Freitag, 24. Oktober 2008

Good Bye Philippinen

Wir haben heute Sonntag den 26. Oktober und am Freitag war mein letzter Tag auf den Philippinen. Ich sitze derzeit im Hotel in Taipei, wo ich das Wochenende verbringe und lasse gerade einmal die vergangenen 7 Wochen Revue passieren. Meinen Abflug am Freitag aus den Philippinen habe ich mit gemischten Gefühlen empfunden. Auf der einen Seite ist das Land doch ein wenig chaotisch, unterentwickelt und die ständigen Temperaturen über 30 Grad verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit können auf Dauer doch recht belastend sein. Andererseits hat mir die Zeit jedoch sehr gut gefallen, wie es zuvor vermutlich nur meine Zeit in Costa Rica getan hat. Hervorzuheben sind dabei 2 Dinge: Die zahlreichen wunderschönen Strände die das Land zu bieten hat und insbesondere die MENSCHEN hier. Die Freundlichkeit, die einem hier von den Menschen entgegengebracht wird ist wirklich einzigartig. Ich bin in den vergangenen 10 Monaten bei Coke und auch auf meinen Reisen zuvor, ja schon ein wenig in der Weltgeschichte herumgekommen, aber die Freundlichkeit der Menschen auf den Philippinen, habe ich zuvor wirklich noch nirgendwo sonst auch nur annähernd so erlebt. Das wird sicher eine der Dinge sein, die ich von den Philippinen im Gedächtnis behalten werde und aufgrund dessen ich eine Rückkehr auf die Philippinen nicht ausschließen würde. Aber nun gilt es ja zunächst noch von den zwei zurückliegenden Wochenenden zu berichten.

Vor 2 Wochen bin ich nach Brunei geflogen. Jetzt wird sich sicherlich der ein oder andere fragen, wo das denn liegt und warum man dort ein Wochenende verbringt. Zur ersten Frage kann ich sagen, dass es auf der Insel Borneo im südchinesischen Meer liegt und eingerahmt wird von Malaysia. Zur zweiten Frage weiß ich allerdings selbst keine vernünftige Antwort, denn Brunei hat nicht wirklich viel zu bieten. Die Entscheidung dorthin zu fliegen wurde eher spontan getroffen. Ich habe einen Kollegen (Sylvain), der Länder sammelt so wie andere Leute Briefmarken. Er zählt die Länder, die er in seinem Leben schon bereist hat und da er in Brunei noch nicht war, meinte er da müsse man unbedingt mal hinfliegen. Und so habe ich mich zusammen mit drei weiteren Kollegen kurzerhand dazu entschlossen mich anzuschliessen, ohne groß über das Ziel nachzudenken. Für einen unserer Kollegen war die Reise aber bereits am Check-In Schalter des Flughafens von Manila zu Ende. Der Grund ist, dass er sich nicht über die Visa-Bestimmungen informiert hat und als chilenischer Staatsbürger ein Visum benötigt, welches er natürlich nicht hat. Damit war die Absicht nach Brunei zu fliegen für ihn gestorben. Aber flexibel wie nun mal viele der Kollegen sind, ist er gleich im Anschluß an den Ticketschalter von Philippines Airlines gegangen und hat sich ein Ticket für Samstag morgen auf die Insel Boracay gebucht. Denn das Wochenende in Manila zu verbringen, ist halt doch zu langweilig. Für den Rest von uns ging es jedoch nach Brunei. Aufgrund der recht spärlichen Attraktionen in dem Land bestand unser Wochenende aus einer Dschungeltour am Samstag und einer Erkundung der Hauptstadt Bandar Seri Begawan am Sonntag. Das Einzige, das es in der Hauptstadt jedoch zu sehen gibt, sind zwei große Moscheen, denn das Land ist streng muslimisch. Die Moscheen sind aufgrund des Reichtum des Sultans von Brunei sehr prunkvoll und mit viel Gold ausgestattet und waren recht interessant. Der muslimische Glauben bringt mich aber auch gleich zum nächsten Punkt. Man bekommt in dem Land absolut keinen Alkohol. Egal ob man sich in einem Restaurant oder Hotel befindet, man hat keine Möglichkeit auch nur 1 Glas Bier oder Wein zu erhalten. Dementsprechend ist ein Nachtleben auch nicht existent in Brunei und das einzige Vergnügen, das man sich gönnt sind Kinos. Das Gesetz wird sogar so streng ausgelegt, dass es für Muslime nicht einmal gestattet ist Alkohol in das Land einzuführen. Dies gilt jedoch nicht für Angehörige anderer Konfessionen und so haben wir uns vorrausschauend wie wir sind, am Flughafen von Manila mit einer Flasche Bacardi eingedeckt. Und so haben wir am Samstag abend auf der Poolterrasse unseres Hotels gesessen und haben unseren eigens mitgebrachten Rum genossen. So kam zumindest ein wenig Freude auf. :-) Zusammenfassend muss man jedoch sagen, es war eher eines der nicht so spannenden Wochenenden und ich kann niemandem guten Gewissens empfehlen Brunei zu bereisen.

