Weitere drei Wochen sind vorüber und drei weitere herrliche Wochenenden. Nach einem verrückten Wochenende in New Orleans, habe ich mich am darauf folgenden Wochenende auf einen Roadtrip nach Savannah, in die Perle des Staates Georgia begeben. Georgia hat rein touristisch nicht wirklich viel zu bieten, aber zumindest Savannah ist definitiv einen Besuch wert. Savannah wurde bereits im 18. Jahrhundert gegründet – was für die junge amerikanische Geschichte schon fast an die Steinzeit grenzt – und gilt als eine der schönsten Städte der USA. Die Altstadt ist übersät mit endlosen historischen Kolonialbauten und zahlreichen grünen Plätzen (Squares), die der Stadt ein wundervolles Südstaatenflair verleihen, wie man es sonst nur aus ‚Vom Win

de verweht’ oder ‚Fackeln im Sturm’ kennt. Das macht sich auch gerne die Filmindustrie von Hollywood zu Nutzen, die hier etliche Filme oder zumindest Filmszenen gedreht hat. Die berühmte Szene aus Forrest Gump zum Beispiel, bei der Forrest auf einer Bank sitzt und wartet, wurde in Savannah gedreht.
Allerdings ist Savannah kleiner als Neuss und daher reicht ein Tag vollkommen aus um die Stadt zu Fuß zu erkunden. Und das war auch gut so, denn am Sonntag des Wochenendes stand der Superbowl auf dem Programm und dieses Event, bei dem in den ganzen Staaten der Ausnahmezustand herrscht, wollten wir uns nicht entgehen lassen. Daher haben wir bereits am Sonntagmorgen wieder die 4 Stunden Rückfahrt nach Atlanta angetreten, um das Spiel bei einer kleinen Hausparty eines US-Kollegen zu verfolgen. Die Finalisten hießen Indianapolis und New Orleans, wobei Indianapolis als klarer Favorit galt. Da wir jedoch das Wochenende zuvor in New Orleans verbracht hatten und wir die Euphorie und Vorfreude dort spüren durften, waren wir klar auf der Seite der Underdogs, die zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte im Superbowl-Finale standen. Mit vielen amerikanischen Snacks wie z.B. Chicken Wings, Potato Skins und M&M’s und einigen kühlen Bier (die allerdings nicht so gut waren, wie die deutschen Exemplare), haben wir das gut 4 Stunden dauernde, spannende Spektakel verfolgt. Am Ende hieß der verdiente Sieger dann auch wirklich New Orleans, was uns natürlich gefreut hat und wir hätten uns am liebsten wieder auf die Bourbon Street in New Orleans gebeamt.
Das nächste Wochenende hieß das Zie

l Grand Canyon, eine Destination, die ich schon seit langem sehen wollte. Aufgrund der Tatsache, dass der Canyon von Atlanta nicht ganz so leicht zu erreichen ist, haben wir uns den Freitag frei genommen und die erste Station zu unserem Ziel hieß Phoenix, Arizona. Phoenix ist neben Las Vegas, die einzige Option um in wenigen Stunden Autofahrt den Canyon zu erreichen. Nach einer Übernachtung in Phoenix, ging es am Freitagmorgen für unsere 6-köpfige Truppe in einem Minivan los in Richtung Grand Canyon. Auf dem Weg dorthin, haben wir jedoch zunächst noch einen mehrstündigen Stop in Sedona eingelegt, dass durchaus sehenswert ist. In einem pinken Jeep ging es durch die rauhe Landschaft von Sedona, dass für seine roten Felsformationen bekannt ist. Nachdem wir gut durchgerüttelt wurden und ein paar herrliche Panoramafotos eingefangen hatten, ging es noch schnell zu einem kurzen Barbecuelunch, bev

or die Fahrt weiter in Richtung Norden ging. Am späten Nachmittag sind wir dann in Tusayan, am Rande des Grand Canyon angekommen, wo wir zunächst einmal unser Hotel bezogen haben. Für den ersten Abstecher zum Canyon war es schon zu spät, aber schließlich hatten wir ja noch den ganzen Samstag vor uns. Wir sind dann am nächsten Morgen auch schon recht früh aus den Betten, um die wenigen Kilometer an den Rande des Abgrund zu fahren. Ein Kollege meinte zu uns, vor Antritt unseres Trips, dass der Grand Canyon ja eigentlich nichts anderes als ein Loch im Boden sei. Recht hat er vielleicht, aber dafür ein wirklich gewaaaaltiges Loch. Und das haben wir dann auch aus allen möglichen Winkeln betrachtet und endlos viele Bilder geknipst. Wieder einmal konnte man sich glücklich schätzen, dass ein kluges Köpfchen Jahre zuvor die Digitalkamera erfunden hat, ansonsten hätten wir wahrscheinlich gut zwei Dutzend Filme verschossen. Der Höhepunkt des Trips war dann noch ein 40minütiger Helikopterflug über den Grand Canyon, bei dem wir in den Genuss fantastischer Perspektiven gekommen sind. Für eine Hike hinunter in den Canyon, hat unsere Zeit zwar nicht mehr gereicht, dennoch haben wir den Tag wirklich genossen. Sonntagmorgen haben w

