt Brasiliens war, eine Fülle an historischen Kolonialgebäuden und die gesamte Altstadt gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.
Auf der anderen Seite muss man allerdings auch ungeheuer vorsichtig sein, da die Stadt in der heutigen Zeit auch von großer Armut geprägt ist und die Kriminalitätsrate zu den höchsten Brasiliens gehört und das in einem Land, in dem die Kriminalität eh schon allgegenwärtig ist. Überall auf den Strassen liegen Obdachlose herum und Kinder die bis oben mit Drogen vollgepumpt sind laufen bettelnd durch die Strassen. Und gerade vor diesen Kindern ist die größte Vorsicht geboten, denn um an Geld für Drogen zu kommen wird gerne einmal in die Taschen der Touristen gegriffen und auch vor körperlicher Gewalt schrecken sie nicht zurück. Unser Tourguide hat uns auch direkt zu Beginn als er uns von unserer Pousada (eine Art kleines Hotel in privatem Besitz) abgeholt hat, empfohlen jeglichen sichtbaren Schmuck, Uhren und auch Portemonnaies im Hotel zurückzulassen. Denn alles was funkelt oder den Anschein von Geld ausstrahlt, verlockt solche Straßenkids nur dazu, einen zu beklauen oder zu überfallen. Daher ging es lediglich in kurzer Hose, T-Shirt, Sportschuhen, mit ein paar Geldscheinen und Kamera bewaffnet auf Erkundungstour durch die historische Altstadt. Auf unserer Tour gingen die Warnungen des Guides dann weiter, man solle nicht in die Strasse hier links abbiegen und auch die Gasse dort vorne rechts sei nicht zu empfehlen. Selbst er als Einheimischer meide diese Straßen, ließ er uns verstehen. Ich kann euch aber versichern, wir haben die 2 Tage dort sicher überstanden und das Flair der Stadt hat uns trotz der allgegenwärtigen Gefahr begeistert. Wer ein paar allgemeine Sicherheitsregeln beachtet, hat nichts zu befürchten.