Das letzte Wochenende auf den Philippinen habe ich dann noch einmal dazu genutzt um die Schönheit des Landes zu genießen. In jedem Reiseführer der Philippinen und auch von den Kollegen die zuvor auf den Philippinen waren, wurde eine Insel immer wieder als absolutes Muss genannt: Palawan. Dort ging es daher auch hin und zwar nach El Nido. Vor der Küste El Nidos liegt das sogenannte Bacuit-Archipel, welches über 45 kleine Inseln verfügt, die jedoch über keine Zivilisation verfügen. Lediglich auf zwei der Inseln liegt jeweils ein wunderschönes Resort. An dieser Stelle muss ich bereits vorwegnehmen, ich glaube an diesem Wochenende habe ich den schönsten Flecken Erde gesehen an dem ich bisher gewesen bin. Uns stand am letzten Wochenende ein verlängertes Wochenende von 3 Tagen zur Verfügung, da wir einen Feiertag der auf den Philippinen am 1. Oktober war, auf den letzten Montag geschoben haben. Drei Tage sind auch mehr oder weniger notwendig, da die Anreise nach El Nido doch etwas beschwerlich ist. Es gibt keinen richtigen Flughafen in El Nido, sondern lediglich einen kleinen Landeplatz, der nicht einmal richtig asphaltiert ist. Die Landebahn besteht aus einer Mischung von Asphalt, Sand und Staub. Man keinen Flug dorthin direkt buchen. Der Flug wird vom Hotel organisiert wenn man eines der beiden Resorts bucht. Ich dachte ja bereits der Flieger nach Boracay war klein, doch ich wurde eines Besseren belehrt. Das Flugzeug nach El Nido verfügte über genau 16 Sitze, die Sicherheitseinweisung wurde aus Platzgründen bereits am Boden durchgeführt und zum Cockpit besteht keine abgetrennte Tür, sodass man dem Pilot während des ganzen Fluges bei seinen Aktivitäten zuschauen kann. Stewardessen oder Flugbegleiterinnen wie sie heute ja auch gerne genannt werden, gab es auch keine und so fiel dann dementsprechend auch der Service aus. Glücklicherweise habe ich die erste Reihe, direkt hinter dem Co-Piloten erwischt und so konnte ich den Flug sogar aus der Frontscheibe des Flugzeuges beobachten. Die Flughöhe ist bei gerade einmal 450km/h auch sehr gering und so hatte man einen herrlichen Blick auf die Inselwelt der Philippinen. Der Flug war an der ein oder anderen Stelle schon ein wenig unruhig und insbesondere der Rauch/Qualm der aus dem Bodenbereich aufstieg war doch etwas beunruhigend. Man hatte uns aber vor dem Flug versichert, dass der Qualm normal sei und aufgrund der Klimaanlage entstehen würde. Nach der sicheren Landung auf der Feldpiste ging es dann mit einem Boot weitere 40 Minuten durch das Inselarchipel zu unserem Resort auf Miniloc Island. Das ganze Wochenende war ein Traum. Neben der Tatsache, dass das Resort herrlich in einer kleinen Bucht umrahmt von hohen, tropisch bewachsenen Felsen liegt, waren speziell die ganzen Aktivitäten und Leistungen die in unserem Paket inbegriffen sehr angenehm. Neben vielen sportlichen Aktivitäten wie Schnorcheln, Kayakfahren in kleinen Buchten mit kristallklarem und blau-grünlich schimmerndem Wasser, Windsurfen, Segeln, Beachvolleyball und Klettern hatte man auch durchgehend die Möglichkeit sich von einem der Boote des Resorts auf eine