Montag, 5. April 2010

Tokyo - Megametropole im Land der aufgehenden Sonne

Eigentlich wäre es ja bereits Zeit nach zwei Wochen in Johannesburg meinen ersten Bericht aus Südafrika zu posten, aber da ich mal wieder ein wenig im Verzug bin, möchte ich zunächst noch einen Bericht von Tokyo einschieben.
Als der Abflug aus Atlanta bevorstand war ich dann doch recht glücklich darüber. Zwei Wochen für unsere alljährliche Konferenz und sieben Wochen für das Sonder-Projekt waren dann doch genug. Atlanta ist zwar nicht sooo schlecht, aber es ist halt doch nicht New York oder San Francisco. Nach einigen Wochen wird es dann doch langweilig und das Wetter war für die Südstaaten extrem kalt. Wir hatten einige Male Schneefall und die Temperaturen lagen überwiegend zwischen 0 und 5 Grad Celsius, was für Atlanta schon wirklich ungewöhnlich ist.
Ich war also bereit für mein nächstes Ziel, Tokyo. Und darauf war ich auch sehr gespannt, denn von allen Kollegen die zuvor schon einmal dort waren habe ich nur sehr positives gehört. Die einzige Hürde die ich zunächst einmal nehmen musste, war ein 14 Stunden langer Flug, nonstop von Atlanta nach Tokyo. Das war bisher mein längster nonstop Flug überhaupt, aber eigentlich habe ich ihn ganz gut überstanden. Nach 1 Stunde lesen, einem guten Lunch an Bord und zwei unterhaltsamen Hollywoodfilmen konte ich dann recht gut schlafen und erst etwa eine Stunde vor Ankunft wurde ich wieder wach. Tja, Business Class ist halt doch etwas anderes. In der Economy Class möchte ich mir diesen langen Flug ungerne antun. Denn neben den 14 Stunden Flugzeit muss der Körper sich zudem noch auf 14 Stunden Zeitunterschied zwischen Atlanta und Tokyo einstellen. Das geht schon ein wenig an die Substanz. Glücklicherweise bin ich bereits Freitag morgen geflogen und somit am Samstag nachmittag gegen 16 Uhr in Tokyo gelandet, was mir dann wenigstens noch den Sonntag gab, um den Jetlag einigermassen zu verarbeiten. Doch angekommen am Airport ist der Trip noch nicht vorbei. Denn der Flughafen in der Megametropole Tokyo liegt dermaßen weit außerhalb der Stadt, das es zwei Stunden dauert bis man mit dem Airport Shuttle das Stadtzentrum erreicht. Verständlicherweise war ich an dem Samstag ganz schön erschlagen.
Den Sonntag wollte ich dann aber nicht verpennen, denn schließlich wollte ich ja Tokyo erkunden. Angefangen habe ich mit den historischen Teilen Tokyos, mit seinen Tempeln und Pagoden, um auch ein wenig die traditionellen Seiten Japans zu erahnen. Denn eigentlich ist Tokyo eher die extrem moderne, fortschrittliche Stadt, die überall von Elektronik- und Konsumtempeln geprägt ist und nachts von tausenden bunten und grellen Werbereklamen erleuchtet wird. Erinnert eher an Las Vegas als an Bilder aus ‚Der letzte Samurai‘. Wer das traditionelle Japan entdecken will reist lieber nach Kyoto, wo das kulturelle Herz Japans schlägt.
Von Montag bis Freitag musste ich dann zahlreiche Trainings für die Coke Mitarbeiter vor Ort abhalten, aber glücklicherweise, waren diese meist nur bis etwa 16 Uhr angesetzt, sodass ich gegen 17 Uhr schon wieder zurück im Hotel war. Dort habe ich mich aber auch nie lange aufgehalten, sondern habe versucht jeden Abend einen anderen Stadtteil Tokyos zu erkunden. Und das macht auch durchaus Sinn, denn jeder Stadtteil Tokyo ist irgendwie anders. In Akihabara tritt man aus der U-Bahnstation und findet sich umgeben von glitzernden Elektronikkaufhäusern, in den man über mehrere Etagen verteilt alles findet was das Technikherz begehrt. Dagegen ist ein Saturn oder Mediamarkt der reinste Tante Emma Laden. Shibuya ist der Spielplatz der Jugend von Tokyo, in dem man die ausgefallensten, skurilsten Klamotten findet und auch die Menschen die diese mit Stolz tragen. Ich würde den Modestil der Jugend dort ja gerne hier beschreiben, aber da fehlen mir einfach die richtigen Worte und wenn man es nicht gesehen hat, kann man es sowieso nicht richtig nachvollziehen. Ginza ist das Nobeleinkaufsviertel, das möchte man es beschreiben, am ehesten der Kö in Düsseldorf gleicht und wo man sich mit dem nötigen Kleingeld bei Gucci, Louis Vuitton und Armani ausleben kann. Azabujuban ist ein etwas ruhigeres Viertel, das kaum von Touristen angesteuert wird, das aber unter Einheimischen sehr beliebt ist und mit seinen zahlreichen Izakayas (japanische Kneipe) eine interessante Atmosphäre ausstrahlt und das ich nur entdeckt habe, weil es lediglich einen kurzen Spaziergang von meinem Hotel entfernt war. Shinjuku ist eines der Hauptviertel, wo das Nachtleben am intensivsten stattfindet. Roppongi ist das Party-Pendant für ausländische Touristen und Expats die dort leben. Dort findet man dann auch viele der amerikanischen Restaurantketten und Irish Pubs. Aber mal ehrlich, wer braucht das schon, wenn man an jeder Ecke die ausgezeichnete japanische Küche zu sich nehmen kann. Die mag vielleicht ein wenig teurer sein, aber dafür um Längen köstlicher als die fettigen Burger, Sandwiches und Chicken Wings die man in Ami-Buden wie TGIF, Ruby Tuesday und Co. erhält (an dieser Stelle spricht vermutlich die Stimme aus mir, die 9 Wochen in den USA war und kaum etwas anderes bekommen hat).