Am letzten Wochenende ging es dann ab in den Dschungel, zum Amazonas bei Manaus. Die Anreise sollte sich allerdings als Tortur herausstellen. Der Inlandsflug der eh schon 4 Stunden 20 Minuten von Rio aus benötigt (das muss man sich mal vorstellen… mehr als 4 Stunden für nen Inlandsflug, da befindet man sich von Deutschland aus schon auf den Kanaren), war natürlich verspätet. Und das nicht nur um ein paar Minuten. Den gesamten Freitag hatte es in Rio geregnet und der Himmel war grau. Das war vermutlich zu viel für eine sonnenverwöhnte Nation wie Brasilien. Ob dies wirklich der einzige Grund war für die Verspätungen, ist uns bis heute nicht ganz klar. Wir sollten zumindest um 20.40 Uhr abfliegen. Da man in Rio schon mal mit viel Stau rechnen muss, sind wir frühzeitig vom Büro aufgebrochen und nach 2 Stunden im Taxi sind wir dann auch tatsächlich am Flughafen angekommen (es sei angemerkt, die Taxifahrt zum Flughafen dauert für gewöhnlich nur 35-40 Minuten). Dort angekommen war die Freude jedoch groß, denn selbst Leute die um 15 oder 16 Uhr hätten starten sollen, warteten noch auf ihren Fliegen. Keiner wusste Bescheid was eigentlich genau los war, Ansagen wurden auch keine gemacht – und wenn dann nur auf portugiesisch – und unser Flug erschien zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal auf den Bildschirmen der abgehenden Flüge. Die spärlichen Sitze im Terminal waren längst alle besetzt und auch auf dem Boden, machten sich genervte Passagiere sitzend, liegend und schlafend breit. Da half nur eins, gute Miene zum bösen Spiel machen und erst einmal ein kühles Bier ordern. Mit ein wenig Musik aus dem Laptop und zwei, drei weiteren Bier ließ sich das Warten so einigermaßen ertragen und um Mitternacht war es dann endlich so weit, s hieß Boarding. Unser Flieger war dann gegen 0.30 Uhr in der Luft und um 4 Uhr morgens Ortzeit sind wir letztendlich in Manaus gelandet.
Vollkommen übermüdet sind wir dann zu unserem Hotel gefahren, wo wir noch zwei Stunden Schlaf wahrnehmen konnten, denn um 7 Uhr morgens mussten wir schon wieder aufbrechen. Denn unser Ziel war ein Bootspier in Manaus, von wo aus ein Boot in den Dschungel ablegte. Die zweite Nacht haben wir uns nämlich in das weltweit größte Treetop Hotel (Ariau Towers) eingebucht, ein Hotel erbaut in den Baumkronen des Amazonas-Dschungel. Das witzige an diesem Hotel ist, dass es wirklich mitten im Dschungel an den Ufern des Rio Negro liegt. Die einzige Zivilisation dort draußen sind ein paar traditionell lebende Stämme und Familien. Das Hotel, das aufgrund seiner Besonderheit auch seinen Preis hatte, bot Vollverpflegung und ein volles Programm interessanter Adventure-Touren an. So standen in den nur 1 ½ Tagen vor Ort eine Dschungelwanderung, der Besuch einer traditionell lebenden, einheimischen Familie, Piranha-Fischen, Kaiman Spotting nach Einbruch der Dunkelheit und Schwimmen mit pinken Delfinen auf dem Programm. Begonnen hat der Nachmittag mit dem Besuch der traditionellen Familie, wo wir ein wenig über die Lebensweise der Familie erfahren haben und die Zubereitung eines traditionellen Fladengericht aus Maniok beobachten konnten. Wir durften – oder soll ich eher sagen mussten – das Endprodukt auch kosten, und haben unseren Gastgebern versichert, dass es ausgezeichnet geschmeckt hat. Das fanden auch die im Hotel lebenden Affen, die sich später über die von uns nach zwei Bissen verbleibenden Reste gefreut haben. Die Hinweisschilder „Do not feed the monkeys“ haben wir wohl irgendwie übersehen. Nach dem Besuch der Familie ging es zum Piranhafischen. Jeder von uns im kleinen Dschungelboot bekam eine Angel und einige Happen rohes, blutiges Fleisch als Appetitanreger. Nach ein paar Fehlversuchen, bei denen der Piranha schlauer war als ich und einfach das Fleisch vom Haken abgeknabbert hatte, sollte ich dann aber doch noch meinen Erfolg haben, denn gleich zweimal zappelte einer der kleinen Gesellen mit scharfen Zähnen an meinem Haken. Und damit zweimal mehr als bei meinem Kollegen Nacho der leer ausging… hehe, damit stand es Deutschland 2 : Mexiko 0. Am Abend nach Einbruch der Dunkelheit ging es dann in unserem kleinen Boot wieder raus auf den Fluss um Kaimane zu sichten. Und nach kurzer Zeit hatten wir auch schon einen mit unserem Scheinwerfer im Spotlight. Einer unserer Begleiter im Boot ist dann kurz an Land gesprungen und hat sich den kleinen Gesellen geschnappt. Es war zwar kein großes Exemplar, ansonsten wäre unser Bootguide jetzt vielleicht auch nicht mehr am Leben, aber einen wildlebenden Kaiman aus der Nähe zu sehen, war doch schon recht interessant. Und da dies noch nicht aufregend genug war, hat der Guide jedem der wollte den Kaiman auch einmal kurz übergeben, was für ein Foto reichte. Wichtig war nur, dass man den Anweisungen folgte wie man den Kaiman am Hals zu greifen hat, ansonsten könnte man die Rückfahrt schon mal mit einem oder zwei Fingern weniger antreten. Das waren schon mal klasse Touren. Am nächsten Tag ging es dann noch nach einer kurzen Dschungelwanderung mit ausführlichen Beschreibungen von Flora und Fauna zum Schwimmen mit Amazonasdelfinen. Die recht großen Delfine, die ein Gewicht von mehr als 250kg erreichen, haben ungewöhnlicherweise eine leicht rosa Färbung. Und nachdem wir uns ins Wasser des Rio Negro begeben hatten, unser Guide mit einem Eimer Fische bewaffnet, ließen die quirligen Gesellen auch nicht lange auf sich warten. Am Anfang ist dies noch ein wenig unheimlich, wenn einen ein Delfin unter Wasser plötzlich am Bein streift und im nächsten Augenblick nur wenige Zentimeter entfernt ein Delfinkopf aus dem Wasser ragt. Aber die Erfahrung war doch ziemlich aufregend, so wie das ganze Wochenende ein Abenteuer war. Nach zwei Stunden Bootsfahrt zurück in Manaus, haben wir die nächste Nacht dann wieder einmal fast gar nicht geschlafen, denn unser Flug zurück nach Rio ging aufgrund der begrenzten Flugverbindungen nach/von Manaus bereits um 4:20 Uhr nachts. Und anstelle uns wiederum nur 2-3 Stunden Schlaf zu gönnen, haben wir die ganze Sache dann gleich mal komplett gecancelt und haben uns bis 1:30 Uhr ins Nachtleben von Manaus gestürzt, von dort zurück zum Hotel, Koffer geschnappt, ausgecheckt und ab zum Flughafen. Mit einigen Caipirinhas und Bier im Blut konnten wir so zumindest im Flieger ein wenig schlafen. Und die restlichen Stunden Schlafmangel haben wir dann, den Montag in Rio nachgeholt, denn der war in Brasilien ein Feiertag.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Iguazu-Wasserfälle

