Montag, 16. Juni 2008

Verbleibende Tage in Indien: 11 ... Puuuuh!

Es ist derzeit 22.25 Uhr indischer Ortszeit und es sind noch knapp 2 Stunden bis zum Anpfiff des Spiels Deutschland gegen Österreich. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken sitze ich nun hier mit meinem Deutschlandtrikot vorm Laptop und arbeite mal wieder etwas an meinem Bericht. Der Grund warum ich seit etwa 2 Wochen nichts mehr geschrieben habe, liegt nicht etwa daran, dass ich keine Lust habe etwas zu schreiben, sondern eher an dem Mangel der zu berichtenden Ereignisse. Am vorletzten Wochenende war ich in Cochin, im Südwesten von Indien und habe dennoch nichts davon gesehen, denn blöderweise habe ich beim Essen wohl wieder mal zu etwas falschem gegriffen (im Prinzip ist hier fast alles das Falsche). Angefangen hat alles am Freitag kurz vor dem Hinflug und plötzlich ging es mir dann so richtig schlecht und ich musste leider auf dem Weg nach Cochin mehrmals die Toilette aufsuchen. Und da es am nächsten Tag immer noch nicht besser ging, habe ich dann notgedrungen den Samstag im Hotelzimmer verbracht, mit Wasser und ein wenig Toastbrot. Erst Samstag Nachmittag wurde es dann langsam besser, doch da war das Wochenende auch fast schon gelaufen, denn Sonntag mussten wir schon früh morgens wieder, aufgrund mangelnder Flugverbindungen, den Rückflug nach Vijayawada antreten. Das Wochenende hätte ich mir also getrost schenken können.
Das gerade zurückliegende Wochenende sind wir dann nach Bangalore geflogen, allerdings nur aus dem Grund da wir keine besseren Optionen haben. Es gibt zwar in Indien noch wirklich interessante Ecken, die man für ein Wochenende in Angriff nehmen könnte (Bombay, Jaipur, Goa, Himalaya etc.), aber die sind von Vijayawada einfach nicht erreichbar. Bangalore gilt aufgrund der vielen IT-Firmen als Silicon Valley Indiens, aber für touristische Zwecke hat es außer ein paar Regierungsgebäuden nicht wirklich etwas zu bieten. Der Höhepunkt war eine Fahrt in einem Tuk Tuk, dem für Indien typischen dreirädrigen Kleintaxi. Der Fahrer war so happy über zwei Touristen an Bord, dass er uns gleich für mehrere Stunden seinen Dienst angeboten hat und so haben wir die wenigen touristischen Punkte Bangalores in einem Tuk Tuk abgeklappert. Anschließend hat er uns dann noch zu nem Pizza Hut gefahren, damit wir unser Lunch einnehmen konnten, hat 45 Minuten vor der Tür auf uns gewartet und uns anschließend wieder zurück zu unserem Hotel gefahren. Für diesen ausgiebigen Service mussten wir dann auch schon ziemlich tief in die Tasche greifen, mit umgerechnet knapp 1,5 Euro. Kaum zu glauben, dass sich das für den Fahrer wirklich lohnt, aber wir vermuten, dass die Einheimischen noch weniger zahlen.
Nun ja, wie ihr seht gibt es nicht viel zu erzählen was die Wochenenden betrifft, aber zumindest was meine weitere Einsatztätigkeit angeht gibt es mal wieder etwas zu ergänzen. Denn am Freitag haben wir die Planung für Runde 5 im September und Oktober erhalten. Als ich die Email im Postfach gesehen habe war ich ganz schön gespannt, denn schließlich waren wieder begehrte Ziele wie Japan und Mexiko im Topf. Allerdings hat mich mein Glück scheinbar verlassen, denn ich habe wieder nicht eine meiner Präferenzen erhalten. Statt Japan oder Mexiko geht es für mich auf die Philippinen. Man muss dazu sagen, dass die Philippinen in diesem Jahr den höchsten Bedarf an Auditors hat und nach der Runde im September/Oktober wird jeder aus unserem Team mindestens einmal dort eingesetzt gewesen sein. Der Grund hierfür ist, dass die lokale Niederlassung dort vor Ort im letzten Jahr noch unabhängig von der Konzernzentrale in Atlanta war und dann in den Konzern reintegriert wurde. Dies war mit erheblichem Restrukturierungsaufwand und Risiko verbunden, wo wir als Auditor dann ins Spiel kommen, um die Prozesse zu überwachen und zu überprüfen. Und so sind derzeit in Runde 4 über 20 unserer Kollegen dort vor Ort, in der nächsten Runde ca. 6 Mann und dann ab September wieder 18 Kollegen einschließlich mir. Zwei unserer Kollegen sind sogar für alle drei Runden auf den Philippinen eingesetzt und verbringen somit 6 Monate am Stück dort. So schlecht ist es mir also garnicht ergangen. Und mit 18 Mann gleichzeitig vor Ort, was der Hälfte unserer Abteilung entspricht, ist auch ne Menge Spaß garantiert. Aber nun muss erst einmal Indien hinter mich gebracht werden und dann steht ja bekanntlich noch Good Old Germany an, mit dem krönenden Abschluss Neusser Schützenfest, bevor es anschließend auf die Philippinen geht.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hey Gerry, wie sieht es mit dem Grillabend aus??
Gruesse aus der Heimat.
Holle