Ich habe inzwischen wieder deutschen Boden unter meinen Füssen und hatte bereits eine Woche in Berlin, um mich wieder zu akklimatisieren. Das habe ich auch bereits ausgiebig gemacht, insbesondere was die heimische Küche angeht. Und so standen bereits in der 1. Woche wieder so nahrhafte Produkte wie Schnitzel, Currywurst, Pizza Prosciutto, Döner und Rumpsteak auf meiner Speisekarte. Und da das Wetter in Berlin bis auf den vergangenen Freitag ausgezeichnet war, gab es auch schon so das ein oder andere kühle Bier an der Spree oder im Biergarten.
Doch bevor ich in Berlin eingetroffen bin, habe ich noch ein wunderbares Wochenende in der Boom-Metropole Dubai verbracht. Nach den nervenaufreibenden 8 Wocchen in Indien, habe ich das dringend gebraucht und es hat schon bei der Ankunft in Dubai herrlich gut getan mal wieder einen modernen, sauberen Flughafen zu sehen. Im Hotel angekommen bin ich dann auch direkt ins Bett gegangen, den

n der Flieger ist erst gegen 23 Uhr gelandet. Am nächsten Morgen habe ich dann zusammen mit Caren, einer US-Amerikanerin, die auch in Indien war und ebenfalls das Wochenende in Dubai verbracht hat, die Innenstadt von Dubai erkundet. Da sich das Erscheinungsbild von Dubai praktisch täglich ändert und ständig neue moderne Wolkenkratzer aus dem Boden gestampft werden, gibt es nicht wirklich einen alten historischen Stadtkern. Es gibt allerdings eine kleine Bucht, um die herum in der Vergangenheit die ersten Siedlungen entstanden und somit wird die Gegend als Altstadt angesehen. Dies war unser erstes Ziel für den Samstag. Es gibt dort leider nicht allzu viel zu sehen ausser ein paar Basare und der ein oder anderen Moschee, zu denen man als Nicht-Moslem jedoch keinen Zutritt hat. Und da zu der derzeitigen Jahreszeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten draussen gerne 40-45 Grad Celsius vorherrschen, haben wir es vorgezogen einen Abstecher in das klimatisierte Dubai Museum zu machen. Das Dubai Museum zeigt auf interessante Weise die Entstehungsgeschichte und Wandlung der Stadt Dubai vom Beduinendorf zur Luxusmetropole und Hotspot der arabischen Welt. Da wir danach nicht wussten was wir so richtig machen sollten und man nach 15 Minuten draussen schon wieder zu schwitzen anfängt, sind wir erst einmal zurück zum Hotel gefahren. Das hat uns aber nicht weiter gestört, denn im Kopf waren wir schon wo ganz anders und zwar bei dem eigentlichen Höhepunkt unserer Dubai-Reise.
Da wir wie jedes Wochenende ein gewisses Budget für Flug, Hotel und sonstige Wochenendaktivitäten zur Verfügung hatten und der Flug nach Dubai nicht von diesem Budget abging, da er Teil des

Fluges zum nächsten Einsatzortes war, wollten wir uns mal etwas besonderes gönnen. Daher haben wir am Samstag aus unserem Hotel ausgecheckt und haben die zweite Nacht im Hotel Burj al Arab verbracht. Für diejenigen denen dieser Name nichts sagt, daher an dieser Stelle eine kleine Einleitung: Das Burj al Arab ist das Wahrzeichen von Dubai, liegt auf einer kleinen künstlich angelegten Insel vor Dubai, ist höher als der Eiffelturm in Paris und bezeichnet sich selber gerne als 7 Sterne Hotel (obwohl es offiziell die maximal mögliche Kategorie 5 Sterne Superior besitzt). Da das Burj zu den besten Hotels der Welt gehört, wenn es nicht vielleicht sogar das Beste ist, hat es natürlich auch seinen Preis. Daher konnten wir es uns auch nur leisten eine der beiden Nächte in Dubai dort zu verbringen und wir waren auch gezwungen uns das Zimmer zu teilen. Aber eigentlich muss ich mich auch gleich wieder korrigieren, denn das Burj al Arab hat gar keine Zimmer... es hat nur Suiten. Da wir unser Portemonnaie nicht allzu sehr strapazieren wollten, haben wir uns dann auch mit der kleinsten Suite begnügt. Die sah dann wie folgt aus: 2 Etagen mit Wohnzimmer, Essbereich, Bar, Arbeitsbereich, Schlafzimm

