Mittwoch, 8. Oktober 2008

Hong Kong - Da gewesen und doch nichts gesehen

Ich hatte mich ja so auf Hong Kong gefreut und es haette auch so schoen sein koennen, doch leider wurde mir da ein Strich durch die Rechnung gemacht. Denn am Donnerstag abend begann sich bei mir in der Magendgegend ein seltsames Gefuehl breit zu machen. Und am Freitag lag ich dann leider mit Magen-Darm-Infekt im Bett und musste die Arbeit zunaechst einmal streichen fuer den Tag. Das waer ja noch nicht weiter tragisch gewesen, haette da nicht das Wochenende vor der Tuer gestanden und der Abflug nach Hong Kong um 19.10 Uhr. Ich fuehlte mich an dem Tag auch wirklich dreckig und musste mich mehrere Male uebergeben und so kam mir auch der Gedanke, den Trip einfach abzusagen und das Wochenende in San Fernando zu verbringen. Doch letztendlich war das Flugticket ja bereits bezahlt und fuer eine Rueckerstattung war es bereits zu spaet. Zudem war ich ja nach wie vor voller Hoffnung, dass es Samstag ja vielleicht schon wieder besser ist und ich die 2 Tage in Hong Kong doch in vollem Umfang geniessen kann. Doch daraus wurde leider nichts, denn auch den sonnigen Samstag habe ich im Hotelzimmer verbracht und lediglich einmal fuer einen 15 minuetigen Spaziergang an der Hafenpromenade verlassen. Erst am Sonntag morgen nachdem ich um 11 Uhr aufgestanden bin, ging es mir wieder besser, doch zu meinem Pech hat es an diesem Tag auch noch geregnet. Na ja, fuer ausgiebige Erkundungen Hong Kongs war es ja eh zu spaet, da ich gegen 16 Uhr schon wieder in Richtung Flughafen aufbrechen musste. Also dachte ich mir, mach das beste aus der Situation und dem Wetter und nutze die verbliebene Zeit zum Shoppen. Hong Kong ist ein absolutes Shopping-Paradies und insbesondere fuer Elektro-Artikel ist es vermutlich einer der weltweit besten und vor allem guenstigen Orte. Egal ob Computer, Kamera, Hifi oder Handy, die Preise dort sind nicht zu schlagen. Und so habe ich mein Gepaeck zumindest ein klein wenig erweitert. Danach ging es dann auch schon wieder zum Flughafen, aber passend zu meinem Glueck des Wochenendes erst mit zwei Stunden Verspaetung wieder in Richtung Manila. Tja, das war mein Wochenende in Hong Kong. Sicherlich nicht das was ich mir davon versprochen hatte, denn auf den ersten Blick bei der Ankunft sah die Stadt wirklich beeindruckend aus, aber es sollte sich doch eigentlich waehrend meines naechsten Einsatzes in China, der bis kurz vor Weihnachten andauert noch einmal die Moeglichkeit ergeben einen Abstecher nach Hong Kong zu machen.

Am Montag morgen ging es dann zunaechst zur chinesischen Botschaft in Manila, denn ohne Visum duerfte es schwer werden nach China einzureisen. Unser fahrer, den wir beauftragt hatten die Oeffnungszeit der Botschaft in Erfahrung zu bringen, meinte sie wuerde bereits um 7 Uhr oeffnen. Das erschien mir zwar ein wenig merkwuerdig, denn fuer gewoehnlich oeffnen Botschaften erst so gegen 9 Uhr, doch er war fest davon ueberzeugt, dass die Tore bereits um 7 Uhr aufgehen. Wir also um 6.45 dort angekommen und welch Wunder, die Botschaft oeffnet erst um 9 Uhr. Letztendlich hat sich unsere fruehe Ankunft aber als garnicht schlecht herausgestellt, denn vor uns warteten bereits ca. 40 Personen auf den Einlass. Und als 2 Stunden spaeter zumindest die Tueren zum Vorraum geoffnet wurden, standen geschaetzte 300 Personen in Zick-Zack Schlange vor der Tuer. Wir haben also das Beste aus unserer Situation gemacht, haben einen Kollegen in die Schlange gestellt und die anderen haben 1,5 Stunden beim Starbucks an der Ecke verbracht. Na ja, um die Geschichte ein wenig zu verkuerzen, wir sind letztendlich alle an unser Ziel gekommen und hatten das Vergnuegen zu einem der freundlichen Beamten zu sprechen, doch unser Visum haben wir dennoch nicht. Denn leider stellt sich die Beantragung des Visums als recht problematisch heraus. China hat anlaesslich der Olympischen Spiele die Regeln fuer die Beantragung eines Visums verschaerft. Fuer die Ausstellung eines Business-Visum verlangen die Botschaften neuerdings ein Einladungsschreiben vom chinesischen Aussenministerium, was durch den Arbeitgeber dort beantragt werden muss. Der Clou ist allerdings, will man das Visum in einem anderen Land als seinem Heimatland beantragen, so benoetigt man in dem dortigen Land eine Arbeitserlaubnis oder eine Aufenthaltserlaubnis. Doch dummerweise besitze ich in den Philippinen weder das Eine noch das Andere, denn wir sind ja schliesslich nur fuer ein 8-woechiges Projekt hier. Daher laeuft es nun letztendlich darauf hinaus, dass alle ihr Visum im jeweilige Heimatland beantragen muessen. Doch da kommt der naechste Witz... denn Beantragungen fuer ein Visum werden nicht auf dem Postweg angenommen. Zum Glueck besteht zumindest in Deutschland die Moeglichkeit jemandem eine Vollmacht fuer die Beantragung in meinem Namen zu erteilen, sodass mir wahrscheinlich zumindest der Flug nach Deutschland, um anschliessend direkt wieder nach China zu fliegen, erspart bleibt. Fuer andere Kollegen sieht es da aber wohl nicht so gut aus, d.h. der ein oder Andere wird vermutlich nach Hause reisen muessen, um das Visum zu erhalten. Na ja, schauen wir mal was da noch auf uns zukommt und ob wir alle wie geplant am 26.10. unsere Zelte in Shanghai aufschlagen.

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