Wie bereits bei meinem letzten Bericht sitze ich auch dieses Mal wieder in unmittelbarer Nähe zum Strand, diesmal jedoch auf den Malediven. Scheinbar ist dies die Zeit, wenn ich am ehesten die Möglichkeit finde meine Erlebnisse zu Papier zu bringen. Es sind inzwischen vier weitere Wochen vergangen und meine Zeit in Kenia hat bereits ihr Ende gefunden
Wie ja bereits im letzten Bericht erwähnt habe ich das vierte Wochenende auf Sansibar verbracht. Nach drei Wochenenden auf Safari, war es in der Tat an der Zeit mal etwas anderes zu unternehmen. Ich kann mich noch gut an das erste Safariwochenende erinnern. Kaum saßen wir im Safaribus und hatten unsere Lodge das erste Mal verlassen, forderten wir unseren Fahrer auf: „Stop, Stopp, da sind Paviane“. Und 1km später „Oh wow, schau mal die Gazellen“. An unserem dritten Safariwochenende in der Serengeti waren wir dann so weit, dass wir am Anfang der Game Drives beschlossen haben, wir halten nicht mehr für Paviane, Gazellen, Antilopen, Zebras und Konsorten. Wir waren an einem Punkt angekommen, an dem wir von zuvor genannten soooo viele gesehen hatten, dass wir das Interesse an Ihnen verloren hatten, es sei denn sie wurden von Löwen gejagt.
Daher kam das Wochene

nde auf Sansibar gerade recht. Wie es jedoch Strandwochenenden so innehaben, gibt es davon nicht allzu viel zu berichten. Wir haben dort zwei herrlich entspannte Tage, in einem schönen Resort verbracht. Sansibar verfügt über endlos lange weiße Sandstrände, mit flach abfallendem Meer, das bei Sonneneinstrahlung eine tropisch grünliche Färbung annimmt. Und da es im Resort und um das Resort herum kein Nachtleben gab, war das Wochenende bestimmt von viel Erholung und ausgiebigem Sonnenbaden. Leider mit den Folgen eines Sonnenbrandes… autsch!
Am darauf folgenden Wochenende stand Abenteuer auf dem Programm. Dafür haben wir uns in das im Westen angrenzende Uganda begeben. Ich hätte zuvor zwar nie gedacht, das ich meine Füße mal auf ugandischen Boden setzen würde, aber nachdem ich meinen Lonely Planet ausgiebig studiert hatte, war ich davon überzeugt, dass sich ein Abstecher dorthin lohnen würde. Jinja, eine kleine Stadt am Victoriasee wird als das Adrenalincenter Ostafrikas angepriesen, mit zahlreichen Adventure Möglichkeiten und einem Wildwasser-Rafting Angebot, das zu den besten der Welt zählen soll. Daher ging es also zunächst mit dem Flieger von Nairobi nach Kampala, der Hauptstadt Ugandas, wo wir das Wochenende auch übernachtet haben. Am nächsten Morgen wurden wir dann vom Rafting Anbieter für die Fahrt nach Jinja abgeholt. Interessant zu wissen ist, dass Jinja der Ort ist wo der Nil seinen Ursprung hat. Wenn man vom Nil hört, der ja bekanntlich der längste Fluss der Welt ist, so fällt den Meisten zunächst einmal Ägypten ein. Was jedoch die Wenigsten wissen ist, dass der Nil aus dem Victoriasee in Uganda entspringt und von dort aus seinen Weg in Richtung Ägypten aufnimmt, um letztendlich in das Mittelmeer zu münden. Und genau dort sollte für uns an diesem Wochenende der Adrenalinkick stattfinden. Angekommen am Nil, haben wir eine kurze Einweisung bekommen, die so interessante Informationen lieferte wie, wir sollen uns sicher sein, dass unsere Badehosen/Bikinis fest sitzen, da der Fluss die Angewohnheit hat, einem die Klamotten vom Leib zu reißen wenn man mal ins Wasser fällt. Und wer möchte schon gerne ohne Badehose zurück ins Boot steigen. :-)