der anderen Inseln fahren zu lassen, wo die Resorts kleine private Strände besitzen. Selbstverständlich verfügen diese Strände über alle Eigenschaften, die man von einem paradiesischen Strand erwartet. Weißer Sand, palmengesäumt, kristallklares Wasser, komfortable Liegen, überdacht von kleinen schattenspendenden Holzhütten, einer Bar, die einen mit allen gewünschten Getränken versorgt und natürlich Sonne ohne Ende. Zudem hat man die Möglichkeit das Mittagessen an einem der Strände einzunehmen, sodass man nicht zurück zum Resort fahren muss. An einem der von uns besuchten Strände (Entalula Island), geschieht dies in Form eines Picknicks im japanischen Stil, mit Sitzkissen und niedrigen Tischen und frisch am Strand gegrilltem Fleisch und Fisch. Die andere Insel (Pangulasian Island) bietet einen kleinen offenen Restaurantbereich, in dem ein Buffet angeboten wird und wiederum frisch gegrillter Fisch, Garnelen, Beef und Hühnchen.
Der einzige Nachteil, den man eventuell erwähnen könnte ist, dass ein Nachtleben nicht vorhanden ist, bedingt vielleicht auch dadurch, dass die Resorts bevorzugt von koreanischen und japanischen Hochzeitsreisenden besucht werden. Aber wenn man dort hinfliegt sucht man auch nicht in erster Linie Party, sondern eher Erholung. Und wenn man die Möglichkeit hat an diesem himmlischen Ort ein paar Tage zu verbringen, dann genießt man es einfach mal mit einem Buch unter Palmen zu liegen und die Seele baumeln zu lassen. Ich kann abschließend sagen, dass war ganz gewiss das bisher schönste Wochenende, dass ich in den letzten 10 Monaten erlebt habe und ich würde wenn sich die Gelegenheit bietet, ohne zu überlegen wieder dort hinfliegen.
Aber nun ist die Zeit auf den Philippinen ja erst einmal vorbei und ich schaue voraus, auf das was mich in den kommenden 8 Wochen in China erwartet.

(Bilder: 1) Brücke durch den Dschungel Bruneis, 2) Sultan Omar Ali Saifuddin Moschee, 3) Weitere Moschee Bruneis, 4) 16-Sitzer nach El Nido, 5) Resort in El Nido, 6) Einer der unzähligen schönen Strände, 7) Palmenstrand auf Pangulasian Island, 8) Sonnenuntergang vom Boot aus gesehen)

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Hong Kong - Da gewesen und doch nichts gesehen

Ich hatte mich ja so auf Hong Kong gefreut und es haette auch so schoen sein koennen, doch leider wurde mir da ein Strich durch die Rechnung gemacht. Denn am Donnerstag abend begann sich bei mir in der Magendgegend ein seltsames Gefuehl breit zu machen. Und am Freitag lag ich dann leider mit Magen-Darm-Infekt im Bett und musste die Arbeit zunaechst einmal streichen fuer den Tag. Das waer ja noch nicht weiter tragisch gewesen, haette da nicht das Wochenende vor der Tuer gestanden und der Abflug nach Hong Kong um 19.10 Uhr. Ich fuehlte mich an dem Tag auch wirklich dreckig und musste mich mehrere Male uebergeben und so kam mir auch der Gedanke, den Trip einfach abzusagen und das Wochenende in San Fernando zu verbringen. Doch letztendlich war das Flugticket ja bereits bezahlt und fuer eine Rueckerstattung war es bereits zu spaet. Zudem war ich ja nach wie vor voller Hoffnung, dass es Samstag ja