Nachdem ich die ersten beiden Wochenenden, in zwei der bedeutendsten Metropolen Südamerikas verbracht habe, in Buenos Aires und Rio de Janeiro, sollte am darauf folgenden Wochenende ein wenig die Naturschönheit des Landes betrachtet werden. Und was gibt es da besseres als die weltbekannten Iguazu-Wasserfälle. Ich bin ja bereits 7 Jahre zuvor, während meines Praktikums in Kanada an den Niagarafällen gewesen, aber diese sind im Vergleich zu den Iguazufällen ein Witz. Sowohl von der Lage der Fälle, umgeben von dichten Tropenwäldern, als auch von der Größe der Fälle und der Gewalt der Wassermassen, ist Iguazu eindeutig beeindruckender. Die Wasserfälle teilen sich Brasilien und Argentinien und man kann problemlos die Grenze übertreten, um beide Seiten zu betrachten. Und dies macht auch durchaus Sinn, denn die Ansicht von beiden Ländern ist vollkommen verschieden. Während man sich auf der brasilianischen Seite eher auf der Höhe des Flussspiegels bewegt und die Fälle von unten betrachtet, bewegt man sich auf der argentinischen Seite auf Stegen direkt oberhalb der Fälle. Freitagabend angekommen haben wir zunächst einmal unser Hotel auf brasilianischer Seite bezogen, und haben am nächsten Tag die Fälle von Brasilien aus bestaunt. Man kann dort einige Kilometer den Fluss entlang gehen und die Fälle aus sicherer Entfernung betrachten. Am Ende des Pfades kommt man den Fällen jedoch auf Tuchfühlung nah und die Gicht der Fälle peitscht einem ins Gesicht. Wer nicht nass werden will, der sollte die Brücke in die Mitte des Flusses tunlichst vermeiden… aber wenn man schon man da ist, dann sollte man sich das nicht entgehen lassen. Es wurde anschließend auch noch nasser, denn wir haben uns den Spaß gegönnt und haben uns den Fällen auf einem motorisierten Boot angenähert. Und dort hat man die Gewalt der Fälle dann mal so richtig gespürt. Das Boot hat zunächst einmal noch in sicherer Distanz vor den Fällen gehalten und wir konnten unsere Fotos machen. Danach wurde es dann allerdings nass. Wir wurden aufgefordert unsere Kameras in den wasserdichten Sicherheitsbeutel zu geben und dann ging es auch schon mit Vollgas vor die herabstürzenden Wassermassen. An ein Öffnen der Augen war in dem Augenblick kaum noch zu denken und es blieb wirklich kein Zipfel der Kleidung trocken. Bis auf die Unterwäsche durchnässt ging es zurück zum sicheren Steg. Ein Sprung ins kühle Wasser des Flusses hätte den gleichen Effekt gehabt. Aber es war ein Heidenspaß, den wir nicht missen wollten. Der Tag war aber noch nicht vorbei, denn nachdem wir die Fälle von unten aus sicherer Entfernung gesehen hatten und aus nächster Nähe im Boot wollten wir die Fälle gerne noch aus der Vogelperspektive betrachten. Und was wäre da besser geeignet als ein Helikopterrundflug über die Fälle. Der Flug hat zwar gerade einmal 10 Minuten gedauert, aber wie auch aus dieser Perspektive konnten Die Wasserfälle ein weiteres Mal beeindrucken. Als wir dann zurück im Hotel waren, haben wir nur kurz unsere Koffer geschnappt und dann ab mit dem Taxi rüber nach Argentinien, wo wir unsere zweite Nacht verbracht haben. Dort haben wir im Sheraton Hotel übernachtet, das einzige Hotel das innerhalb des zugehörigen Nationalparks liegt und das einzige Hotel mit direktem Blick auf die Fälle. Am Sonntag stand dann das gleiche auf dem Programm, nur auf argentinische Seite. Wie zuvor aber schon erwähnt, unterscheidet sich die argentinische Seite grundlegend von der brasilianischen Seite. Man läuft nämlich direkt oberhalb der Fälle auf Stegen die Fälle entlang. Man kommt so mit den Fällen auf unheimliche Tuchfühlung und kann die Gewalt der Wassermassen noch besser wahrnehmen. Und das Gute an der Sache ist, man wird nicht nass, denn die Gischt bildet sich erst unten beim Aufprall.
Alles in allem hat mir die argentinische Seite besser gefallen. In Brasilien mag man den besseren Panoramablick auf die Fälle haben, doch in Argentinien kann man die Fälle aus nächster Nähe genießen. Beide Seiten haben ihre Liebhaber, aber es ist auf jeden Fall lohnenswert sich beide Seiten anzuschauen.