Danach und nach letztmaligem Auftragen von Sonnenschutz ging es dann aber auch schon in die Boote. Wir waren an dem Tag nicht die Einzigen, die die Idee von Wildwasser-Rafting hatten, denn mit uns haben sich noch ca. 60-70 weitere Personen, vorwiegend junge Amis in das Abenteuer begeben. Wir waren 7 Boote auf dem Wasser und in jedem, haben 8-10 Personen Platz gefunden. In unserem Boot, waren Diego und ich, neben dem Guide die einzigen männlichen Personen, was mich befürchten ließ, dass viel Paddelarbeit auf uns zukommt. Zu Beginn war der Fluss noch sehr ruhig, was dazu genutzt wurde ein paar Kommandos und Trockenübungen durchzugehen. Aber auch Nassübungen, um zu wissen wie wir uns zu verhalten haben, falls sich das Boot überschlägt. Das hat bei dem Ein oder Anderen direkt zu ein wenig Verunsicherung und/oder Angst geführt. So auch bei unserer chinesischen Kollegin Cloris, die nicht gerade wasserbegeistert ist und sich daher direkt zu Beginn dazu entschieden hat, in das Safety Boot umzusteigen. Denn den ganzen Tag über wurden wir von zwei Sicherheitsbooten begleitet, die bei starken Stromschnellen, verängstigte Teilnehmer aufgenommen hat. Im Falle von Cloris vermute ich, dass sie sich dem Trip nur angeschlossen hat, weil sich das gesamte restliche Team für das Rafting entschieden hat, sie in Wirklichkeit jedoch tierische Angst davor hat. Ich kann jedoch sagen, dass sie sich später dazu entschieden hat, wieder zurück in unser Boot zu kommen und nur bei Bedarf wieder umzusteigen. Die wilderen Abschnitte ließen dann auch nicht lange auf sich warten. Der Fluss hatte es wirklich in sich und zweimal hat sich unser Boot überschlagen. Ehe man sich versieht fliegt man ins Wasser und dann heisst es nur versuchen sich am Boot festzuhalten und abwarten bis man durch die Stromschnellen durch ist. Neben den zwei Sicherheitsbooten sind waren auch die ganze Zeit etwa zehn 1-Mann Kayaks bei uns, die falls man aus dem Boot gefallen ist in Sekundenschnelle zur Seite waren und einem geholfen haben. Das zweite Mal als sich unser Boot überschlagen hat, war allerdings ein ganz schön heftiges Erlebnis. In einem Abschnitt der Kategorie 5 (je nach Stärke bekommen die Abschnitte eine Kategorie von 1 bis 7 zugewiesen, wobei die Kategorien 6 und 7 nur für Profis sind), hat unser Guide uns falsch gelenkt und wir sind seitwärts auf eine riesige, tosende Stromschnelle zugesteuert. Was da kommen musste war abzusehen und obwohl alle anderen 6 Boote zuvor heil durch den Abschnitt hindurchgekommen sind, hat sich unser Boot überschlagen. Das Boot ist mir dann auf den Kopf gefallen, ich war irgendwie unter dem Boot soweit ich das beurteilen konnte und war etwa 5 Sekunden unter Wasser in denen ich nicht mehr wusste wo oben und unten ist. Als ich wieder mit dem Kopf über Wasser war, konnte ich mich an der Kordel des Bootes festhalten, wir waren aber noch immer mitten in den Schnelle

n des reißenden Flusses und das Wasser ist uns durchs Gesicht gepeitscht. Zudem konnten sich neben mir nur noch 2 weitere Personen an dem Boot festhalten, keine Ahnung wo der Rest der Truppe war. Vielleicht auf der anderen Seite des Bootes, die nicht einsehbar war, vielleicht bereits in der Sicherheit eines der Kayaks oder auch allein mit sich selbst und der Schwimmweste in den Fängen des Flusses?