vielleicht schon wieder besser ist und ich die 2 Tage in Hong Kong doch in vollem Umfang geniessen kann. Doch daraus wurde leider nichts, denn auch den sonnigen Samstag habe ich im Hotelzimmer verbracht und lediglich einmal fuer einen 15 minuetigen Spaziergang an der Hafenpromenade verlassen. Erst am Sonntag morgen nachdem ich um 11 Uhr aufgestanden bin, ging es mir wieder besser, doch zu meinem Pech hat es an diesem Tag auch noch geregnet. Na ja, fuer ausgiebige Erkundungen Hong Kongs war es ja eh zu spaet, da ich gegen 16 Uhr schon wieder in Richtung Flughafen aufbrechen musste. Also dachte ich mir, mach das beste aus der Situation und dem Wetter und nutze die verbliebene Zeit zum Shoppen. Hong Kong ist ein absolutes Shopping-Paradies und insbesondere fuer Elektro-Artikel ist es vermutlich einer der weltweit besten und vor allem guenstigen Orte. Egal ob Computer, Kamera, Hifi oder Handy, die Preise dort sind nicht zu schlagen. Und so habe ich mein Gepaeck zumindest ein klein wenig erweitert. Danach ging es dann auch schon wieder zum Flughafen, aber passend zu meinem Glueck des Wochenendes erst mit zwei Stunden Verspaetung wieder in Richtung Manila. Tja, das war mein Wochenende in Hong Kong. Sicherlich nicht das was ich mir davon versprochen hatte, denn auf den ersten Blick bei der Ankunft sah die Stadt wirklich beeindruckend aus, aber es sollte sich doch eigentlich waehrend meines naechsten Einsatzes in China, der bis kurz vor Weihnachten andauert noch einmal die Moeglichkeit ergeben einen Abstecher nach Hong Kong zu machen.

Am Montag morgen ging es dann zunaechst zur chinesischen Botschaft in Manila, denn ohne Visum duerfte es schwer werden nach China einzureisen. Unser fahrer, den wir beauftragt hatten die Oeffnungszeit der Botschaft in Erfahrung zu bringen, meinte sie wuerde bereits um 7 Uhr oeffnen. Das erschien mir zwar ein wenig merkwuerdig, denn fuer gewoehnlich oeffnen Botschaften erst so gegen 9 Uhr, doch er war fest davon ueberzeugt, dass die Tore bereits um 7 Uhr aufgehen. Wir also um 6.45 dort angekommen und welch Wunder, die Botschaft oeffnet erst um 9 Uhr. Letztendlich hat sich unsere fruehe Ankunft aber als garnicht schlecht herausgestellt, denn vor uns warteten bereits ca. 40 Personen auf den Einlass. Und als 2 Stunden spaeter zumindest die Tueren zum Vorraum geoffnet wurden, standen geschaetzte 300 Personen in Zick-Zack Schlange vor der Tuer. Wir haben also das Beste aus unserer Situation gemacht, haben einen Kollegen in die Schlange gestellt und die anderen haben 1,5 Stunden beim Starbucks an der Ecke verbracht. Na ja, um die Geschichte ein wenig zu verkuerzen, wir sind letztendlich alle an unser Ziel gekommen und hatten das Vergnuegen zu einem der freundlichen Beamten zu sprechen, doch unser Visum haben wir dennoch nicht. Denn leider stellt sich die Beantragung des Visums als recht problematisch heraus. China hat anlaesslich der Olympischen Spiele die Regeln fuer die Beantragung eines Visums verschaerft. Fuer die Ausstellung eines Business-Visum verlangen die Botschaften neuerdings ein Einladungsschreiben vom chinesischen Aussenministerium, was