Tja, wie schon gesagt, die Küche ist ausgezeichnet und hat noch vieles mehr zu bieten als das klassische Sushi, an das jeder Deutsche denkt wen von japanischem Essen die Rede ist. Natürlich habe ich in der Woche auch Sushi zu mir genommen und zwar besser als je zuvor, aber daneben habe ich noch vieles mehr ausprobiert. An dieser Stelle möchte ich nur mal ein paar dieser Köstlichkeiten nennen, auch dadurch bedingt, dass ich viele Namen der Gerichte schon wieder vergessen habe. Shabu-Shabu ist eine simple, aber ausgezeichnete Idee, die unserem Fondue ähnelt. Man erhält einen heißen Pott auf offener Flamme, der mit Gemüse-/Hühner-/Rindfleisch- oder Fischbrühe gefüllt ist. Je nach Wunsch bestellt man dann verschiedenstes rohes Gemüse, hauchdünne Fleischscheiben oder Fisch und gart diese kurz in der kochenden Brühe. Anschliessend nur noch kurz in eine der zahlreichen köstlichen Sossen auf dem Teller tunken und dann im Mund zergehen lassen. Eine weiteres Highlight ist ein Kaiseki Gericht, die traditionellste Art eines japanischen Dinners. In einem traditionellen Restaurant wird man von Personal, das in Kimono gekleidet ist bedient und erhält zahlreiche Gänge (in meinem Fall 8 Gänge) mit kleinen Köstlichkeiten, die künstlerisch dekoriert und serviert werden. Ein solches Abendessen dauert schon mal gerne an die 2 Stunden, ist aber auf jeden Fall ein Erlebnis wert. Aufgrund des enormen Preis von um die 100 Dollar, sollte man sich dies jedoch für einen besonderen Anlass aufheben. Bei mir war dies mein Geburtstag, den ich glücklicherweise nicht allein feiern musste, sondern zusammen mit meiner japanischen Ex-Kollegin Miyuki die jetzt in Tokyo lebt. Auch immer wieder lecker und vor allem für japanische Verhältnisse günstig ist Ramen, eine simple Nudelsuppe mit viel Gemüse und Fleisch oder Fisch. Und natürlich gibt es noch vieles, vieles mehr. Wer mal ein Gefühl von japanischer Küche bekommen möchte, der sollte mal eines der vielen japanischen Restaurants auf der Klosterstrasse in Düsseldorf ausprobieren, wo es authentische japanische Gerichte gibt.
Was gibt es noch mehr von Tokyo zu berichten. Nun ja, da wäre zum Einen das ausgesprochen gut organisierte und effektive U-Bahn Netz. Mit der U-Bahn kommt man in Tokyo wirklich überall hin und die Pünktlichkeit ist einfach beeindruckend. Ich habe mir sagen lassen, dass die U-Bahn Fahrer nach ihrer Pünktlichkeit beurteilt werden und ich habe es in der Woche nicht einmal erlebt, dass ein Zug auch nur 1 Minute zu spät war. Vielleicht sollten wir mal ein Trainingslager in Japan für Mitarbeiter der Deutschen Bahn einrichten. Dann wäre da noch die ausgesprochene Höflichkeit der Japaner, die einem jede Frage mit einem Lächeln beantworten und der Service der einfach ungeschlagen ist. Menschen die morgens mit dem falschen Bein aufgestanden sind gibt es nicht und Trinkgeld anzunehmen wäre beschämend, denn der Japaner im Dienstleistungsgewerbe empfindet es als eine Ehre einen guten Service anzubieten und würde nie auch nur einen Euro Trinkgeld annehmen. Das ist schon etwas anderes als in den USA, wo man sich schon mal einen dummen Spruch anhören muss, wenn man nur 5-10% Trinkgeld auf die Restaurantrechnung hinzugibt. Ach und dann sind da noch die Getränkeautomaten, die überall in Tokyo in Massen über die Stadt verteilt sind und aus denen man die verschiedensten Getränke ziehen kann, anders als in Europa wo man zum Kiosk an der Ecke geht. Und die Krönung, die ich zuvor noch nie gesehen habe, waren Kühlschränke im Coke Office, ich betone Kühlschränke, aus denen man heißen Kaffee und Tee aus Dosen nehmen kann. Klingt gewöhnungsbedürftig? Ist es auch, aber trotzdem unheimlich interessant und so schlecht schmeckt der Kaffe aus der Dose garnicht einmal.
Das ist Tokyo, oder zumindest ein kleiner Ausschnitt davon und wem sich die Möglichkeit eines Besuchs ergeben sollte, nichts wie hin. Leider ist meine Zeit in Tokyo viel zu schnell herum gegangen, denn es gibt noch zahlreiche andere Stadtviertel zu erkunden, die ich mir aber aufgrund mangelnder Zeit wohl oder übel für den nächsten Besuch aufheben muss.