ir dann auch schon wieder unsere Rückfahrt nach Phoenix angetreten, da um etwa 16 Uhr unser Flug zurück nach Atlanta ging… oder soll ich lieber sagen hätte gehen sollen. Denn kurz nachdem wir aufgebrochen sind, haben wir per Blackberry erfahren, dass unser Flug gestrichen wurde. Wir haben dann bei Delta Airlines angerufen und dort hat man uns gesagt, dass aufgrund schlechter Wetterbedingungen in Atlanta (ein Schneesturm hatte sich angekündigt) der Flug gestrichen wurde. Na toll, die einzige Möglichkeit die uns offeriert wurde, war uns auf einen späteren Flug um 0.50 Uhr umzubuchen. Aber ob der Flug operieren würde, konnte uns zu dem Zeitpunkt noch niemand sagen. Tja, da wir zu dem Zeitpunkt nichts mehr machen konnten und wir plötzlich mindestens bis zum Flug um Mitternacht Zeit hatten, haben wir noch einen weiteren Zwischenstop eingelegt. Dieser ungeplante Abstecher ging nach Jerome, einer kleinen Geisterstadt, die nur etwas mehr als 300 Ein

wohner hat, in ihrer Blütezeit der Gold- und Kupferminen jedoch mehr als 15.000 Einwohner. Hier kam ein wenig Goldgräberstimmung auf.
Anschließend sind wir zurück nach Phoenix gefahren, um dort unser Zeit bis zum Abflug totzuschlagen. Wir haben in der Zwischenzeit gehofft, dass auch der zweite Flug gestrichen würde und wir für die Nacht ein bequemes Quartier in Phoenix beziehen könnten, doch daraus wurde nichts. Pünktlich um 0.50 Uhr ging der Rückflug nach Atlanta, wo wir nach knapp 4 Stunden Flugzeit und 2 Stunden Zeitverschiebung kurz vor 7 Uhr am Montag gelandet sind. Es muss glaube ich nicht groß erwähnt werden, dass der Arbeitstag eher schläfrig verlief und von viel starkem Kaffee geprägt war. Ein Erlebnis zum Vergessen.
Das gerade erst zurückliegende Wochenende, bin ich mit Diego nach Nassau auf den Bahamas geflogen. Wie so viele Beach-Wochenenden nicht besonders spektakulär, aufgrund der nach wie vor kalten Temperaturen in Atlanta jedoch ideal. Bei durchschnittlich 20-25 Grad und viel Sonnenschein, lässt es sich ausgezeichnet relaxen. Wir versuchen eigentlich grundsätzlich während jedem Audit zumindest ein Wochenende am Strand einzuschieben und während dieser kalten Wintertage, kam der Trip auf die Bahamas genau richtig. Der Sand ist weiß, das Meer kristallklar und die Rum-Cocktails stark aber fein. Das war genau das Richtige bevor es am kommenden Wochenende nach Chicago geht, wo die Temperaturen sich wohl eher im Minusbereich aufhalten werden. Mal schauen, ob das eine gute Entscheidung war, gen Norden zu fliegen.
Soviel von den vergangenen Wochenenden. Und wie es nach meinem Projekt in Atlanta weitergeht, kann ich inzwischen auch berichten. Zunächst einmal mit viel Fliegerei, denn das erste Ziel lautet Tokyo, wo ich ein Training für eine Gruppe des lokalen Financeteam abhalten muss. Dies dauert jedoch nur eine Woche, bevor ich erneut für einen langen Flug in die Maschine steige, die mich für die weiteren 7 Wochen in meinen nächsten Einsatzort befördert, welcher Südafrika heißt. Leider ist es nicht Kapstadt, sondern Johannesburg und leider beginnt das Audit etwa zwei Monate zu früh, denn die Fußballweltmeisterschaft startet erst im Juni, aber erfreut über den Einsatz im südlichsten Teil Afrikas bin ich dennoch.
Und da unser Department in diesem Jahr einen neuen Ansatz verfolgt, bei dem die Planung der einzelnen Audits bereits früher erfolgen soll als noch im vergangenem Jahr, wurden bereits die Teamleads der darauf folgenden Projekte festgelegt. Da ich als einer dieser Teamleads bestimmt wurde, steht seit wenigen Tagen auch mein Einsatzort für weitere 8 Wochen ab Mai fest. Es geht ins Land der Pharaonen, Pyramiden und Götter, nach Ägypten. Somit ist zumindest für weitere 4 Monate mein Aufenthaltsort bestimmt.
(Bilder: 1. Mein Bed & Breakfast in Savannah, 2. Sedona Red Rock Park, 3. Pink Jeep Tours, 4. Grand Canyon I, 5. Grand Canyon II)