Und wie in vielen Ländern zuvor sollte auch ein Wochenende am Strand wieder dabei sein. Und bei der Vielzahl von Stränden in Brasilien muss man gar nicht weit fahren. Daher ging es am darauf folgenden Wochenende nach Buzios, das Sylt Brasiliens ca. 130km von Rio entfernt. Aber wie so oft gibt es hiervon nicht viel zu berichten. Sonne, Strand und abends Party. So kurz und knapp, lässt sich dieses Strandwochenende wie so viele Anderen beschreiben.
Und da es nichts Besonderes war, sind wir am Sonntag auch schon relativ frueh zurueck nach Rio gefahren. Dort hatte ich dann noch die Zeit und Moeglichkeit auf den Zuckerhut zu fahren, wozu ich zuvor nicht gekommen war. Bei strahlendem Sonnenschein und einem kuehlen Blonden auf der Spitze des Zuckerhuts konnte ich noch den Sonnenuntergang hinter Cristo Statue geniessen. Aaaaah, das Leben kann ja sooo hart sein. :-)













(Bilder: 1. Braslianische Seite, 2. Vom Boot aus, 3. Vogelperspektive vom Heli, 4. Argentinische Seite, 5. Zuckerhut in Rio, 6. Sonnenuntergang mit Blick auf Cristo Redentor)

Dienstag, 22. September 2009

Rio de Janeiro und Buenos Aires

Seit nunmehr drei Wochen bin ich in Rio de Janeiro und ich genieße die Zeit hier doch sehr. Von allen Einsatzorten, in die mich mein Job führen kann, steht Rio zusammen mit anderen gefragten Zielen wie z.B. Japan und Australien ganz oben auf der Liste der Beliebtheitsskala bei den Kollegen und jeder versucht diese Ziele zu bekommen. Unglücklicherweise sind die Chancen bei einem Team von 4 Mann in Rio und knapp 30 Kollegen in der Abteilung doch sehr gering. Daher freut es mich umso mehr, dass ich diese Gelegenheit dieses Jahr bekommen habe. Wenn ich derzeit aus dem Fenster schaue regnet es zwar und der Himmel war den ganzen Tag grau, aber dies war in den vergangenen drei Wochen eher die Ausnahme. Man muss bedenken, dass hier gerade erst der Frühling begonnen hat und dafür sind die Temperaturen mit über 20 Grad (selbst bei Regen), für europäische Verhältnisse doch schon sehr warm. An den sonnigen Tagen, springt das Thermometer auch jetzt schon über 30 Grad. Und der Tag beginnt auch jeden Tag schon sehr gut, wenn man aufwacht und vom Hotelzimmer aus direkt auf den Strand und das Meer blickt. Nach dem Frühstück, natürlich auch mit Blick auf den Atlantik, führt uns dann die 10 Kilometer lange Fahrt zum Büro direkt vorbei an den weltbekannten Stränden von Leblon, Ipanema und Copacabana. Beeindruckend ist an jedem Morgen auch der Körperkult, der von den Brasilianern betrieben wird, denn schon um 8 Uhr morgens laufen, walken und skaten hier die Cariocas (so werden die Einwohner Rios genannt) in Massen die Strandpromenaden entlang und das bevorzugt Oberkörper frei (zumindest die männlichen Einwohner). Da fühlt man sich gerade zu schlecht, wenn man mal ne Woche keinen Sport gemacht hat und das Abendessen bevorzugt bei McDonalds und Co eingenommen hat. Auch das Büro ist einfach herrlich gelegen. Schaut man von der einen Seite aus dem Fenster so sieht man auf das Meer und den Zuckerhut und auf der gegenüberliegenden Seite kann man die Christusstatue sehen. Da fällt einem das Arbeiten doch gleich ein wenig leichter.