(Bilder: 1. Senso-ji Tempelanlage, 2. Akihabara, 3. Ginza, 4. Shibuya, 5. Skyline von Tokyo, 6. Kaiseki Dinner, 7. Coca-Cola Getränkemaschine)

Donnerstag, 11. März 2010

Chicago - oder lieber doch nicht?

Nach einem entspannten Wochenende auf den Bahamas war das nächste Wochenende in Chicago geplant, was von vielen US-Kollegen hoch gelobt wird. Was jedoch keiner so richtig bedacht hat ist, dass es dort im Februar leider noch verdammt kalt ist. Täglich haben wir die Wettervorhersage in Augenschein genommen, doch es sollte nicht besser werden. Die Minusgrade wollten einfach nicht weichen. Und als dann auch noch für die Windy City, wie Chicago von vielen genannt wird, ein Schneesturm für den von uns geplanten Samstag vorhergesagt wurde, hatten wir genug und haben Plan B aus der Schublade gezogen. Dieser sah irgendein Ziel gen Süden vor, wo auch immer das sein soll. Und da Diego und ich beide zuvor bereits in Miami und auch New Orleans waren, kam uns nur noch Orlando in den Kopf Tja, warum eigentlich nicht, Florida und endlose Vergnügungsparks, kann doch auch mal ganz wichtig sein. Wir also einen Tag vor Abflug schnell unseren Flug umgebucht - leider gegen eine saftige Prämie – und am nächsten Abend saßen wir im Flieger in Richtung Disneyworld. Sommerlich heiß war es dort zwar auch nicht, da Orlando weit im Norden von Florida liegt, doch weiterhin Welten Unterschied zu Chicago. In Orlando hat man die Auswahl unter knapp 10 verschiedenen Parks. Der Klassiker, Magic Kingdom in Disneyworld war die Auswahl für einen der beiden Tage. Da die meisten Attraktionen in Disneyworld allerdings doch für Kinder sind, haben wir den anderen Tag in den zwei Parks der Universal Studios verbracht. Die Universal Studios haben so einige halsbrecherischen Achterbahnen zu bieten und auch fürs Nachtleben ist mit einer Barstrasse am Eingang der Parks reichlich gesorgt. Das Wochenende war also geprägt von wilden Achterbahnfahrten, den obligatorischen Burgern, von denen ich in den letzten Wochen in den USA so viele zu mir genommen habe, wie in meinem ganzen Leben zuvor nicht und einem feuchtfröhlichen Partyabend. Allemal besser als durch ein eisiges Chicago zu laufen. Habe genug von den frostigen Wetterbildern in den deutschen Nachrichten, die ich mir aus dem Internet herunterlade.