er Gästetoilette und einem Badezimer mit Jacuzzi-Badewanne auf sparsamen 170qm. Die Suite befand sich im 11. Stock, was aber in Wirklichkeit dem 22. Stock entspricht, da alle Suiten 2 Etagen haben und bot einen herrlichen Ausblick auf den Persischen Golf und das Stadtbild von Dubai. Die Ausstattung des Zimmers konnte sich auch wirklich sehen lassen. Neben den obligatorischen Plasmafernsehern in Wohn- und Schlafzimmer gab es einen DVD-Spieler, eine Bose-Anlage für den Ipod, einen eigenen Laptop für jede Suite, ein Fax-/Kopier-/Scangerät, Nespresso-Kaffeemaschine und Wasserkocher, hauseigene kostenlose Pralinen und einen grossen Obstkorb, sowie im Bad eine komplette Pflegeserie (Eau de Toilette, After Shave, Deodorant, Shampoo, Duschgel und Seife) von Hermes zum Mitnehmen, selbstverständlich sowohl die Serie für die Frau als auch für den Mann. :-) Und

mein absolutes Lieblingsdetail war, dass sollte jemand an der Tür klingeln (wie z.B. der Butler, von denen es für jede Etage im Hotel einen gibt) geht im Wohnzimmer automatisch der Fernseher an und man sieht aufgrund einer vor der Tür angebrachten Kamera, wer vor der Tür steht. Will man demjenigen keinen Einlass gewähren, so lässt man ihn einfach vor der Tür stehen, ansonsten kann man mit Betätigung eines Knopfes am Telefon die Tür öffnen.
Das Hotel war wirklich von vorne bis hinten einsame Spitze und ich habe jede Minute des Aufenthaltes genossen. Leider kann das meine Kollegin nicht sagen, denn ihr ging es kurz nach der Ankunft nicht mehr so gut und so hat sie es vorgezogen, die Zeit im Hotel ausschließlich Im Bett zu verbringen. Und zu allem Überfluß musste sie auch noch am nächsten Morgen um 6.30 Uhr das Hotel verlassen, da ihr Flug nach Kanada (ihr nächster Einsatzort) schon früh morgens ging. Das konnte mir jedoch nicht die Freude am Hotel verderben und ich habe alle Annehmlichkeiten des Hotels genossen, abgesehen von den Restaurants. Das Hotel hat ausgezeich

nete Restaurants mit Weltklasseruf und wir haben uns kurz nach Ankunft, die Speisekarten von 2 der Restaurants aufs Zimmer bringen lassen. Leider haben auch die Preise Weltklasse. Die Preise fürs Abendessen fingen bei 100 Dollar für ein Hauptgericht an und selbst für eine Suppe hat man etwa 50 Dollar auf den Tisch gelegt. Und beim Frühstück sah es nicht anders aus, denn auch hier waren für das günstigste Frühstück knapp 50 Dollar zu berappen. Nun gut, den Großteil des Klientels in diesem Hotel kostet das wahrscheinlich nur ein müdes Wimpernzuckern, aber in einem solchen Moment schmeckt mir dann auch der Apfel und die Banane des Obstkorbes hervorragend, zumal meiner Kollegin sowieso nicht nach Essen zumute war. Am nächsten Morgen nachdem meine Kollegin abgereist war, habe ich dann den hoteleige