Am ersten Wochenende hat es mich dann jedoch zunächst einmal aus Brasilien heraus geführt, aber das auch das einzige Mal in den gesamten acht Wochen. Das Ziel lautete Buenos Aires, die Hauptstadt Argentiniens. Die Beliebtheit der Argentinier bei den Brasilianern ist ungefähr so groß, wie die der Holländer bei einem Fußballländerspiel gegen Deutschland, was natürlich gleich zu ein wenig Unmut bei den Kollegen hier vor Ort geführt hat. Ich konnte die Gemüter jedoch gleich auch wieder beruhigen, indem ich versprochen habe, die restlichen Wochenenden allesamt in Brasilien zu verbringen. Buenos Aires wurde mir zuvor von vielen Kollegen als die vermutlich europäischste Stadt Südamerikas angepriesen. Und in der Tat, erinnert aufgrund der Häuserfassaden, der historischen Gebäude und der kleinen gemütlichen Restaurants die Stadt das ein oder andere Mal an Europa. Dennoch sind die wesentlichen Sehenswürdigkeiten Buenos Aires relativ überschaubar und an einem Tag zu Fuß hat man die wichtigsten Punkte der Stadt erkundet. Am Abend haben wir uns dann live in einer der vielen Bars das WM-Qualifikationsspiel Argentinien-Brasilien angeschaut, was natürlich hier der Klassiker schlechthin ist. Die Tatsache, dass die Argentinier dieses Spiel zu Hause gegen den Erzrivalen verloren haben, hat natürlich nicht gerade zur Stimmungssteigerung beigetragen, dennoch war der Abend recht witzig und emotional.
Am Sonntag danach stand dann noch Nervenkitzel auf dem Programm, der Höhepunkt des Wochenendes. Mein mexikanischer Kollege Ignacio, von allen nur Nacho genannt ist ein recht verrückter Vogel und speziell für alle Aktivitäten verbunden mit Adrenalin zu begeistern. Er hatte nahe Buenos Aires einen Fallschirmsprungverein ausgemacht und konnte mich in nur wenigen Minuten davon überzeugen einen Tandemsprung zu machen. Wir haben uns also am Sonntagmorgen in das ca. 70km von Buenos Aires entfernte Chascomus begeben, um uns aus einem Flugzeug zu stürzen. Nach einer kurzen Einweisung wie wir uns beim Sprung verhalten sollten, ging es dann auch schon los. Da das Flugzeug aber dermaßen klein ist, dass gerade einmal drei Personen Platz finden, nebst Pilot, mussten wir nacheinander springen. Und wie der gute Nacho nun einmal so ist, hat er mir freundlicherweise den Vortritt gelassen. Neben 4 weiteren Argentiniern, die sich an diesem Tag diesem Abenteuer hingeben wollten, war ich also der erste der feststellen durfte, ob der Fallschirm sich auch wirklich öffnet. Das Flugzeug war schon ein wenig holprig, aber nicht weiter schlimm, denn was sollte schon passieren… im Falle eines Absturzes, ich habe ja einen Fallschirm, hehe. Es ging hoch auf 3000m und dann kam der Moment als sich die Tür der Cesna öffnete. Das ist der Moment in dem einem dann doch ein wenig mulmig wird und der Puls langsam hochschnellt. Mit mir und meinem Tandemspringer, war noch ein Kameramann dabei, als Beweis dafür dass ich auch wirklich gesprungen bin. Der Kameramann ist dann als erster über uns geklettert und hat an einem kleinen Trittbrett an der Außenseite des Fliegers gehangen. Dann war ich an der Reihe. Zunächst die Beine aus dem Flieger hängen und alles was dann kommt war nicht mehr in meiner Macht, denn schließlich war hinter mir mein Tandemspringer eingeklinkt. Und wer der entscheidet jetzt geht es raus, dann geht es raus. Und genau dieser Moment war auch der Extremste, die eins, zwei Sekunden wenn man aus dem Flugzeug fällt. In diesem Moment rast der Puls auf 250 und ehe man sich versieht geht es in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit in Richtung Erdboden. Der Freifall dauerte 35 Sekunden, in denen einen der Fallwind die Haut nahezu vom Gesicht zieht und die Haare zu Berg steigen lässt. Ich kann nur sagen… Adrenalinkick pur! Die 35 Sekunden sind jedoch schneller vorbei als man denkt und nach einem kurzen Ruck durch den sich öffnenden Schirm, geht es dann ganz entspannt für ca. 5 Minuten schwebend nach unten. Mit festem Boden unter den Füßen fühlen sich die Beine dann zwar doch ein wenig weich an, aber es auf jeden Fall eine unglaubliche Erfahrung. Nach mir durfte dann auch Nacho sein Glück versuchen, der verrückt wie er nun einmal ist im Spiderman-Kostüm gesprungen ist.