durch den Arbeitgeber dort beantragt werden muss. Der Clou ist allerdings, will man das Visum in einem anderen Land als seinem Heimatland beantragen, so benoetigt man in dem dortigen Land eine Arbeitserlaubnis oder eine Aufenthaltserlaubnis. Doch dummerweise besitze ich in den Philippinen weder das Eine noch das Andere, denn wir sind ja schliesslich nur fuer ein 8-woechiges Projekt hier. Daher laeuft es nun letztendlich darauf hinaus, dass alle ihr Visum im jeweilige Heimatland beantragen muessen. Doch da kommt der naechste Witz... denn Beantragungen fuer ein Visum werden nicht auf dem Postweg angenommen. Zum Glueck besteht zumindest in Deutschland die Moeglichkeit jemandem eine Vollmacht fuer die Beantragung in meinem Namen zu erteilen, sodass mir wahrscheinlich zumindest der Flug nach Deutschland, um anschliessend direkt wieder nach China zu fliegen, erspart bleibt. Fuer andere Kollegen sieht es da aber wohl nicht so gut aus, d.h. der ein oder Andere wird vermutlich nach Hause reisen muessen, um das Visum zu erhalten. Na ja, schauen wir mal was da noch auf uns zukommt und ob wir alle wie geplant am 26.10. unsere Zelte in Shanghai aufschlagen.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Boracay & Bohol

Es ist inzwischen schon fast die Hälfte meiner Zeit auf den Philippinen verstrichen und es wird Zeit für meinen zweiten Bericht. Nach nunmehr gut 3 Wochen muss ich wirklich sagen, dass es mir sehr gut hier gefällt. Hätte mir jemand vorher gesagt, du musst mal auf die Philippinen reisen, wäre ich sicher nicht gerade begeistert gewesen. Die Philippinen standen auf meiner Reisehitliste nicht wirklich weit oben, dies aber vollkommen zu Unrecht und vermutlich eher aufgrund der Tatsache, dass die Philippinen als Reiseziel noch eher unbekannt sind. Wenn man primär auf der Suche nach Kultur und historischen Sehenswürdigkeiten ist, dann haben die Philippinen in der Tat nicht viel zu bieten. Dafür macht das Land dies aber locker wett aufgrund seines Reichtums an wunderschönen Stränden, tropischer Natur und ganzjährig sommerlichem Wetter. Es ist zwar noch bis Ende Oktober Regenzeit hier, aber das bedeutet nicht, dass es ununterbrochen regnet. Es regnet zwar immer mal wieder und das auch nahezu täglich, aber dies dann auch nur für einige Minuten bis maximal 1 oder 2 Stunden. Wenn der Regen dann wieder abgezogen ist, kommt auch schnell wieder die Sonne raus und die Temperaturen sinken selten unter 30 Grad. Wenn es allerdings regnet, dann aber auch richtig und es kommt aufgrund des eher bescheidenen Kanalisationssystem schnell mal zu überfluteten Strassen. So kam es dann auch, dass wir bereits einmal auf der Heimfahrt vom Office zum Hotel plötzlich mitten im ca. 40 Zentimeter hohen Wasser standen und unser Fahrer besorgt war, dass ihm der Motor gleicht absäuft. Aber es ist noch mal alles gut gegangen, lediglich die Heimfahrt hat dann halt mal 1,5 Stunden gedauert für die 15 Kilometer Distanz. War aber auch witzig, denn man erlebt es halt doch nicht alle Tage von einem Moment auf den anderen tief im Wasser zu stehen und nichts bewegt sich mehr auf den Strassen.