Diese Situation die vermutlich nur 20 Sekunden gedauert hat, einem aber vorkam wie 5 Minuten, hat vor allem den Mädels einen ganz schönen Schrecken eingejagt – was man ihnen aus dem Gesicht ablesen konnte – aber im Nachhinein muss man sagen, war es ein Höllenspaß. Die ganze Tour auf dem Nil hat von 10 Uhr bis 17 Uhr gedauert, inklusive Lunchpause auf einer Flussinsel und als wir endlich wieder festen Boden betreten haben, war uns die Müdigkeit in den Knochen doch anzusehen. Die Tour wurde mit kühlem Bier und gegrillten Spießen am Flussufer abgeschlossen, bevor es mit dem Bus wieder zurück nach Kampala ging, wo uns ein großes, bequemes Bett erwartete.
An Wochenende 6 stand dann ein weiteres Mal Safari auf dem Programm. Das Ziel hieß Masai Mara, Kenias bekanntester und zugleich bester Nationalpark. Neben dem Audit in Kenia, hat zur gleichen Zeit ein Audit in Südafrika stattgefunden. Und da sich herumgesprochen hat, dass die Safaris in Kenia und Tans

ania wesentlich besser sind als in Südafrika, haben sich zwei der Kollegen dazu entschieden, ein Wochenende mit uns in Kenia zu verbringen. Wir bekamen also Verstärkung von Sylvain und Lidia und waren somit an diesem Wochenende 7 Mann die sich in die Abenteuer der Wildnis begeben haben. Leider hatten wir jedoch zuvor scheinbar bereits zu viele Game Drives gemacht. Nach drei Wochenenden auf Safari muss man ehrlicherweise sagen, hat es einen beim vierten Mal nicht mehr allzu sehr gereizt auf Elefanten, Zebras und Giraffen zu treffen. Zudem war die Dichte der Tiere bei weitem nicht so hoch wie zuvor in der Serengeti. Einen Höhepunkt gab es allerdings doch, der alles zuvor Gesehene übertroffen hat. Wir haben uns dazu entschlossen eine Safari mal auf eine etwas andere Art und Weise zu machen und zwar in einem Heißluftballon. Der ganze Spaß hatte zwar auch seinen Preis, wir haben uns aber sagen lassen, dass es ein einmaliges Erlebnis sei und so wollten wir es nicht missen. Sylvain hat am Anfang ein witzige Bemerkung gebracht, die es ziemlich gut getroffen hat, in

dem er sagte: „Ich wollte den Ballon eigentlich nicht kaufen, sondern nur eine Fahrt machen“. Für die etwa einstündige Ballonfahrt musste nämlich jeder von uns schlappe 430 US Dollar auf den Tisch legen. Bei 7 Personen sind das dann summa summarum 3010 USD. Da muss man schon mal zwei Nächte drüber schlafen, bevor man sich dafür entscheidet.
Was uns zuvor auch niemand sagte, ist dass man für den ganzen Spaß mitten in der Nacht aus den Federn muss. Wir wurden nämlich bereits um 4.40 Uhr in unserer Lodge abgeholt und zum Startplatz des Ballons gebracht. Aus windtechnischen Gründen deren Details ich auch nicht näher kenne, kann der Ballon nur in den frühen Morgenstunden starten und so haben wir bereits zu Sonnenaufgang abgehoben. Doch schon nach 5 Minuten waren die vielen schönen Dollarnoten und das frühe Aufstehen vergessen, denn das Erlebnis war in der Tat einmalig. Die unendliche weite der Masai Mara aus der Luft zu betrachten, dabei nur wenige Meter über den wilden Tieren hinwegzuschwebe

n und dabei den Sonnenaufgang am Horizont der Savanne mitzuerleben… das ist wirklich nur schwer zu beschreiben. Und wenn man es nicht selbst miterlebt hat, dann ist es vermutlich nur schwer nachzuvollziehen wie einmalig und wundervoll dies ist. Etwa eine Minute bevor wir gelandet sind, haben wir dann noch einen Leoparden im Gras liegen sehen, wodurch uns bewusst wurde, dass wir mitten in der Wildnis landen und es durchaus sein könnte, dass 100 Meter entfernt eine Löwenfamilie ein Nickerchen macht. Es waren aber glücklicherweise keine wilden Katzen in der Nähe und so wurde niemand gefressen und wir konnten unsere Ballonfahrt mit einem herrlichen Champagnerfrühstück abschließen. Neben Champagner hatte die Lodge, von der die Ballonfahrt organisiert wurde, eine mobile Küche, Tische, kleine Hocker und jede Menge frische Lebensmittel in die Savanne gebracht und wir konnten ein ausgiebiges Schlemmer-Frühstück mit Eiern, Speck, Pancakes, Croissants, frischen Früchten, Kaffee und vielem mehr genießen.