Das zweite Wochenende ging es nicht ganz so aufregend zur Sache, aber nicht minder schlecht, denn ich bin das Wochenende in Rio geblieben. Denn was man in der Woche neben der Arbeit nicht erleben kann, sind die schönen Seiten Rios mit seinen Stränden und den herrlichen Panoramablicken vom Berg Corcovado, auf dem die Christusstatue steht und dem Zuckerhut. Leider war es den Samstag bewölkt und so machte eine Fahrt hoch auf den in Wolken verdeckten Corcovado oder Zuckerhut keinen Sinn. Ich habe den Tag daher genutzt um ein wenig im Zentrum Rios herumzuspazieren und einem anschließenden ausgiebigen Walk entlang den Stränden von Ipanema und Lebon. Den Sonntag wurden wir dann glücklicherweise mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein belohnt und es ging hoch auf den Corcovado, um das Wahrzeichen Rios, Cristo Redentor zu sehen. Die Aussicht von dort oben ist wirklich atemberaubend schön und es bietet sich ein Rundumblick auf die von oben so friedlich wirkende Stadt Rio de Janeiro. Leider ist sie in Wirklichkeit nicht ganz so friedfertig, denn überall in den Hängen der so typischen Hügel von Rio liegen die Favelas, die Armenviertel Rios. Die Favelas, in denen Drogen und Waffengewalt an der Tagesordnung sind, sollten von jedem Touristen weit umgehen werden, will man sich nicht selbst in Gefahr bringen. Trotz dieser Gefahr die hier allgegenwärtig ist, besitzt die Stadt eine unglaubliche Anziehungskraft, was einem spätestens bei der Aussicht vom Corcovado bewusst wird. Die Fahrt hoch auf den Zuckerhut habe ich zwar am gleichen Tag nicht mehr geschafft, dies ist aber vor meiner Abreise in 5 Wochen auf jeden Fall noch geplant.


(Bilder: 1. Regierungsgebäude Casa Rosada, 2. Flugzeug des Grauens, 3. Erste Sekunde nach dem Absprung, 4. Freifall über Argentinien, 5. Panoramablick auf Rio de Janeiro, 6. Cristo Redentor, 7. Eines der zahlreichen Favelas)

Samstag, 12. September 2009

Philippinen - 2. Abschnitt

Oh mein Gott, da gibt es jetzt aber einiges nachzuholen. Vier weitere Wochen auf den Philippinen, ein Neusser Schützenfest und knappe zwei Wochen Brasilien liegen schon wieder hinter mir. Eine so lange Pause vom Schreiben habe ich mir zuvor noch nie genommen, aber das war leider auch nicht ganz freiwillig. Insbesondere die letzten beiden Wochen in den Philippinen waren Horror, da ich vor lauter Arbeit an meinen Bericht gar nicht denken konnte. Bei 12-15 Stunden Arbeit täglich bleibt nach der Arbeit außer für Schlaf nicht mehr viel Zeit. In diesem Bericht konzentriere ich mich jetzt auf die Zeit in den Philippinen, die letzten zwei Wochen in Brasilien, sollen dann in einem weiteren Bericht folgen. Und auch für diesen Bericht wähle ich dann mal den Schnelldurchlauf und lasse ein wenig mehr die Bilder sprechen.