Die vergangenen beiden Wochenenden waren auch wieder sehr erlebnisreich. Zunächst ging es nach Boracay, einer kleinen Insel in der Mitte der Inselgruppe. Boracay ist bekannt für seine ausgezeichneten Stränden, was es aber auch gleichzeitig zum touristischen Mittelpunkt der Philippinen macht und daher ein wenig überlaufen ist. Hinzu kommt, dass der letzte schwere Taifun im Juni diesen Jahres die Insel doch ordentlich mitgenommen hat und der Strand an der ein oder anderen Stelle noch ein wenig unaufgeräumt wirkt. Dennoch haben wir (Martin, Gaston und Ich) das Wochenende genossen. Wir haben unsere Zeit in einem klasse Beach Resort verbracht mit Zimmern, die über Terrassen mit direktem Zugang zum Pool verfügen. Dort haben wir auch die meiste Zeit des Wochenendes verbracht, bedingt auch dadurch, dass das Meer aufgrund starken Windes eher rau war und überwiegend im Besitz der Kitesurfer war.
Erwähnenswert ist aber noch die Anreise nach Boracay. Die Insel verfügt über keinen eigenen Flughafen und auch der Flughafen auf der Nachbarinsel ist eher mit einem Flugplatz für Segelflugzeuge vergleichbar. Der Flughafen verfügt lediglich über eine kleine Landebahn und ein noch viel kleineres Flughafengebäude, so dass Flugzeuge normaler Größe keine Möglichkeit haben dort zu landen. Daher ging es mit einem kleinen Flieger, der über geschätzte 50 Sitzplätze verfügt von Manila in Richtung Boracay. Doch selbst für Flieger dieser Größenordnung ist die Landebahn eher kurz und der Pilot muss über ausreichend Erfahrung verfügen um dort zu landen. Als ich im Landeanflug die Landebahn zum ersten Mal gesehen habe, war ich doch zunächst ein wenig erschrocken über die Kürze der Bahn die am Ende direkt ins Meer mündet. Dies hat zur Folge dass der Flieger direkt am Anfang der Bahn aufsetzen muss und stark bremsen muss, um rechtzeitig zum Stillstand zu kommen und kein Bad zu nehmen. Und das hat er dann auch getan! Mit einem ordentlichen Knall, wie ich es zuvor noch nicht erlebt habe, hat der Flieger aufgesetzt und ist dann extrem in die Eisen gegangen. Anschließend ging es dann mit einem kleinen Bus zum Meer, wo man auf ein kleines Fischerboot umsteigen musste, um nach Boracay zu gelangen. Habe aber alles heil überstanden und so konnte ich ein herrliches Wochenende verbringen, ohne an den bevorstehenden Rückflug zu denken, der aufgrund starken Windes und heftiger Turbulenzen noch einmal ganz schön ungemütlich wurde. Aber zum Glück dauerte der Flug ja nur 50 Minuten.
Am vergangenen Wochenende sind wir dann mit einer großen Truppe von 12 Mann in Richtung Bohol aufgebrochen, der 10größten Insel der Philippinen. Da die Flugverbindungen dorthin jedoch nicht so gut sind, haben wir uns entschlossen am Freitagabend zunächst einmal nach Cebu City zu fliegen, was auf der gleichnamigen Nachbarinsel Cebu liegt und dort die erste Nacht zu verbringen. Am nächsten Morgen sollte es dann per Fähre nach Bohol gehen. Nun gut, das klingt ja alles nach einem einfachen Plan, dummerweise hat sich aber keiner so richtig um die Abfahrtszeiten der Fähren gekümmert. Wir also Samstagmorgen um 8.30 Uhr erst einmal gemütlich zum Frühstück gegangen, als plötzlich einer unserer Kollegen in den Frühstückssaal kam und meinte wir müssten sofort los. Der Grund dafür, die letzte Fähre am Morgen geht um 9.20 Uhr, ansonsten müssten wir bis 13 Uhr warten. Und damit war die morgendliche Entspannung abrupt unterbrochen. Wir also allesamt schnell ausgecheckt und da die ganze Truppe zu unterschiedlichen Zeiten