Und mit dem Spaß sollte es weitergehen, denn das letzte Wochenende ging es für Diego und mich nach Las Vegas, dem absoluten Spielerparadies. Da der Flug von Atlanta mehr als 4 Stunden dauert, sind wir Freitag Abend erst recht spät angekommen und zu mehr als einem nächtlichen Spaziergang den Las Vegas Boulevard auf und ab, mit all seinen Casinos hat es an dem Abend nicht mehr gereicht. Den nächsten Morgen sind wir dann zunächst zum Hoover Damm gefahren der neben den Casinos wohl die einzige Attraktion in der Nähe von Las Vegas ist, wenn man mal vom Grand Canyon absieht, aber den haben wir ja bereits zuvor gesehen. Der Hoover Damm war allerdings ziemlich enttäuschend, denn außer einer großen Wand Beton sieht man dort nicht viel und wir haben wieder zügig unseren Weg zurück nach Las Vegas aufgenommen. Noch einen kurzen Stop an dem so berühmten Las Vegas Schild und dann wieder zurück ins Hotel. Wir haben im Treasure Island Hotel übernachtet, in dem wir am Abend noch eine täglich stattfindende Piratenschau mit riesigen Schiffen und reichlich Feuer verfolgen konnten. Dies war jedoch nicht die klassische Piratenshow, mit alten auf Holzbeinen laufenden Piraten mit Augenklappe. Stattdessen wurde eines der Schiffe von heißen, tanzenden Piratinnen in recht knapper Kleidung gesteuert. Tja, wir sind ja schließlich in Las Vegas und nicht mehr in Disneyworld.
Aus Mangel an Alternativen haben wir dann ziemlich bald angefangen durch die sich gegenseitig überragenden Casinos zu ziehen und auch schon bald an dem ein oder anderen Black Jack Tisch Platz genommen. Denn in Las Vegas gewesen zu sein, ohne zu zocken, das geht nun wirklich nicht. Anständig wie wir sind haben wir uns jedoch zuvor ein Limit gesetzt von 100 Dollar. Dumm nur, dass die bei Diego ziemlich schnell den Bach runter gegangen sind. Ich hatte da etwas mehr Glück und war zwischenzeitlich schon bei einem Gewinn von 130 Dollar angekommen, doch auch mein Blatt hat sich wieder gewendet und ich bin in die Verlustzone von 70 Dollar geraten. Am Ende habe ich noch mal ein wenig die Kurve gekriegt und mein Nettoverlust lag lediglich bei 30 Dollar. Bedenkt man, dass man die gesamte Zeit in der man an einem Tisch sitzt und spielt, umsonst Bier, Wein, Longdrinks oder was auch immer konsumieren kann, so würde ich sagen bin letztendlich doch als gefühlter Gewinner herausgegangen. :-)

So und nun liegt morgen schon mein letzter Arbeitstag in Atlanta vor mir und ehrlich gesagt reicht es mir hier erst einmal auch. Am Freitag geht es dann weit, weit gen Osten in das Land der aufgehenden Sonne, nach Japan. Aus Tokyo aber dann mehr beim nächsten Mal.




(Bilder: 1. Diner in Universal Studios, 2. Märchenschloss in Disneyworld, 3. Las Vegas Sign, 4. Las Vegas Strip bei Nacht, 5. Danke Coke, für ein weiteres cooles Wochenende!)