Wie ja bereits im letzten Bericht angekündigt ging es in den Norden der Hauptinsel Luzon, nach Banaue, zu den landesweit bekannten Reisterrassen. Die Hin- und Rückfahrt waren mit jeweils 8 und 7 Stunden zwar äußerst mühsam, aber bereut habe ich es nicht. Reis, den man in Deutschland ja eher aus der Tüte kennt, gedeiht in ganz Asien au vielen grünen Reisfeldern. Da der Norden bei Banaue aber sehr bergig ist (die Höhenlage entspricht in etwa der in deutschen Alpen), sind die dortigen Bauern darauf angewiesen ihre Reisfelder terrassenförmig in den Berghang zu bauen. Und das witzige daran ist, dass die Reisterrassen nicht etwa in den letzten 10 oder 20 Jahren gebaut wurden, sondern bereits vor hunderten von Jahren angelegt wurden und von Generation zu Generation weitergegeben wird. Und da es außer durch den jüngst entstandenen Tourismus kaum andere Beschäftigungsfelder gibt, werden die Felder auch heute noch kultiviert und instand gehalten. Es gibt in der Region in den verschiedensten Dörfern Reisterrassen und die 5 beeindruckendsten gehören zum UNESCO Weltkulturerbe. Je nach Jahreszeit empfiehlt es sich andere Terrassen zu besichtigen, abhängig von der Erntezeit. Denn nur kurz vor der Ernte erstrahlen die Reisterrassen in saftigem grün, nach der Ernte sind sie dann braun und nicht mehr so schön anzuschauen. Seht also bitte selbst wie das so aussieht.



















Von den vier Wochen in Manila gibt es an und für sich nicht viel Aufregendes zu berichten. Denn neben viel Arbeit gab es nur von einer anderen Sache noch viel… vom Regen. Das nächste Wochenende ging es zur Erholung an den Strand nach Cebu, eine Flugstunde von Manila entfernt. Und wie Strandwochenenden nun mal so sind, dreht sich dabei besonders viel ums relaxen und Sonne tanken. Damit kann ich auch dieses Kapitel schon abschließen.

Die letzten beiden Wochenenden ging es dann nochmals raus aus den Philippinen. Zunächst nach Macau, dass lange Zeit unter portugiesischer Flagge lief, mittlerweile aber seit langem zu China gehört. Macau ist insbesondere für seine Casinos bekannt und wird gerne auch als das Las Vegas Asiens bezeichnet. Und wenn es schon einmal dort hingeht, dann wollten wir uns – meine Kollegin Miyuki hat mich begleitet – auch in einem der Casino-Hotels einfinden. Seit etwa 2 Jahren gibt es in Macau das Venetian Hotel und Casino, ein gleichnamiger Nachbau eines der bekanntesten Casinos in Las Vegas.. Alles dreht sich hier um Venedig und italienisches Flair. Der gigantische Komplex, der die Größenordnung des Venetian in Las Vegas noch übertrifft, verfügt über 3000 Suiten, ein Casino mit 750 Spieltischen und 3000 Spieltautomaten, eine Arena für Konzerte, ein großes Theater mit täglichen Aufführungen des Cirque du Soleil, mehr als 30 Restaurants und ein Shoppingmeile mit 350 Geschäften, eine Rialtobrücke gemäß dem Vorbild Venedigs und künstlich angelegte Kanäle auf denen Gondeln mit singenden Chinesen fahren. Einfach nur Waaahnsinn und für die Chinesen, die überzeugte Spieler sind genau das Richtige. Für meinen Geschmack ein wenig zu groß und zu laut, aber eine Erfahrung dort gewesen zu sein war es auf jeden Fall. Meinen Vorsatz dort ein wenig Black Jack zu spielen habe ich dann auch nicht gehalten, denn bei einem Mindesteinsatz pro Runde von schlappen 25 US-Dollar ist man dort wenn es schlecht läuft schnell mal 200-300 Dollar in wenigen Minuten los. Da hört meine Spielleidenschaft dann doch auf. Neben dem ganzen Casinorummel haben wir uns aber auch ein wenig Macau angeschaut, denn aufgrund der portugiesischen Kolonialzeit, gibt es hier ein paar schöne Gebäude zu sehen. Und am Abend haben wir dann auch noch die Show des Cirque du Soleil im Hotel genossen.

