nen Privatstrand genossen und auch hier ist der Service wirklich hervorragend. Zum Strand gelangt man nicht zu Fuß sondern bequem mit einem Golfbuggy. Dort angekommen erhält man von einem freundlichen Mitarbeiter dann eine Liege und nur wenige Augenblicke später einen Sektkühler mit kaltem Wasser, Gesichtsspray mit Lavendelextrakt zur Abkühlung und Erfrischungshandtücher. Dort habe ich dann entspannt den Morgen verbracht und das kristallklare Wasser des Ozeans genossen. Um 12 Uhr musste ich leider aus dem Zimmer auschecken und habe zunächst einmal meine Koffer beim Concierge abgegeben. Da mein Flieger von Dubai nach Berlin aber erst nachts um 2 Uhr ging, hatte ich noch den ganzen Tag in Dubai zur Verfügung. Und an dieser Stelle zeigt sich ein weiteres Mal der excellente Service des Hotels. Obwohl ich bereits um 12 Uhr auschecken musste, hat man es mir freigestellt alle Hoteleinrichtungen, wie z.B. Pool, Strand und selbst die Duschen des Wellnessbereichs bis zur meiner Abreise weiterhin zu nutzen. Da es in der Mittagssonne für den Strand oder Pool eindeutig zu heiss ist, habe ich mich entschlossen ein Taxi zur Mall of the Emirates zu nehmen. Die Emirates Mall ist ein riesiges Shoppingparadies und bietet alle nur erdenklichen Einkaufsmöglichkeiten. Das weitere Highlight der Mall ist eine Skihalle, wie sie uns auch aus Neuss bekannt ist. Beim Anblick der Skihalle habe ich mich kurzerhand dazu entschlossen, mal ein paar Schwünge zu ziehen. Der Grund dafür war weniger, dass es mich jetzt gereizt hätte mal wieder zu Snowboarden, sondern mehr der Gedanke in Dubai, das umgeben von Wüste ist und wo im Juni über 40 Grad vorherrschen, bei -4 Grad in der Halle Snowboarden zu gehen. In Deutschland, Österreich oder der Schweiz war jeder schon einmal Skifahren, abe

r wer kann das schon von Dubai behaupten. War auf jeden Fall eine witzige Angelegenheit, auch wenn ich nach 1 Stunde schon genug hatte und das Board wieder abgeschnallt habe. Ich habe dann in der Mall noch ein (günstiges) Mittagessen im Foodcourt zu mir genommen, bin ein wenig durch die Geschäfte gebummelt und bin nach drei Stunden wieder zurück zum Hotel gefahren. Dort habe ich dann noch bis zum Sonnenuntergang die Zeit relaxt am Pool verbracht und habe nach einer anschließenden Dusche, die Zeit bis zur Abfahrt zum Flughafen in der Lobby verbracht. Man kann ohne Probleme einfach eine oder zwei Stunden in der Lobby verbringen und dem Kommen und Gehen der erstaunten Besucher zusehen. Interessant ist noch an dieser Stelle zu erwähnen, dass man nicht einfach zum Hotel vorfahren kann, um es sich anzusehen, sondern es ist nötig einen Termin für ein Dinner oder einen Drink an der Bar zu vereinbaren. Nur so wird einen die Securitywache an der Schranke vor der Zufahrt des Hotels durchlassen. Ich bin letztendlich um 21 Uhr mit einem weinenden Auge vom Hotel aufgebrochen, um am Flughafen das Finale Deutschland gegen Spanien zu verfolgen, welches in Dubai um 22.45 Uhr Ortszeit angepfiffen wurde. Nach dem Einchecken meines Gepäcks und dem Securitycheck bin ich dann zügig zur Business Lounge gegangen, da der Anpfiff des Spiels schon erfolgt war und musste dann leider mit Erstaunen feststellen, dass das Spiel auf dem Fernseher nicht gezeigt wird. Darüber war ich dann natürlich erst einmal verärgert, aber der Ärger hat nur kurz gehalten, nachdem ich das Resultat gehört habe und schliesslich hatte ich soeben ein wunderbares Wochenende in Dubai hinter mich gebracht. Vermutlich sogar das beste Wochenende in meinen bisherigen 6 Monaten bei Coke.