Die letzten beiden Wochenenden habe ich sehr unterschiedlich verbracht. Am vorletzten Wochenende wollte ich ursprünglich einfach mal nur entspannen und mich nicht wieder 4 Stunden ins Auto setzen, oder zum Flughafen hetzen und 2 Stunden im Flieger verbringen. Und da jeder aus dem Team kurz vor Ende der Zeit hier andere Prioritäten hatte, haben wir alle unser eigenes Ding gemacht. Ich habe dann ein kleines nettes Hotel nur 60 Kilometer von San Jose entfernt in Turrialba gefund
Eigentlich hätte das an Abenteuer fürs Wochenende schon gereicht, aber Canyoning war ja schon gebucht und so stand am nächsten Morgen um neun wieder ein Kleinbus vor der Tür um mich aufzupicken. Canyoning bedeutet, dass man eine Kletterausrüstung anlegt, in den Dschungel geht und dann losklettert, allerdings nicht wie sonst üblich den Berg hinauf, sondern den Berg hinunter. Und dies passiert auch nicht an einem ganz normalen Felsen, sondern an einem Wasserfall. Nasse Klamotten waren also wieder garantiert, aber auch ne Menge Spaß. Wir hatten insgesamt 5 Wasserfälle, die bezwungen werden wollten, die alle zwischen 10 und 18 Meter hoch waren. Zusammen mit mir hatte auch eine deutsche Familie, die in New York lebt, das Abenteuer gebucht und da sie zwei junge Mädchen dabei hatten, war ich davon überzeugt, dass es ja nicht so gefährlich sein kann. War es auch nicht, trotzdem bin ich einmal kurz abgerutscht und habe den Felsen geküsst, was mir ein aufgeschlagenes Schienbein beschert hat. Na ja, wie sagt man, was einen nicht umbringt, macht einen nur härter. Da ich auch hier wieder aus gegebenem Anlass keine Bilder machen konnte, kann ich hier nur Bilder des Hotels und der Umgebung einfügen. Der Vater der deutschen Familie hat jedoch einige Bilder gemacht und hat versprochen mir welche per Email zu schicken, die ich dann vielleicht nachträglich hier noch einfügen kann.
Am letzten Wochenende ging es dann nach San Juan del Sur in Nicaragua. Wir wollten gerne noch einmal ein er
holsames Wochenende am Strand verbringen und in einem unserer Reiseführer wurde dieser Ort und insbesondere ein dort vorhandenes Hotel empfohlen. Wir sind also Freitag nach Managua geflogen, der Hauptstadt Nicaraguas und von dort ging es dann mit dem Mietwagen 150 Kilometer in Richtung Süden nach San Juan del Sur. Leider habe ich die Routenplanung Tara, eine meiner Kolleginnen überlassen, denn ich wollte nicht immer der einzige sein der die Route recherchiert und ausdruckt. Dies sollte sich jedoch rächen. Anstatt einfach ihrer vorher ausgesuchten Route über den Highway zu folgen, kamen die Mädels auf die Idee, den Mann von Avis zu fragen, wie wir denn am besten nach San Juan del Sur kommen würden. Da sie das aber auf spanisch gemacht haben, habe ich nicht mitbekommen, dass er uns eine andere Route empfohlen hat die kürzer und schneller sei, als über de
n Haupthighway. Das mag ja auch durchaus sein, wenn man in diesem gottverdammten Land lebt und sich auskennt, aber für uns hat sich dies als großer Fehler herausgestellt. Denn schon ca. eine halbe Stunde nach Abfahrt, waren wir uns nicht mehr so sicher, ob wir noch richtig waren und die Straßenverhältnisse haben auch nicht viel mehr als 50-60 km/h zugelassen. Dazu kam noch, dass es bereits ca. 22 Uhr war und die Gegend von ihrem Sicherheitsempfinden eher mit Köln-Chorweiler als mit Neuss-Holzheim zu vergleichen war. Kurz vor dem Ziel, stand die Strasse dann auch noch unter Bauarbeiten und man wurde teilweise über kleine, dunkle Feldwege geleitet, was nicht gerade vertrauenerweckend wirkte. Dies hat dann Januaria, meine brasilianische Kollegin zum Anlass genommen eine kleine Angstattacke zu bekommen und vorzuschlagen, doch umzukehren und für die erste Nacht ein Hotelzimmer im nächstgelegen Ort zu nehmen. Mal abgesehen davon, dass wir nur noch 15 Kilometer vom Ziel entfernt waren, hätten wir im nächstgelegenen Ort wahrscheinlich auch nur einen besseren
Hühnerstall als Zimmer bekommen. Daher habe ich diesen Kommentar einfach stumm ignoriert und bin weitergefahren. Und siehe da, 15 Minuten später haben wir dann auch schon die Lichter des Ortes San Juan del Sur am Ende der Strasse entdeckt. Am Hotel angekommen waren dann auch alle Strapazen und Ängste vergessen, denn das Hotel war einfach ein Traum!Wir haben bereits nach 10 Minuten einstimmig beschlossen, dass es vermutlich das beste Hotel war in dem wir je übernachtet haben. Die Hotelanlage bestand im Wesentlichen aus einzelnen Bungalows bzw. Häusern. Unsere „Casa“ bestand aus einem Wohnzimmer, zwei Schlafzimmern, einer großen Küche, drei Bädern, drei Terrassen/Balkonen und einem herrlichen Blick auf den Pazifik. Dazu kam dass das gesamte Design und die Ausstattung nahezu perfekt waren. Ursprünglich hatten wir geplant noch am gleichen Abend auszugehen, aber da wir unser Haus so genial fanden, wurde kurzfristig umdisponiert und wir haben unser Haus zur Partyarea ernannt, denn schließlich hatten wir uns ja am Airport mit Vodka eingedeckt.
Und so kam es, dass wir das gesamte Wochenende im Hotel verbracht haben und am Pool das Leben mit leckeren Cocktails genossen haben. Es war zwar eigentlich ein wenig schade, dass wir nicht einmal das Meer getestet haben, aber da wir ja in den vergangenen 8 Wochen bereits zwei Wochenenden am Pazif
ik verbracht hatten, war es uns nicht ganz so wichtig. Während ich also am Samstag so am Pool gelegen habe, ist mir klar geworden, dass es für mich doch tatsächlich der allererste Tag im Jahre 2008 war an dem ich mal wirklich gar nichts gemacht habe. So sehr ich auch die Zeit in meinem „neuen Leben“ mit all den Aktivitäten am Wochenende genieße, so muss man aber auch sagen, dass man irgendwie nie mal so richtig zur Ruhe kommt. Daher hat es doch mal sehr gut getan, einfach nur am Pool zu liegen, ein Buch zu lesen und sich von der Sonne Nicaraguas braten zu lassen.Und nun ist es bereits Dienstagabend und in weniger als zwei Tagen heißt es Abschied nehmen von Costa Rica. Es fällt mir zwar schon ein wenig schwer, aber auf der anderen Seite warten ja auch in Zukunft sicherlich spannende Zeiten auf mich. In meinem letzten Bericht hatte ich ja schon kurz erwähnt, dass ich bereits weiß wo es für mich in der 4. Runde hingeht. Daher ist es auch an der Zeit das Geheimnis, für all diejenigen die es noch nicht wissen, zu lüften. Nach Indien warten im Juli und August die Schönheiten des Landes Südafrika auf mich.
Aber zunächst einmal freue ich mich auf ein Wochenende in Berlin und danach werde ich mal sehen, welche Erfahrungen Indien für mich bereit hält.


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