Am letzten Wochenende auf den Philippinen, aufgrund eines Feiertages ein 3-Tage Wochenende, habe ich mir dann ein lange erträumtes Ziel erfüllt, das nicht so leicht zu erreichen ist: Angkor Wat. Angkor Wat steht synonym für ein riesiges Areal von zahlreichen Tempeln bei der Stadt Siem Reap in Kambodscha. Um nach Angkor Wat zu gelangen musste ich einen 3-stündigen Zwischenstop in Bangkok einlegen und von dort eine weitere Flugstunde nach Siem Reap antreten.
Angkor Wat ist im engeren Sinne nur ein Tempel in der Region Angkor, aber aufgrund seiner Größe und Bauweise der Bedeutendste. Neben Angkor Wat gibt es zahlreiche weitere Tempel, der größte ist Angkor Thom und einer der beliebtesten ist Ta Prohm, der Dschungeltempel. Die Beliebtheit von Ta Prohm kommt daher, dass der stark zerfallene Tempel von riesigen Würgefeigen umgeben wird, deren Wurzeln sich um den Tempel klammern. Einer der Hauptszenen des Films Tomb Raider wurde in diesem Tempel gedreht. Um mehr über diese beeindruckenden Tempelanlagen zu erfahren, habe ich mir einen ganzen Tag einen Führer genommen. Dieser konnte mir dann auch erklären, warum es so viele Tempel in der Region gibt. Die in der Zeit vom 9. bis 15. Jahrhundert lebenden Könige wurden nach damaligem Glauben nach ihrem Tode zu Göttern und in ihrem Tempel begraben. Jeder König wollte nun aber größer und bedeutender als die vorhergehenden Könige sein. Dies bedeutete, wenn der letzte König zwei Tempel gebaut hatte, so musste der nächste König zumindest drei Tempel bauen und so weiter. Somit haben die Könige sich gegenseitig zu überbieten versucht und es kam vor, dass mancher König mehr als 5 Tempel in seinem Leben erbauen ließ.
Die meisten Tempel in der Region haben hinduistischen Ursprung, so auch Angkor Wat. Erst in späterer Zeit als der Buddhismus in Kambodscha an Bedeutung gewann, wurden Tempel in buddhistischem Stil erbaut. Eine beliebte Aktivität ist auch den Sonnenaufgang hinter dem Tempel Angkor Wat zu beobachten, und die mystische Atmosphäre in dem vollkommen dunklen Tempelkomplex zu erleben. Einziger Nachteil ist, dass man hierfür bereits um 5 Uhr morgens vom Hotel aufbrechen muss. Aber gut, wenn man schon mal da ist dann muss man da halt durch. Vorteil ist aber, dass zu dieser Zeit die Temperaturen noch recht erträglich ist, denn spätestens zur Mittagszeit ist das tropisch heiße und schwüle Klima kaum zu ertragen. Den ersten Tag in Angkor war ich den ganzen Tag mit Führer und im vom Hotel angemieteten, klimatisierten Auto unterwegs. Da hat man zwischendurch immer mal wieder ein wenig Abkühlung. Den zweiten Tag habe ich mich dann von einem der zahlreichen Tuk Tuks zu zwei Tempeln etwas weiter außerhalb von Angkor befördern lassen. Das Tuk Tuk bietet zwar nicht den Komfort einer Klimaanlage, aber durch den Fahrtwind erhält man auch eine Abkühlung und der Vorteil ist, dass man die Atmosphäre von Angkor besser aufnimmt als im abgeschotteten Fahrzeug. Eine wichtige Empfehlung ist auf jeden Fall, immer viel Wasser dabei zu haben. Trotz der Temperaturen habe ich jede Minute in Angkor genossen und es zählt ganz sicher zu einer meiner besten Wochenenden in den vergangenen 20 Monaten bei Coke. Also wem immer auch sich die Gelegenheit bietet und wer sich auch über Sonne und Strand hinaus für ein wenig Kultur interessiert… nix wie hin!
































































Tja, das war meine Zeit in den Philippinen. Und obwohl es bereits mein zweiter Einsatz dort war, habe ich wieder interessante Wochenenden erlebt. Danach ging es nach mehr als 6-monatiger Abwesenheit aber doch mal wieder für ein Wochenende ab in die Heimat nach Neuss um Familie und Freunde zu sehen. Und was trifft sich da noch besser als dies gerade am Schützenfestwochenende zu tun. Nun ja, und wie so ein Schützenfestwochenende verläuft, das muss ich euch ja wohl nicht erzählen. Natürlich… mit viel Party, Bier und einem dicken Schädel am nächsten Morgen.

Viele Grüße aus dem sonnigen Rio. Ich versuche in den kommenden Tagen einen Bericht von hier nachzuschieben.

(Bilder: 1.+2. Reisterrassen von Banaue, 3.+4. Venetian Macau Hotel & Casino, 5.+6. Historische Altstadt von Macau, 7.-9. Angkor Wat Tempel, 10. Ta Prohm, 11.+12. Fahrweise in Kambodscha, 13. Eins von tausend Tuk Tuks, 14. Tankstelle á la Kambodscha - Benzin aus Flaschen)