Mittwoch, 24. Februar 2010

Savannah, Grand Canyon und Bahamas

Weitere drei Wochen sind vorüber und drei weitere herrliche Wochenenden. Nach einem verrückten Wochenende in New Orleans, habe ich mich am darauf folgenden Wochenende auf einen Roadtrip nach Savannah, in die Perle des Staates Georgia begeben. Georgia hat rein touristisch nicht wirklich viel zu bieten, aber zumindest Savannah ist definitiv einen Besuch wert. Savannah wurde bereits im 18. Jahrhundert gegründet – was für die junge amerikanische Geschichte schon fast an die Steinzeit grenzt – und gilt als eine der schönsten Städte der USA. Die Altstadt ist übersät mit endlosen historischen Kolonialbauten und zahlreichen grünen Plätzen (Squares), die der Stadt ein wundervolles Südstaatenflair verleihen, wie man es sonst nur aus ‚Vom Winde verweht’ oder ‚Fackeln im Sturm’ kennt. Das macht sich auch gerne die Filmindustrie von Hollywood zu Nutzen, die hier etliche Filme oder zumindest Filmszenen gedreht hat. Die berühmte Szene aus Forrest Gump zum Beispiel, bei der Forrest auf einer Bank sitzt und wartet, wurde in Savannah gedreht.
Allerdings ist Savannah kleiner als Neuss und daher reicht ein Tag vollkommen aus um die Stadt zu Fuß zu erkunden. Und das war auch gut so, denn am Sonntag des Wochenendes stand der Superbowl auf dem Programm und dieses Event, bei dem in den ganzen Staaten der Ausnahmezustand herrscht, wollten wir uns nicht entgehen lassen. Daher haben wir bereits am Sonntagmorgen wieder die 4 Stunden Rückfahrt nach Atlanta angetreten, um das Spiel bei einer kleinen Hausparty eines US-Kollegen zu verfolgen. Die Finalisten hießen Indianapolis und New Orleans, wobei Indianapolis als klarer Favorit galt. Da wir jedoch das Wochenende zuvor in New Orleans verbracht hatten und wir die Euphorie und Vorfreude dort spüren durften, waren wir klar auf der Seite der Underdogs, die zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte im Superbowl-Finale standen. Mit vielen amerikanischen Snacks wie z.B. Chicken Wings, Potato Skins und M&M’s und einigen kühlen Bier (die allerdings nicht so gut waren, wie die deutschen Exemplare), haben wir das gut 4 Stunden dauernde, spannende Spektakel verfolgt. Am Ende hieß der verdiente Sieger dann auch wirklich New Orleans, was uns natürlich gefreut hat und wir hätten uns am liebsten wieder auf die Bourbon Street in New Orleans gebeamt.

Das nächste Wochenende hieß das Ziel Grand Canyon, eine Destination, die ich schon seit langem sehen wollte. Aufgrund der Tatsache, dass der Canyon von Atlanta nicht ganz so leicht zu erreichen ist, haben wir uns den Freitag frei genommen und die erste Station zu unserem Ziel hieß Phoenix, Arizona. Phoenix ist neben Las Vegas, die einzige Option um in wenigen Stunden Autofahrt den Canyon zu erreichen. Nach einer Übernachtung in Phoenix, ging es am Freitagmorgen für unsere 6-köpfige Truppe in einem Minivan los in Richtung Grand Canyon. Auf dem Weg dorthin, haben wir jedoch zunächst noch einen mehrstündigen Stop in Sedona eingelegt, dass durchaus sehenswert ist. In einem pinken Jeep ging es durch die rauhe Landschaft von Sedona, dass für seine roten Felsformationen bekannt ist. Nachdem wir gut durchgerüttelt wurden und ein paar herrliche Panoramafotos eingefangen hatten, ging es noch schnell zu einem kurzen Barbecuelunch, bevor die Fahrt weiter in Richtung Norden ging. Am späten Nachmittag sind wir dann in Tusayan, am Rande des Grand Canyon angekommen, wo wir zunächst einmal unser Hotel bezogen haben. Für den ersten Abstecher zum Canyon war es schon zu spät, aber schließlich hatten wir ja noch den ganzen Samstag vor uns. Wir sind dann am nächsten Morgen auch schon recht früh aus den Betten, um die wenigen Kilometer an den Rande des Abgrund zu fahren. Ein Kollege meinte zu uns, vor Antritt unseres Trips, dass der Grand Canyon ja eigentlich nichts anderes als ein Loch im Boden sei. Recht hat er vielleicht, aber dafür ein wirklich gewaaaaltiges Loch. Und das haben wir dann auch aus allen möglichen Winkeln betrachtet und endlos viele Bilder geknipst. Wieder einmal konnte man sich glücklich schätzen, dass ein kluges Köpfchen Jahre zuvor die Digitalkamera erfunden hat, ansonsten hätten wir wahrscheinlich gut zwei Dutzend Filme verschossen. Der Höhepunkt des Trips war dann noch ein 40minütiger Helikopterflug über den Grand Canyon, bei dem wir in den Genuss fantastischer Perspektiven gekommen sind. Für eine Hike hinunter in den Canyon, hat unsere Zeit zwar nicht mehr gereicht, dennoch haben wir den Tag wirklich genossen. Sonntagmorgen haben wir dann auch schon wieder unsere Rückfahrt nach Phoenix angetreten, da um etwa 16 Uhr unser Flug zurück nach Atlanta ging… oder soll ich lieber sagen hätte gehen sollen. Denn kurz nachdem wir aufgebrochen sind, haben wir per Blackberry erfahren, dass unser Flug gestrichen wurde. Wir haben dann bei Delta Airlines angerufen und dort hat man uns gesagt, dass aufgrund schlechter Wetterbedingungen in Atlanta (ein Schneesturm hatte sich angekündigt) der Flug gestrichen wurde. Na toll, die einzige Möglichkeit die uns offeriert wurde, war uns auf einen späteren Flug um 0.50 Uhr umzubuchen. Aber ob der Flug operieren würde, konnte uns zu dem Zeitpunkt noch niemand sagen. Tja, da wir zu dem Zeitpunkt nichts mehr machen konnten und wir plötzlich mindestens bis zum Flug um Mitternacht Zeit hatten, haben wir noch einen weiteren Zwischenstop eingelegt. Dieser ungeplante Abstecher ging nach Jerome, einer kleinen Geisterstadt, die nur etwas mehr als 300 Einwohner hat, in ihrer Blütezeit der Gold- und Kupferminen jedoch mehr als 15.000 Einwohner. Hier kam ein wenig Goldgräberstimmung auf.
Anschließend sind wir zurück nach Phoenix gefahren, um dort unser Zeit bis zum Abflug totzuschlagen. Wir haben in der Zwischenzeit gehofft, dass auch der zweite Flug gestrichen würde und wir für die Nacht ein bequemes Quartier in Phoenix beziehen könnten, doch daraus wurde nichts. Pünktlich um 0.50 Uhr ging der Rückflug nach Atlanta, wo wir nach knapp 4 Stunden Flugzeit und 2 Stunden Zeitverschiebung kurz vor 7 Uhr am Montag gelandet sind. Es muss glaube ich nicht groß erwähnt werden, dass der Arbeitstag eher schläfrig verlief und von viel starkem Kaffee geprägt war. Ein Erlebnis zum Vergessen.