aufgestanden ist, gefrühstückt und ausgecheckt hat, sind wir in 4 zeitversetzten Trupps mit Taxen losgedüst Richtung Hafen. Als wir am Fährhafen angekommen sind waren zwei Kollegen bereits auf der Fähre und 4 weitere Kollegen warteten auf uns (ich befand mich mit drei weiteren Kollegen im 3. Taxi) am Eingang des Hafengebäudes. Der nächste Schritt war der zügige Gang zum Ticketschalter, denn inzwischen zeigte der Tacho schon 9.15 Uhr an. Der freundliche Herr am Ticketschalter machte uns dann jedoch klar, dass die Fähre nahezu voll sei und er nur noch 5 Tickets übrig habe. Das war an diesem Punkt dann mein Aus, denn auch gutes Zureden und ein diskreter Bestechungsversuch mit umgerechnet 20 Dollar (was für philippinische Verhältnisse verdammt viel Geld ist) konnten den guten Mann nicht umstimmen. Und so verabschiedeten sich 5 weitere Kollegen in Richtung Fähre und ich bin mit einem weiteren Kollegen und seiner Frau zurückgeblieben, mal abgesehen von zwei weiteren Kollegen die sich noch im Taxi befanden und in 5 Minuten am Hafen erscheinen sollten. Seltsamerweise kam dann 2 Minuten später doch noch jemand auf uns zu und meinte es wären jetzt doch noch 4 Tickets zu haben. Das haben wir uns natürlich nicht zweimal sagen lassen und haben direkt zugeschlagen. Am Bootssteg angekommen hatte der gute Frachter dann witzigerweise schon zum Ablegen angesetzt und der Abstand zwischen Steg und Fähre betrug bereits knapp 20 Zentimeter. Wir also schnell unsere Koffer und Taschen (war ja zum Glück nur Wochenendgepäck) einem der „Matrosen“ zugeworfen und mit einem beherzten Sprung haben wir die Fähre geentert, wie im besten Piratenstreifen. Klingt alles ziemlich unglaubwürdig und hätte ich es nicht selber erlebt, so würde ich selbst daran zweifeln. Wir waren natürlich überglücklich, dass wir es noch zu Stande gebracht haben auf der Fähre zu sein und die anderen Kollegen haben auch nicht schlecht gestaunt, als wir plötzlich doch noch zur Tür reinkamen. Nichtsdestotrotz mussten zwei Kollegen in den sauren Apfel beißen und mussten bis zur nächsten Fähre um 13 Uhr warten, um dann die 2 Stunden Fahrtzeit zurückzulegen. Die beiden Kollegen hätte sich jetzt natürlich überlegen können, ob sie nicht gleich auf Cebu bleiben, da sich die Überfahrt ja fast gar nicht mehr lohnte. Das ging aber nicht, denn den Rückflug am nächsten Tag hatten wir von Tagbilaran auf Bohol gebucht. Es blieb den Beiden also nichts anderes übrig als bis 13 Uhr zu warten. Zu diesem Zeitpunkt waren wir schon in unserem traumhaften Beach Resort auf Panglao Island angekommen. Jetzt wird sich der ein oder andere fragen… Panglao Island? Schon wieder ne andere Insel? Ich dachte die wollten nach Bohol? Ist auch richtig unser Resort für die zweite Nacht war allerdings auf Panglao Island, welche alber direkt neben Bohol liegt und mit einer kurzen Brücke, vergleichbar mit einer Rheinbrücke zwischen Neuss und Düsseldorf, verbunden ist. Panglao Island ist insbesondere für seine schönen Stränden und guten Tauchgründe bekannt und da lag es halt nahe, die Nacht dort zu verbringen. Den Samstag haben wir dementsprechend auch ganz entspannt am weißen Strand mit seinem kristallklaren Wasser und den Schatten spendenen Palmen verbracht. Der eigentliche Grund für den Trip nach Bohol war aber ein Anderer, denn Bohol ist insbesondere für zwei Dinge bekannt: 1. Die „Chocolate Hills“, eine kurios wirkende Beulenlandschaft, die aus über 1200 Hügel besteht und 2. Der „Tarsier“ oder auch „Koboldmaki“, die mit ca. 