Das letzte Wochenende ging es dann ein weiteres Mal zur Erholung an den Indischen Ozean. In der Nähe von Mombasa, der zweitgrößten kenianischen Stadt liegen ein paar schöne Strandresorts, wo wir uns ein letztes Mal zur Entspannung zurückziehen wollten. Der Strand und das Meer waren nicht ganz so schön wie zuvor auf Sansibar, doch auch hier haben wir wieder viel Sonne gefunden. Neben der Erholung am Strand, haben wir auch versucht mal ein wenig Party zu feiern, denn in Nairobi hat man uns erzählt, Mombasa wäre bekannt für sein ausgiebiges und hervorragendes Nachtleben. Wir waren davon allerdings ziemlich enttäuscht. Vermutlich haben die Kollegen in Kenia noch nie erlebt was in den Clubs von Europa, Asien oder in den Staaten so abgeht, aber das wollten wir ihnen natürlich nicht so direkt sagen. Ansonsten gibt es von dem Wochenende nicht viel zu berichten.
Tja und nun ist die Zeit in Kenia auch schon wieder vorbei und ich befinde mich wieder auf meinem Weg nach Asien. Ein Tag Entspannung auf den Malediven liegt noch

vor mir, bevor es mit Singapore Airlines weiter nach Manila geht. Als Fazit von Kenia kann man ziehen, es ist ein beeindruckendes Land mit viel unberührter, fantastischer Wildnis und Menschen, die so viel mehr glücklich zu sein scheinen als wir, und das obwohl sie so viel weniger haben als z.B. die Menschen in Deutschland. Dennoch möchte ich sagen, ist es für mich und viele andere wahrscheinlich nur schwer vorstellbar aufgrund der Lebensbedingungen dort zu leben und es wird vermutlich immer nur ein Reiseziel bleiben und nur für ganz wenige Expatriates die dort leben, wirklich ein zu Hause. Im Großen und Ganzen habe ich meine 8wöchige Zeit aber doch sehr genossen und möchte sie nicht missen, so wie viele andere Destinationen, die ich in den vergangenen anderthalb Jahren bereist und erlebt habe. Ja, die Hälfte meiner dreijährigen Zeit in diesem Job ist bereits vorbei und ich kann es kaum glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Jeder Tag und jedes Wochenende ist auf ein Neues ein aufregendes Erlebnis, das mich in meinem Leben und meinen Erfahrungen so viel reicher macht. Und ich kann bereits jetzt nach der ersten absolvierten Halbzeit sagen, dass diese 3 Jahre vermutlich die aufregendsten und schönsten Jahre meines Lebens sind und sein werden und ich mir nur schwer vorstellen kann, dass dies in Zukunft noch zu toppen ist. Aber wer weiß, das Leben ist ja für so manche Überraschung gut. Mal schauen was da noch alles so kommt. In diesem Sinne, schöne Grüße in die Heimat und alles Gute!
(Bilder: 1) Strand auf Sansibar, 2) Nilpferd und Krokodil in Masai Mara (na, wer sieht das Krokodil), 3) Ballon ueber der Weite der Masai Mara, 4) Das Team beim Champagnerfruehstueck danach, 5) Giraffen in der Masai Mara, 6) Eindruck des Lebens in Kenya)