Das gerade erst zurückliegende Wochenende, bin ich mit Diego nach Nassau auf den Bahamas geflogen. Wie so viele Beach-Wochenenden nicht besonders spektakulär, aufgrund der nach wie vor kalten Temperaturen in Atlanta jedoch ideal. Bei durchschnittlich 20-25 Grad und viel Sonnenschein, lässt es sich ausgezeichnet relaxen. Wir versuchen eigentlich grundsätzlich während jedem Audit zumindest ein Wochenende am Strand einzuschieben und während dieser kalten Wintertage, kam der Trip auf die Bahamas genau richtig. Der Sand ist weiß, das Meer kristallklar und die Rum-Cocktails stark aber fein. Das war genau das Richtige bevor es am kommenden Wochenende nach Chicago geht, wo die Temperaturen sich wohl eher im Minusbereich aufhalten werden. Mal schauen, ob das eine gute Entscheidung war, gen Norden zu fliegen.

Soviel von den vergangenen Wochenenden. Und wie es nach meinem Projekt in Atlanta weitergeht, kann ich inzwischen auch berichten. Zunächst einmal mit viel Fliegerei, denn das erste Ziel lautet Tokyo, wo ich ein Training für eine Gruppe des lokalen Financeteam abhalten muss. Dies dauert jedoch nur eine Woche, bevor ich erneut für einen langen Flug in die Maschine steige, die mich für die weiteren 7 Wochen in meinen nächsten Einsatzort befördert, welcher Südafrika heißt. Leider ist es nicht Kapstadt, sondern Johannesburg und leider beginnt das Audit etwa zwei Monate zu früh, denn die Fußballweltmeisterschaft startet erst im Juni, aber erfreut über den Einsatz im südlichsten Teil Afrikas bin ich dennoch.
Und da unser Department in diesem Jahr einen neuen Ansatz verfolgt, bei dem die Planung der einzelnen Audits bereits früher erfolgen soll als noch im vergangenem Jahr, wurden bereits die Teamleads der darauf folgenden Projekte festgelegt. Da ich als einer dieser Teamleads bestimmt wurde, steht seit wenigen Tagen auch mein Einsatzort für weitere 8 Wochen ab Mai fest. Es geht ins Land der Pharaonen, Pyramiden und Götter, nach Ägypten. Somit ist zumindest für weitere 4 Monate mein Aufenthaltsort bestimmt.