15cm Körpergröße kleinste Affenart der Welt. Dieses Programm hatten wir uns daher für Sonntag vorgenommen. Da den meisten allerdings der Strand und das Hotel so gut gefallen hat, ist am nächsten Morgen nur eine Truppe von 4 Personen in Richtung der genannten Attraktionen aufgebrochen. Ich hatte zwar auch kurzzeitig überlegt im Hotel zu bleiben, aber einen relaxten Tag am Strand kann man halt immer wieder machen. Doch wann hat man mal die Möglichkeit die kleinste Affenart der Welt zu sehen, dessen Augen größer als sein Gehirn sind. Sonntag morgen ging es daher also für Diego (Spanien), Sylvain (Frankreich), Nacho (Mexiko) und mich in einem Kleinbus ins Inselinnere. Das erste Etappenziel waren die Chocolate Hills. Dort angekommen meinte Nacho er hätte noch eine Überraschung parat. Nachdem wir aus dem Bus ausgestiegen waren, ging es die Treppen zur Aussichtsplattform hoch und Nacho schleppte seinen Koffer mit. Keiner wusste was das soll und das sollte sich auch erst ändern als wir oben angekommen waren und er seinen Koffer öffnete. Denn dort kamen dann zahlreiche Kostüme und Perrücken zum Vorschein und Nacho war der festen Überzeugung wir sollten mal nicht einfach die üblichen Fotos machen, sondern etwas Verrücktes. Das dieser kleine mexikanische Kauz ein wenig verrückt ist, war mir ja schon bekannt, aber wie durchgeknallt er ist, wurde mir erst dort oben bewusst. Und so genossen wir dann also die Aussicht auf die Chocolate Hills und schossen verrückte Fotos mit Koboldmütze, Weihnachtsmannmütze, Hexenhut, blondem Haar, schwarzem Haar, vielen anderen Kopfbedeckungen und selbst Feenkostüm mit blauen Flügelchen und Zauberstab. Der Sinn dieser ganzen Aktion ist mir zwar bis heute verborgen geblieben, aber zumindest waren wir an diesem Tag die Attraktion für die vielen anderen Besucher vor Ort und auch unsere Lachmuskeln wurden ordentlich beansprucht.
Zurück im Bus ging es dann zu den Tarsier, die nur wenige Minuten von den Chocolate Hills entfernt sind. Diese Affen waren wirklich zu putzig und man hätte am liebsten eine der kleinen, flauschigen , tamagotchi-ähnlichen Gestalten mitgenommen, da diese aber vom Aussterben bedroht sind, wäre das sicherlich keine so gute Idee gewesen. Nach den Affen ging es dann noch zum Lobok-Fluss auf dem wir eine 1stündige Flussfahrt auf einem schwimmenden Restaurant inklusive Mittagessen genießen konnten. Die Fahrt ging mitten durch tropische Vegetation, vorbei an kleinen Hütten der Einheimischen und stoppte zudem an einem kleinen Dorf wo uns ein Orchester einheimischer Kinder mit seinen für Bohol so typischen Gitarren eine kleine Kostprobe ihres Könnens dargeboten hat.
Danach war es inzwischen auch schon Nachmittag geworden und wir mussten wieder in Richtung Flughafen aufbrechen, wo wir dann die anderen Kollegen getroffen haben, um unseren Rückflug gemeinsam anzutreten. Alles in allem muss man sagen, dass dieser Sonntag, vermutlich der bisher spannendste und abwechslungsreichste Tag auf den Philippinen war. Aber das nächste Wochenende naht ja auch schon wieder, an dem es dann raus aus den Philippinen und ab in die Megametropole Hong Kong geht. Davon dann mehr beim nächsten Mal.

(Fotos: 1) Flieger nach Boracay, 2) Boracay Regency Resort, 3) Beach Resort auf Panglao island, 4) Strand des Beach Resort, 5) Chocolate Hills, 6) Verrueckte Kollegen bei den Chocolate Hills, 7) oeffentliche verkehrsmittel auf philippinisch, 8) Der Koboldmaki... 9) ... und nochmal auf meiner Schulter, 10) Bootstour auf dem Lobok River)