(Bilder: 1. Mein Bed & Breakfast in Savannah, 2. Sedona Red Rock Park, 3. Pink Jeep Tours, 4. Grand Canyon I, 5. Grand Canyon II)

Donnerstag, 4. Februar 2010

Karneval in New Orleans

Das neue Arbeitsjahr ist inzwischen schon wieder voll im Gange und drei Wochen in Atlanta sind bereits vorbei. Wie zuvor wurde auch dieses Jahr wieder unsere Konferenz an den Anfang des Jahres gestellt. Das hieß wieder 2 Wochen lang viele, viele Vorträge aufnehmen, unter anderem auch zum ersten Mal von unserem Vorstandsvorsitzenden, der übrigens interessanterweise nicht Amerikaner ist, sondern aus der Türkei stammt. Am Abend wurde die Veranstaltung dann vom Conference room an die Bar verlagert und es sind einige Tropfen Gerstensaft und andere Köstlichkeiten die Kehle herunter gelaufen. Das Wetter war während der Konferenz eher bescheiden, aber beim Blick ins Internet aufs heimische Wetter mit Kälte und Schnee, will ich mich mal nicht beklagen.

Auch diese 2 Wochen gingen wieder zügig vorüber und ich befinde mich seit einer Woche in meinem Projekt in Atlanta. Mit mir arbeiten ca. 10 weitere Kollegen auf verschiedenen Projekten in Atlanta. Und obwohl viele nicht so begeistert davon sind in Atlanta zu verweilen, sehe ich es positiv. Denn schließlich gibt es auch in den USA noch das ein oder andere interessante Ziel, das es zu bereisen gibt. Und für das erste Wochenende ist die Wahl auf New Orleans gefallen. Zusammen mit 4 weiteren Kollegen und einer Ehefrau haben wir uns in das nur etwas mehr als eine Flugstunde entfernte Zentrum des Jazz gemacht. Allerdings haben wir von Jazz nicht viel wahrgenommen, dafür aber umso mehr Party erlebt, denn New Orleans gilt als absolute Partyhochburg. New Orleans ist vermutlich die einzige Stadt in den USA, in der es erlaubt ist auf offener Strasse Alkohol zu konsumieren, wenn auch nur aus Plastikbechern. Und aus diesem Grund scheint jeder Ami diesen Vorteil ausnutzen zu wollen. Für jemanden aus Deutschland nichts besonderes, aber für die Amis ganz sicher und so sieht man überall Leute bereits aus dem Hotel kommend mit einem Getränk in der Hand die Strasse betreten. Der Höhepunkt ist auf der Bourbon Street, auf der eine Bar neben der Anderen liegt (ähnlich also wie in der Düsseldorfer Altstadt) und wo Party bis morgens früh gefeiert wird. Da wollten wir uns natürlich nicht lumpen lassen und haben kräftig mitgemacht. Die ganze Atmosphäre wurde zudem noch dadurch angeheizt, dass sich New Orleans zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte für den Superbowl am kommenden Wochenende qualifiziert hat. Und dann war da noch am letzten Wochenende der Beginn von Mardi Gras, dem Karneval in New Orleans und ich konnte zum ersten Mal eine etwas andere Karnevals-Parade sehen. Die erste Parade war zwar noch relativ klein, da die Hauptparade erst in etwa zwei Wochen an Fat Tuesday (unser Veilchendienstag) ist, aber trotzdem mal ganz interessant. Wir hatten zudem noch das Glück, das eine unserer amerikanischen Kolleginnen auf einem Balkon jemanden entdeckt hat, den sie kannte und so wurden wir kurzerhand eingeladen uns das Spektakel von oben anzuschauen. Tja, Glück muss man haben.
Eine weitere Besonderheit von Mardi Gras in New Orleans ist, dass die Männer bunte Halsketten, so genannte Beats an die Mädels verteilen, wenn die als Gegenleistung zeigen was sich unter ihrer Bluse versteckt. Und so wird aus den sonst so prüden Amerikanern, nach ein paar Drinks eine ungezähmte Horde. Das Ziel der Mädels an Mardi Gras ist es so viele Ketten wie möglich zu ergattern. Ziemlich dumm, aber dennoch witzig.
Aber das Wochenende bestand natürlich nicht nur aus Party. New Orleans verfügt zudem auch über das French Quarter, in dem endlose alte Kolonialgebäude stehen und des Weiteren über herrliche Villen im Garden District, die wir uns angeschaut haben. Man will ja schließlich auch was von der Stadt gesehen haben und nicht nur das Innere zahlreicher Bars. Aufgrund der für New Orleans jedoch ungewöhnlich eisigen Temperaturen, haben wir die größte Zeit dann doch im Warmen verbracht, auf der Bourbon Street. :-)
(Bilder: 1. French Quarter, 2. Villa im Garden District, 3. Erste Mardi Gras Parade, 4. Partycrew auf der Bourbon Street)

Samstag, 9. Januar 2010

Ein neues Jahr der Abenteuer beginnt

An alle die ich dieses Jahr noch nicht gesehen oder gesprochen habe, zunächst einmal ein frohes neues Jahr und viel Erfolg bei den guten Vorsätzen.

Meine drei Wochen Homeleave sind auch schon wieder vorbei und der letzte Tag in Cancun, wo ich die letzte Woche verbracht habe, ist angebrochen. Die drei Wochen waren primär von ausgiebigem Faulenzen geprägt und der ein oder anderen Partynacht. Nach 2 Wochen zu Hause und einer feucht-fröhlichen Neujahrsnacht bei Kerstin und Carsten, ging es kurz darauf aber auch schon wieder ab über den großen Teich, nach Cancun. Denn bevor es wieder nach Atlanta geht, wollte ich mir noch ein paar Tage Erholung bei Sonne, Strand und Meer gönnen. Und bei den winterlich eisigen Temperaturen mit Schnee, die in Neuss und ganz Deutschland bei meiner Abreise vorherrschten, fiel mir der Abschied auch nicht allzu schwer. Einmal ab in den Flieger bei -3 Grad und nach 11 ½ Stunden Flug wieder raus aus der Maschine bei angenehmen 20 Grad… plus versteht sich. Und obwohl das Wetter hier die ganze Woche nicht perfekt war, mit immer wieder mal leichter bis starker Bewölkung, habe ich die Sonne ausreichend zu Gesicht bekommen. Während der gesamten Woche hat sich mir mein Kollege Nacho angeschlossen, der aus Mexico City stammt und für den der Trip nur ein Katzensprung ist. Neben entspanntem Sonnen am Strand, haben wir aber auch noch 2 Tage Kultur eingeschoben, indem wir uns die Mayastätten von Tulum und Chichen Itza angeschaut haben. Nur jeweils etwa 1 ½ bis 2 Autostunden von Cancun entfernt liegen diese durchaus sehenswerten Orte, die zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten aus der Zeit der Mayas stammen. Für Nacho war der Trip leider nicht ganz so umwerfend, denn am Abend zuvor hat er eine wohl verdorbene Pizza zu sich genommen, die am nächsten Tag dazu geführt hat, dass er sich den ganzen Tag übergeben musste. Da hieß es dann am nächsten Tag während der Autofahrt das ein oder andere Mal „Fahr mal schnell rechts ran“. Tulum, wo wir zunächst Stop gemacht haben, war damit eher eine Qual für ihn, aber am nächsten Tag in Chichen Itza, der wichtigsten Sehenswürdigkeit ging es ihm schon wieder wesentlich besser. Witzig war auf jeden Fall die Tatsache, dass wir das ganze Jahr über in der ganzen Welt unterwegs sind, die für uns fremdesten Gerichte essen und dann gerade in seinem Heimatland fängt er sich einen Magen-Virus ein. Zurück von diesem Kurztrip, hatten wir dann noch zwei herrlich entspannte Strandtage und heute an unserem letzten Tag, regnet es leider zum ersten Mal in dieser Woche. Tja, da bleibt einem nichts anderes übrig als im Bett zu bleiben, nen Film zu schauen und endlich mal wieder an meinem Bericht zu schreiben. Morgen geht es dann wieder nach Atlanta, wo zum dritten Mal für mich die alljährige Konferenz unseres Departments ansteht. Dies ist der Beginn meines dritten Jahres bei Coke, mit hoffentlich wieder vielen spannenden Ländern und Erlebnissen.


(Bilder: 1. Sylvesterparty 2009/2010, 2. Kukulcán Pyramide in Chichen Itza, 3. Hotel in Cancun bei Sonnenuntergang)